Er führte eine Volksvertretung und
eine Verfassung ein, lehnt aber 1849
die Deutsche Kaiserkrone ab. In seiner
Zeit beginnt die Ära Bismarcks.
1857 übernimmt sein Bruder
Wilhelm die Regentschaft und wird
1861 als Wilhelm I. König von
Preußen. In seine Zeit fällt die Eingliederung
des Königreichs Elannover,
die von Schleswig-Holstein und von
Teilen von Hessen. Otto von Bismarck
wird 1862 preußischer Ministerpräsident
und gründet 1867 den
Norddeutschen Bund. Er betreibt die
Einigung aller deutschen Fürsten mit
dem Ziel der Reichsgründung von
1871. Der preußische König Wilhelm
I. wird Deutscher Kaiser und Bismarck
Reichskanzler.
Königsberg i. Pr. Kenigstar.
Der Sohn von Kaiser Wilhelm I,|
Friedrich 111., tritt 1888 die Nachfolge
an. Er überlebt seinen Vater nur um
100 Tage. Sein Nachfolger wird |
Wilhelm II. Die wirtschaftliche Entwicklung
führt zu sozialen Spannungen
und im Ruhrgebiet kommt es
zu Streiks.
Die politische Lage in Europa führt I
1914 zum I. Weltkrieg, den!
Deutschland mit verliert. Revo-1
lutionäre Kräfte bewirken eine demokratische
Umgestaltung des Reiches. I
Der Deutsche Kaiser - und damit auch
der preußische König - dankt 1918 ab. I
Durch den Versailler Vertrag gehen I
weite Teile Preußens, wie West-1
preußen und Posen oder das Memel-1
gebiet, verloren.
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Das Königstor in Königsberg Pr., erbaut 1850 mit dem Bildnis König Friedrich I. in der Mitte
(Quelle: Ansichtskarte, Samml. Klemm)
Das Deutsche Reich wird zunächst
eine Republik und es folgte dann die
Diktatur des III. Reiches. Preußen ist
das größte Land im Deutschen Reich.
Aufgrund seiner geografischen Größe
besteht es aus zahlreichen Provinzen,
deren Umwandlung in Gaue im III.
Reich angestrebt, aber nicht durchgeführt
wurde.
Nach dem Ende des 2. Weltkriegs
bestimmten die Siegermächte über das
Land. Von den abgetrennten Gebieten
war besonders preußisches Land betroffen:
Ostpreußen, Westpreußen,
Posen, fast ganz Schlesien, Hinterpommern
und ein Teil der Mark
Brandenburg. De facto hatte der Staat
Preußen mit Ende des 2. Weltkrieges
zu bestehen aufgehört. Durch das
Kontrollratsgesetz Nr. 46 vom
25.2.1947 wurde er auch staatsrechtlich
aufgelöst.
Besondere Leistungen in Preußen
Die preußischen Könige haben 217
Jahre regiert und aus der Kurmark
Brandenburg, des Reiches Streusandbüchse,
und dem ehemaligen Ordensland
Preußen einen Staat von Weltgeltung
geschaffen. Sie haben durch
Fleiß, Taktik, familienpolitischem Geschick
und auch durch Kriege das
Land zusammengefügt, gefestigt und
Inneren eine ehrenhafte Geisteshaltung
geschaffen. Der oft kritisierte
preußische Militarismus war wohl notwendig
um die weit verstreuten Länd-¡ereien
zusammenzuhalten.
Hervorzuheben ist - bei aller Staatsräson
und Strenge - eine große Toleranz
gegenüber anderen. Sie kommt
besonders bei religiösen Fragen zum
Ausdruck und besitzt ihre markanten
Meilensteine in der Aufnahme von
Glaubensflüchtlingen: Der Hugenotten
aus Frankreich, der Salzburger
aus Österreich, der Kalvinisten, und
der Mennoniten.
Preußen hat führende Staatsmänner
und hervorragende Heerführer
und Männer der Geisteswissenschaften
und schönen Künste
hervorgebracht oder angezogen.
Erinnert sei - es können nur wenige
Namen genannt werden - an Blücher,
Gneisenau und Hindenburg als
Heerführer; Bismarck, Frh. v. Stein
und Hardenberg im Staatswesen; Leibniz,
Kant und Hegel als Philosophen;
Schadow und Ch. Rausch als
Bildhauer; Knobelsdorff, Schinkel und
Schlüter in der Architektur; Adolph
Menzel, Lovis Corinth und Käthe
Kollwitz in der Malerei; Kleist, Lessing
und Fontane in der Dichtkunst; Otto
Nicolai in der Musik; die Brüder
Humboldt, Bessel und Prof. Wien in
den Naturwissenschaften; Behring,
Robert Koch und Virchow in der
Medizin sowie an die Unternehmer
Borsig, Siemens und Schichau.
Besondere Leistungen waren ebenfalls
- ohne die wir heute wohl nicht
mehr leben könnten - die von Preußen
ausgehende Sozialgesetzgebung zu
Beginn des Deutschen Reiches oder
der auf Anregung von Heinrich von
Stephan gegründeten Weltpostvereins.
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