viel Aufwand der Öffentlichkeit bekannt
gemacht worden. Über die Gustav-Jacobs-Siedlung
in Sternau/Swjosdny
publizierte ich selbst hinreichend. - Frau
Lina Ehrlich in Gilge/Matrossowo, hat
mit ihrem Café von sich reden gemacht,
ebenso wie Frau Trautmann auf dem
großelterlichen landwirtschaftlichen Betrieb
in Annenhof/Rybkino, beide Orte
im Kreis Labiau/Pollessk gelegen.
Dass jedoch im selben Kreis in Mauern/Lomonosowka
seit Jahren ein
Siedlungsprojekt existiert, ist wenig bekannt.
Hans-Ulrich Karalus4 Zielrichtung
war vorrangig die wirtschaftliche
Besserstellung der deutschstämmigen
Neusiedler, indem er für Arbeit sorgte.
Aus der anfänglich kleinen Schreinerei
ist heute ein gutgehendes Sägewerk mit
Bautischlerei geworden. Fenster, Türen,
Treppen, aber auch Möbel sind von guter
Qualität. Es wird bereits an den Export
nach Deutschland gedacht, da sehr
preisgünstig produziert wird. - Fünf solide
gebaute Wohnhäuser sind in teilweiser
Eigenleistung schon fertiggestellt.
Im April vergangenen Jahres ist das Kultur-
und Sozialzentrum eingeweiht worden.
Fotos aus dieser Zeit vermitteln einen
Eindruck von Teilen dieses Zentrums,
dem außerdem eine 200 ha große
Landwirtschaft angegliedert ist. Der
Maschinenpark, aus Deutschland ständig
ergänzt, ist zufriedenstellend. Dasteilweise
zerstörte Drainagesystem wird erneuert,
sodass künftig mit steigenden Emteerträgen
zu rechnen ist. 80 Aussiedlerfamilien
sehen hier eine Hoffnung für
eine dauerhafte Bleibe. Das Siedlungsprojekt
Mauern führt 22 ständige Mitarbeiter.
Der 79-jährige Hans-Ulrich Karalus ist
Vorsitzender des Vereins „Partnerschaft
Ostpreußen e.V.“ in Heppenheim. An
diesem Beispiel wird deutlich, dass derartige
Projekte immer von der Initiative
Einzelner abhängig sind.
In Herzogsrode/Gawrilowo, Kr. Angerapp,
nahe der russisch-polnischen Grenze,
kennzeichnet das „Haus Salem“ (eine
Religionsgemeinschaft) für das dortige
Siedlungszentrum. Den fünf Wohnhäusern
sind Stallungen zugeordnet. Zusätzliche
Keller- und Vorratsräume sind unter
Erdhügeln versteckt, wahrscheinlich
ein Relikt aus früherer Zeit. Ein großes
Kultur- und Gemeinschaftshaus kann
selbst die Insassen eines Touristenbusses
aufnehmen und beköstigen. Leider liegt
die Siedlung im 5-km-Grenzschutzstreifen
und erfordert zum Besuch eine Genehmigung.
Ganz in der Nähe befindet sich
der neue Grenzübergang für russische und
polnische Staatsanghörige.
Die Planungen des Hauses Salem zum
Bau eines Kinderheimes im Raum Drugehnen/Pereslawskoe,
nördlich von Königsberg,
dürften aus den Anfängen hörausgewachsen
sein.
Erwähnenswert ist auch der 420 ha große
landwirtschaftliche Betrieb des David
Krauss in Uhlenhorst/Lipki, Rayon Angerapp/Osjorsk,
in dessen Umkreis sich eine
Kolonie Russlanddeutscher angesiedelt
hat. Der Anbau von Raps, Kartoffeln und
Gemüse kennzeichnet eine intensive Nutzung.
17 Arbeiter haben hier ein gesichertes
Einkommen. Auf meine Frage,
ob er für die 50 ha = 200 Morgen große
Kartoffelanbaufläche eine Vollerntemaschine
habe, antwortete er: „Ja, 50 bis
100 russische Soldaten von der Garnison
Insterburg“. Dafür liefert David
Krauss Kartoffeln, Getreide und Gemüse.
Leider blieb ihm das russische Militär
im Jahre 2000 an die 7.000 Dollar
.
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schuldig, da die finanzierende Bank
bankrott war. Ein schwerer Schlag für
Vater und Sohn Krauss.
Schließlich sollte auch Lina Wild,
Russlanddeutsche, genannt sein, die es
geschickt verstand, gleich mehrere Sponsoren
um Hilfe zu bitten, um ihren Familienclan
in Birkenhöhe/Olchowatka bei
Gr. Waltersdorf in vier Neubauten unterzubringen.
Nachdenklich mag die Nachricht stimmen,
wonach der Russlanddeutsche Steinmetz
aus Sanditten/Lunino (nördlich von
Wehlau) seinen mit viel deutscher Hilfe
aufgebauten landwirtschaftlichen Betrieb
aufgegeben haben soll, um nach Deutschland
überzusiedeln. Dieser Betrieb profitierte
von Spenden, die sicher einen
anderen Zweck verfolgten.
Klaus Wulff
Kühner Straße 20 a
32602 Vlotho
Tel. 05228/71 83
Reise nach Ostpreußen im Sommer 2001
Am
12. Juli 2001 ging die Reise los.
Um 7.00 Uhr morgens stand Andreas
Groß mit seinem kleinen Reisebus „PHÖNIX“
und Anhänger vor unserer Tür und
nahm uns auf. Am späten Nachmittag erreichten
wir die polnische Grenze und
erlebten eine böse Überraschung. Drei
unserer Verwandten besaßen kanadische
Reisepässe und für diese benötigte man
ein polnisches Visum. Das Reisebüro
hatte versäumt, diese zu beantragen.
Nach dreistündiger Verhandlung mit den
Grenzbeamten hieß es für unsere Verwandten:
„Zurück nach Berlin und bei
der polnischen Botschaft ein Visum beantragen“.
Ohne eine Übernachtung in
Berlin war dieses nicht zu machen.
Die restliche Reisegruppe fuhr weiter
nach Stettin, wo wir im „Panorama Hotel“
untergebracht waren. Wir nutzten
die Wartezeit, indem wir uns die Stadt
anschauten. Diese schöne, alte deutsche
Stadt hat die Kriegsschäden weitestgehend
überwunden. Die Burg und der alte
Stadtkern erstrahlten wieder im alten
Glanz. Viele Stettiner werden sich in ihrer
Stadt wiederfinden.
Am Nachmittag des 13. Juli trafen unsere
unfreiwilligen „Berlin-Ausflügler“
bei uns im Hotel ein und so fuhren wir
weiter nach Königsberg. Übermüdet trafen
wir am nächsten Morgen in unserer
alten Landeshauptstadt Königsberg ein.
Das Hotel „BALTICAI“ am Lauther
Mühlenteich war unser Domizil.
Nach einigen Stunden Schlaf fuhren
wir - nachdem wir unsere Reiseleiterin
Galina aufgenommen hatten - nach Bärwalde.
Bei dieser Gelegenheit besichtigten
wir den Dom, dessen Restaurierung
in den letzten Jahren große Fortschritte
gemacht hat. ln einem Turm hat man
ein kleines Museum eingerichtet. In der
unteren Etage war rechts vom Eingang
eine kleine evangelische und links vom
Eingang eine orthodoxe Kapelle untergebracht.
In der evangelischen Kapelle
haben einige deutsche Trauungen und