Fritz Billjött in seinem Archiv nach dem Umzug 2001 (Archiv Rauschen)
verschwunden. Die ungenutzte
Kirche von St. Lorenz wird seit
1990 inoffiziell als Baumaterial
abgetragen. Auf dem Friedhof
sind Kleingärten angelegt.
Pfarrhaus und Schule sind
Wohnhäuser. Im Geschäftshaus
Folkmann ist ein Magazin untergebracht.
Zwischen den früheren Bewohnern
und den heute dort Ansässigen
sind in Einzelfällen
freundschaftliche Verbindungen
entstanden.
Seit 1945 sind die einzelnen
Ortschaften verfallen oder ganz Familie Kurowski mit Gästen beim Festzug in Rauschen (Arch. Rauschen)
Die weitere Entwicklung seit 1945
St. Lorenz und seine Ortsteile wurden
am 14. April 1945 von der Roten Armee
besetzt. Die Bewohner waren zum Teil
geflohen. Die Verbliebenen hatten unter
den Misshandlungen durch die Soldateska
sowie in der Folgezeit unter Hunger
und Krankheiten zu leiden. Viele sind gestorben.
Die Arbeitsfähigen mussten auf
verschiedenen Sowjetkolchosen unter
schwersten Bedingungen arbeiten. In
Tykrehnen war eine Kolchose zur Versorgung
des Militärsanatoriums
Rauschen/Swetlogorsk eingerichtet
worden, die die Felder zwischen
Rauschen und Alexwangen
bewirtschaftete. Eine weitere Kolchose
gab es in Syndau. 1946/47
trafen die ersten Familien aus der
Sowjetunion ein. Die verbliebenen
Deutschen wurden ab Herbst
1947 ausgewiesen. Die Kolchosen
sind jetzt privatisiert oder aufgelassen.
Quellen:
Oskar Schlicht: Das westliche Samland,
Dignath/Ziesmann: Die Kirchen im Samland,
Geheimes Staatsarchiv Preuß. Kulturbesitz,
XX. HA, verschied. Akten aus EM 126d,
Alfred Matthae: Bernsteingebete in der Kirche
zu St. Lorenz, in: Das Ostpreußenblatt,
Erich Reicke: Die Schulreorganisation Friedrich
Wilhelm I. in den samland. Hauptämtern
Fischhausen und Schaaken,
Diverse Zuschriften von früheren Einwohnern
St. Lorenz.
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Weitere Zuschriften nehme ich gern
entgegen. Im nächsten Heimatbrief werde
ich über die weiteren Ortschaften der
Gemeinde St. Lorenz berichten.
Nun bitte ich Sie herzlich um einen
zahlreichen Besuch bei dem Ostpreußentreffen
in Leipzig am 22. und 23. Juni
2002 und freue mich, dort auch möglichst
viele neue Gesichter von Erstbesuchem
zu sehen. Das Treffen ist gewiß
für alle interessant.
Mit den besten Wünschen für eine schöne
Sommerszeit verbleiben mit heimatlichen
Grüßen
Euer
Hans-Georg Klemm
Sudetenstr. 11
91080 Uttenreuth
Tel.: 09131-58489
und Eure Billjötts aus Frankfurt
Liebe Regehner Heimatfreunde
einschließlich der Ortsteile Watzum, Kalthof und Tolklauken,
es ist Sommerzeit. Man sieht eine mit
weit ausgebreiteten Schwingen und vom
Aufwind getragene, dahinschwebende
Möwe. Dahinter begleitet von wild durcheinander
fliegenden Artgenossen.
Darunter die mit Schaumkronen bedeckten
Wellen der aufgewühlten Ostsee.
Darüber tiefblauer Himmel mit ein paar
dahinziehenden, wattig weißen Schäfchenwolken.
Mit diesem Bild, oder so
ähnlich, präsentierte die Samlandbahn
auf einem Werbeplakat ihre Fahrpläne,
um damit viele Badegäste zum Besuch
der bekannten Badeorte wie Neukuhren,
Rantau, Rauschen, Georgenswalde und
Wamicken zu motivieren. Und das - wie
es schien - mit großem Erfolg. Daher
musste zur Hauptsaison noch so mancher
Sonderzug eingesetzt werden.
Urlaubszeit, Fernweh, Reisezeit und
Sommerferien. Sommerfrische - das
Wort klingt luftig, locker und leicht. Vor
etwa 100 Jahren kam das Urlaubmachen
in Mode, zu Kaiser Wilhelms II. „glorreichen
Zeiten“. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts
wurde der Sommerfrische-Tourismus
zu einem Wirtschaftsfaktor in den
beliebten Ferienregionen an Nord- und
Ostsee, in den Alpen, im Harz, im Thüringer
Wald, im Schwarzwald, im Riesengebirge
und in der Sächsischen Schweiz.
Hotels, Pensionen und Fremdenzimmer
schossen wie Pilze aus dem Boden. Hinzu
kamen Parkanlagen, Wanderwege,
See- und Uferpromenaden, Kursäle und
Badeanstalten.
Dennoch blieb das Privileg „Sommerfrische“
noch lange ein Zeichen des sozialen
Ranges. - Statussymbol derjenigen
„aus gutem Hause“. An der Masse
des Volkes - in Stadt und Land - ging
sie weitgehend vorbei.
Heutzutage sieht das natürlich ganz
anders aus. Denn allerorten bricht die
ungebremste Reisewut aus. Egal wohin
das Fernweh einen auf unserem Erdball
treibt. - Man gönnt sich ja sonst nichts.
Wer aus finanziellen oder gesundheitlichen
Gründen sich diesem Trubel verschließen
muss, kann genauso gut erlebnis-