Full text : Unser Schönes Samland

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erforderlich: Ein Melkermeister mit Untermelkern sorgte sich um das Wohl der 40 Milchkühe. Die erzeugte Milch mußte er zur Molkerei nach Kumehnen transportieren, im Sommer zweimal, im Winter nur einmal täglich. Der mit Eisenrädern ausgestattete Lanz Bulldog mit 35 PS, er ersetzte ein Pferdegespann, wurde von dem Trekkerfahrer geführt. Die Arbeitspferde wurden den Gespannführern übertragen, der 1. Gespannführer hatte als „Kämmerer“ zusätzliche organisatorische Aufgaben wahrzunehmen. Ein Gespann - wohl müßig zu erwähnen - bestand aus vier Pferden, dem Sattelpferd, Beipferd und den Vorpferden. Der Gespannführer hütete vorbildlich „seine“ Pferde. Chef in der hofeigenen Stellmacherei im Pferdestall war der Stellmacher. Allen Bediensteten, den Deputanten, wurden vom Hofeigner Häuser, die sogenannten Insthäuser, gestellt. Wenn sie auch nicht groß erschienen, bestanden sie doch aus einer Küche mit einem gemauerten Herd, geeignet zum Brotbacken, einer Stube mit Kachelofen für die langen Winter und einem Schlafzimmer, das teilweise unterkellert war. ln Nebengebäuden hielten sich die Deputantenfamilien Tiere: Eine Kuh, einige Schweine, Hühner, Gänse und Enten. Die Arbeitsleistung der Bediensteten wurde hauptsächlich mit Naturalien, genannt Deputat, abgegolten. Der Hof lieferte Getreide für die Tiere und zur eigenen Brotherstellung, Heu und Stroh sowie Brennmaterial. Das zur Verfügung gestellte Land diente als Garten und Kartoffelland. Eine Weide stand für die Kühe aller Instleute bereit. Der monatlich übergebene Geldbetrag war gering, reichte wohl aus um fehlende Lebensmittel wie Zucker, Salz zu kaufen und Kurzwaren und Textilien zu erwerben. Sporadisch erschien auch ein dreirädiges Fischauto, bezahlt wurde oft mit Eiern und Geflügel. Schulentlassene Jugendliche im Alter von 15 bis 21 Jahren wurden gegen Entlohnung als „Hofgänger“ angelernt. Die Frauen halfen beim Rübenverziehen und der Ernte mit, war ein Hofgänger gestellt, mußte die Ehefrau nicht mitarbeiten. Das war ge- i wohnlich dann der Fall, wenn kleine Kinder in der Familie waren. Der Lebensstandard der Familie des Hofbesitzers, in den Kirchenbüchern wird als Berufsstand „Besitzer“ geschrieben, war ähnlich bescheiden. Das traf auch für die vier anderen Höfe von Pojerstieten zu. Lediglich ein Hofbesitzer war stolzer Besitzer eines Autos. Man fuhr mit der Kutsche oder benutzte das Fahrrad wie die Bediensteten. Was gab es sonst noch für Berufe in diesem beschaulichen Dorf? Der Schlachter hatte hauptsächlich in den Wintermonaten volles Programm, es wurden von ihm die Hausschlachtungen durchgeführt, er schlachtete - in den meisten Fällen Schweine - und zerkleinerte sie. Das Wurst- und Schinkenmachen erledigte die Hausfrau. Hauptaufgabe des Dorfschmiedes war das Beschlagen der vielen Pferde. Daneben arbeitete hier ein Sattler sowie ein Schneider. Am Dorfrand befand sich der Krug Mattem, genannt „Wupptich“, neben 32 Pojerstieten, Krs. Fischhausen 1 Gasthof Mattem 2 Hof Pohl 3 Schlachter Knabe -4 Schmiede Gutzsit 5 Hof WDIamowius 8 Hof Hübner 7 Hof Rose 8 Insthaus Wiilamownn (alte Schule) Hamann . Mannelt 9 Haus Boy Schutz Wessel 10 Insthaus WDIamowius 11 Haus A. WDIamowius 12 Insthaus WUlamowius Zachrau BOttcher/Prawta Schöfskl 13 Spritzenhaus 14 Armenhaus 15 SattlarSamel - 18 Insthaus Hübner 17 Insthaus WDIamowius. Naumann Pahike Nikolelt HDiar 18 Dorfschule Lehrer Sieben 19 Sportplatz 20 insthaus Rose Okschai Galhaar 21 Schneider Mialke 22 Gut Kalk Stolle 33