Pojerstieten und das Rinauer Qcbiet
Auf
alten Karten des Samlandes taucht
im Herzen der Halbinsel stets der Ort
Rinau auf. So auch auf der wunderschönen
farbigen Karte „Regnum Borussiae“
von Johann Baptist Homann aus dem Jahre
1710. Auf den heutigen Karten suchen
wir diesen Ort vergebens. Wo aber lag
Rinau?
Ursprünglich heißt Rinau „Ereyno“,
was soviel wie Lämmerfeld bedeutet. Es
ist der Name einer samländischen Landschaft.
Daneben sind aus der Vorordenszeit
u.a. Medenowe und Girmove im
westlichen Samland bekannt, Namen aus
dem Altpreußischen. Der Orden machte
aus diesen alten Gebieten die Kammerämter,
meist unter Beibehaltung der bestehenden
Grenzen.
Ende des 13. Jahrhunderts entstand
dann das Kammeramt Rinau. Im Laufe
der Zeit wurden die Kirchen in Thierenberg,
Kumehnen und Heiligenkreutz errichtet.
Diese Kirchspiele verblieben im
Kammeramt Rinau. Das alte Rinau vermutete
man in der Ortschaft Kumehnen
(Kumehnen wurde erst 1384 gegründet).
In Wirklichkeit lag es gemeinsam mit der
gleichnamigen bischöflichen Burg bei
Pojerstieten (1325 gegründet) in der
Nähe des Galtgarbens, dem im Rinauer
Gebiet liegenden „Hauptberg“ - altpreußisch
galwo = Haupt und grabis = Berg.
Grund für die Wahl Pojerstietens zum
Sitz des Kammeramtes war sicherlich die
Größe, denn in jener Zeit war es die
größte Ortschaft diese Gebietes. Das
Dorf Rinau entwickelte sich nicht, denn
in der herzoglichen Zeit wird von
„Pagersditen das wie Rinau heißt“ oder
„Pajerstetten heyst das Dorff jetzte“ berichtet.
Gegen Ende des 14. Jahrhundert wird
das Rinauer Kammeramt nach Thierenberg
verlegt. In alten Urkunden wird
von der Kalkmühle bei dem Dorfe
Eyskitin (Pojerstieten) berichtet, der noch
bis zur Vertreibung bestehenden Kalker
Wassermühle (= Gut Kalk), die Wasser
aus einem Teich für ihren Betrieb nutzte.
Der Stauteich wurde vom einem kleinen
Bächlein gespeist, das im Galtgarbenmoor
entsprang.
Bei den Aufständen der Samländer
gegen den Orden waren es besonders die
Bewohner des Rinauer Gebietes, die sich
zur Wehr setzten. Aber bereits gegen
Ende des 13. Jahrhunderts war der Widerstand
gebrochen, verbunden mit der
völligen Unterwerfung unter die Ordensherrschaft.
Pojerstieten liegt an dem Forkener
Fließ, das mit seiner Länge von 32 km
der bedeutendste Fluss des westlichen
Samlandes ist. Er entwässert die ganze
Gegend westlich des Alkgebirges. Das
breit, tief eingesenkte Tal des Fließes
teilt die Mischkulturlandschaft zwischen
Alk und der westlichen Endmoränenlandschaft.
Die Lage am Forkener Fließ
verleiht dem Dorf Pojerstieten einen
besonderen Reiz, die ehemaligen Bewohner
kommen noch heute ins Schwärmen,
wenn von Sommer- und Wintervergnügen
rund um das Gewässer erzählt wird.
Die idyllische Gemeinde, zu der auch
Kobjeiten und das Gut Kalk gehörten,
zählte im Jahre 1939 367 Einwohner.
Das Gemeindelexikon für das Königreich
Preußen aus dem Jahre 1907 spricht von
einem „Gesamtflächeninhalt“ für Pojerstieten
von 796,9 ha. Damit ist der Ort
flächenmäßig der größte im Kirchbezirk,
der Kirchort Kuhmenen ist nur 613,7 ha
groß. Insofern ist es nicht verwunderlich,
dass das Güter-Adressbuch aus dem
Jahre 1932 von sieben Gütern berichtet.
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Als Besitzer werden genannt: Hübner
(Größe 86 ha), Pohl (167 ha), Rose (120
ha), Willamowius (166 ha), Poschmann/
Kalk (151 ha), Grohnert /Kobjeiten (88
ha) und Porschien/Kobjeiten (182 ha).
Diese Güter gaben den Einwohnern der
Ortschaft bis zur Vertreibung einen gesicherten
Arbeitsplatz und Einkommen,
das zwar kein üppiges, wohl aber ein zufriedenes
Leben ermöglichte.
Karl Willamowius
Rua Petro Benesio, 376
37410-000 Tres Coracoes - Brasilien
Quelle:
Schlicht, Oscar: Das westliche Samland,
Dresden 1922
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Föscherdroom
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De ohl Schupplies ut Camstigall
lehnd möttem Stock am Tuun,
he kickd söck Wind on Wolke an
tosamme möttem Kuhn.
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Da brusd möttfeent e groter Wind,
brocht dicke schwarte Wolke,
Erbarmsterke, on Kompass spännt,
sitt ut wie Jauch on Molke.
Se joage schnell, säd disser nu,
groad so als wie dat Läwe,
wat würd öck hiede doch nochmoal
fare Lassnettutfahrt gäwe.
E ganze grote Boddel Romm
de deed öck glieks spendeere,
kroahld nu de Ohlerke Schupplies,
mi steerd kein Wind von väre.
So schabberde se hen on her,
on dochde an glöckliche Tiede,
stomm drelld oppem Rathus söck
sölwern de Stör,
moal no Nord on ok moal no em Süde.
Öck hebb kein Mötz opp, mi ös koold,
öck glow, öck go jetz ligge,
säd de Schuppnies, foat no sien ’m Stock,
mien Seejer schleiht boold tigge.
Kick an, gnorrd nu de Föscher Kuhn,
öck denk, die steert kein Wedder....
öck schloag dem Schäckertkroage hoch
bi Stoarm- on Hoagelschedder.
Eva Pultke-Sradnick