Full text : Unser Schönes Samland

Mit 50 Teilnehmern haben wir in diesem
 Jahr in Pinneberg seit 1978 ein
Rekordtief erreicht. Das ist kein erhebendes
 Gefühl, aber z.T. durch
die Altersstruktur, durch Todesfälle,
Krankheiten und vielleicht auch durch
eingetretene Teuerungen zu erklären.
Erfreulich dagegen ist jedoch die
Tatsache, daß Lisbeth Schneidereit,
geb. Reese, es sich nicht nehmen ließ,
am 16. September ihren 89. Geburtstag
 in Pinneberg zu feiern. Obwohl sie
erblindet ist, hat sie sich von ihrem
Bruder Hermann wie im Vorjahr von
Kiel zum Kreistreffen bringen lassen
und war nicht nur Geburtstagskind,
sondern auch unsere älteste Besucherin.
 - Auch Ruth Müller, geb. Albrecht,
die sehr stark gehbehindert ist, ließ es
sich wiederum nicht nehmen, im Taxi
von Oldenburg in Holstein nach
Pinneberg zu eilen, um mit uns ausgiebig
 zu schabbern. „Ein besonderes
Dankeschön, liebe Lisbeth und liebe
Ruth, für Euer Kommen und Dir, lieber
 Hermann, für die fürsorgliche
Hilfe an Deiner Schwester“. - Unser
jüngster Besucher war Junes. Er ist der
Urenkel von Margarethe Aschmann,
geb. Siebert, eine unserer treuesten
Besucherinnen des Kreistreffens. Da
Junes des Schreibens noch unkundig
ist, hat er sich in der Anwesenheitsliste
 nicht verewigt. Als Nachweis, daß
er ostpreußischem Geblüt entstammt,
trägt er stolz den Elch als Enblem auf
seinem Pullover.
Cranzer begegnen sich nicht nur
bei den offiziellen Heimattreffen. Sie
organisieren auch kleine Treffen in
Eigeninitiative. Donata von Hanstein,

Jahrgang 1925, hat mir nachstehenden
Text über ein Klassentreffen Anfang
September übersandt und gebeten, ihn
im Heimatbrief zu veröffentlichen:
„Wir Sextaner der Cranzer Schule von
1936 hatten 1986 unser erstes Treffen in
Bad Pyrmont. Nun war es bereits das 12.
Mal, daß wir zusammenkamen. Und zum
2. Mal war Mutlangen das Ziel unserer
Reise. Wieder hatte unsere „Brummi“

Unser jüngster Besucher Junes mit seinem Vater und
seiner Schwester Anna-Zara

in

(Christa Brumm, geb. Thiel) alles arrangiert
 und verwöhnte uns sehr, (Werner
Haugwitz mit Frau Christa, Martin
Jäschke mit Frau Gertrud, Klaus Wiemann
 mit Frau Helma, Gisela Kriese, geb.
Klucke, Ruth Nierstenhöfer, geb. Düputell,
 Anneliese Schmelz und meine
Wenigkeit).
Am nächsten Tag ging es per Bus nach
Dinkelsbühl, wo wir aus der Pferdekutsche
 die Stadt bewunderten. Am Tag
darauf fuhren wir in das Bergwerk
„Tieferstollen“ ein. Es ist eine alte Eisenerzgrube,
 die heute als Museum betrieben
wird. Der Ausklang fand dann jeweils in
der Blumenstraße bei „Brummi“ statt. Es
war insgesamt wieder ein wunderschönes
Beisammensein. Wir bedauerten nur, daß
Dorothea Rehfeld ganz kurzfristig wegen
Erkrankung absagen mußte. Nicht dabeisein
 konnten diesmal auch Marianne
Gödde, geb. Rindt, Helga Prinz, geb.
Treuter, die Lasarzig-Sisters und Heinz
Trepp. Im nächsten Jahr wollen wir uns
im Ost-Harz treffen und hoffen, daß dann
alle dabeisein können. Vielleicht schafft es
dann endlich auch Ina Heyen, geb.
Nattermüller. “
Meine Notiz im letzten Heimatbrief
über das Wiedersehen von Hanna Garbe,
 geb. Gerleick, mit Helmut Klisch
nach 60 Jahren hatte noch einen Nebeneffekt.
 Sie hat zu einer Verbindungsaufnahme
 ehemaliger Mitbewohner des
Hauses „Adolfshöh/Wikingerstr. 17“ in
Cranz mit Helmut geführt.
ln Pinneberg sprach mich ein junger
 Mann an, der durch einen Eierbecher
 mit der Aufschrift „Hotel
Lewinski“ auf dieses Objekt hingewiesen
 wurde. Gern möchte er über die

Geschichte dieses Hotels und über
seine Eigentümerin, Frau Frieda Siew,
etwas erfahren. Das Gebäude lag in
der Königsberger Straße Nr. 20 und
beherbergte im Erdgeschoß die Geschäfte
 von Valentin Greif und Weikinn.
 Wer verfügt über Bilder oder
andere Unterlagen des Hotels oder
hat dort gearbeitet und kann etwas
über das Schicksal von Frau Siew aussagen,
 die jüdischen Glaubens war?
Desgleichen interessiert sich der junge
Mann für das Schicksal anderer jüdischer
 Familien aus Cranz. Wer helfen
kann, wende sich bitte an mich.
Meine Bemühungen um die Nachfolge
 für die Aufgaben eines Ortsvertreters
 für Cranz haben leider noch
nicht zu einem Erfolg geführt. Im Hinblick
 auf mein Alter ist die Klärung
dieser Frage für den Zusammenhalt
und den Fortbestand der Cranzer Heimatgemeinschaft
 von akuter Wichtigkeit.
 In den ruhigen Wintermonaten
werde ich die in dieser Frage begonnenen
 Gespräche fortführen. Gern
nehme ich auch Vorschläge oder Angebote
 von anderer Seite für eine
Nachfolge entgegen. - Meine Arbeit
für Cranz hat mir in den verflossenen
23 Jahren neben einiger Mühen auch
sehr viel Spaß gemacht. Ich habe mit
der Übernahme der Aufgaben des
Ortsvertreters meinen Geburtsort erst
richtig kennengelernt und sehr viel
Material wie Bilder, Schriften usw.
Zusammentragen können. Das war
jedoch nur durch Ihr Entgegenkommen
 und mit Ihrer Hilfe möglich.
Dafür meinen herzlichen Dank an alle
Helfer. Stellvertretend für alle nenne