Full text : Unser Schönes Samland

Zur Erinnerung an die
Königskrönung vor 300 Jahren und
zur Würdigung der Leistungen in
Preußen erschien am 11. Januar 2001
die abgebildete Briefmarke mit dem
preußischen Adler.

Hans-Georg Klemm

"100 Jahre Samlandbahn" und

'100 Jahre Fischhausener Kreisbahn'

-

Eine Ergänzung zu den Heimatbriefen
 Folge 146, 147 und 148

Die Eisenbahn hatte und hat für
viele Menschen eine Faszination.
Früher, weil sie etwas Neues war und
heute sind die alten Dampf-Lokomotiven
 etwas Nostalgisches. Hinzu
kommt der Erinnerungswert an heimatliche
 Begebenheiten. Dementsprechend
 erhielt ich zahlreiche
Zuschriften auf meine Veröffentlichungen
 über die Samlandbahn und
die Fischhausener Kreisbahn.
Ich werde in aller Kürze einige
Auszüge aus diesen Briefen nachtragen,
 soweit sie Informationen von
Bedeutung zu den Bahnen enthalten.
Sie sind den Briefen und Anrufen von
Günter Bombien, Gerhard Brandtner,
Jörg Petzold und Erich Will entnommen.

1. Samlandbahn
Landsmann Will aus Hanshagen-/Kr.
 Pr. Eylau hatte seine Ausbildung
in einem Bauunternehmen, das im

Krieg mit Aufträgen der Reichsbahn
beschäftigt war. So wurden neue
Lokomotivschuppen in Lyck gebaut
und in Königsberg entstanden
Lagerhallen, Stellwerke und zuletzt an
den Bahnhöfen Bunker. Im Kriegseinsatz
 wurden dann von ihm verschiedene
 Bahnstrecken im Samland benutzt.
 Er erinnert sich an die
Unterbringung in einem RAD-Lager
in Charlottenburg, das unmittelbar an
der Samlandbahn lag und berichtet:
“Es bestand sehr reger Zugverkehr in
beiden Richtungen.”
Ein etwas unklarer Punkt in bisherigen
 Veröffentlichungen ist der Zugverkehr
 auf der im Frühjahr 1945 provisorisch
 fertiggestellten Strecke Warnicken-Gr.
 Dirschkeim. Lm. Brandtner
aus Gumbinnen lag im Frühjahr 1945
im Lazarett in Neukuhren, evtl, einem
ehemaligen Kinderheim. Er schreibt:
“Es war zu der Zeit des letzten
Angriffs auf Königsberg (der begann
am 6. April 1945). Wir haben vom
Lazarett aus den Feuerschein gesehen.

Nach etwa 2 Tagen hieß es ‘alle die
gehen können, sollen zum Bahnhof’.
Wir wurden dann mit einem Zug über
Rauschen-Warnicken-Gr. Dirschkeim
nach Pillau gebracht. Der Zug fuhr
sehr langsam. Hinter Warnicken sah
man in eine tiefe Schlucht; ich hatte
den Eindruck, daß die Gleise nur auf
einem Gerüst lagen. Ab Gr. Dirschkeim
 fuhr der Zug dann schneller.”
Dieser Verwundetentransport muß
also etwa am 08. April 1945 erfolgt
sein. Damit ist nachgewiesen, daß die
Strecke Warnicken-Gr. Dirschkeim gegenüber
 anderen Veröffentlichungen,
die nur die Fahrt eines Zuges am 14.
April nennen, öfter befahren wurde.
Herr Petzold, Dresden, der sich
sehr intensiv mit den Kleinbahnen in
Im Februar 1945 erfolgten dann
Verhandlungen zwischen der

Ostpreußen beschäftigt, hat eine
Chronologie der Arbeiten an dieser
Strecke zusammengestellt. Am 4.10.
1936 wurde die Strecke Palmnicken-Gr.
 Dirschkeim eröffnet. Im Herbst
1939 sind die Erdarbeiten zur Weiterführung
 der Strecke von Gr. Dirschkeim-Gr.
 Kuhren-Warnicken fertiggestellt.
 Der Kriegsbeginn verhinderte
den weiteren Ausbau. Im Reichskursbuch
 - gültig ab 03.07.1944 bis auf
weiteres - erscheint erst- und letztmalig
ein Fahrplan dieser Strecke mit dem
Hinweis “Betrieb noch nicht eröffnet”.
In Ostpreußen wußte man es besser:
Im .Amtlichen Taschenfahrplan für
Ostpreußen’ der Reichsbahndirektion
Königsberg (Pr) für dieselbe Zeit
wurde dieser Fahrplan gar nicht erst
aufgenommen.

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(Auszug aus dem Reichskursbuch von 1944 von der Strecke Fischhausen-Warnicken (Archiv: Petzold)

Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft,
der Reichsbahn und dem Generalstab
die Verbindung von Warnicken nach
Gr. Dirschkeim fertigzustellen. Die
Bauarbeiten wurden durch ein
Pionierbatallion, 500 russischen
Kriegsgefangenen und Eisenbahnern
lusgeführt. Wann der erste Zug auf
dieser Strecke fuhr bleibt unklar.

2. Fischhausener Kreisbahn
Lm. Bombien aus Königsberg berichtet,
 daß die Familie aus
Königsberg nach Gaffken geflüchtet
war. Von dort aus wollte seine Mutter
noch einmal nach Königsberg zurück.
Sie fuhren mit dem letzten, im Hbr 148
genannten Zug von Gaffken über
Marienhof nach Königsberg. Dort

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