Object : Unser Schönes Samland

Die Sehnsucht nach der Heimat

holt uns immer wieder heim

ln Sportkleidung und mit nackten Beinen zeigten sich auch die Turnerinnen aus Qermau/Polennen/Linkau. Wer
erkennt sich auf diesem Foto wieder!

Menschen gehen jedoch oft auseinander.
 Was mir als gute Idee erschien, sah
meine Chefin leider ganz anders.
Als wir wieder zur Gartenarbeit
eingeteilt wurden, zog ich mein
Turnzeug unter und beim Wassertragen
 das Kleid einfach aus. Die Idee
war gut! Als ich jedoch fröhlich den
Hang hinauf kam, erwartete mich das
Donnerwetter meiner Chefin: “Schäm’
dich, mit nackten Beinen hier herumzulaufen.
 So etwas gehört sich nicht für
junge Mädchen! Es ist unmoralisch!”

Ja, da stand ich nun mit meiner
guten Idee. Nur verstehen konnte ich
die Moralpredigt beim besten Willen
nicht. Auf dem Sportplatz waren doch
alle Mädchen so gekleidet und dann
waren auch noch die Jungen dabei.
Beim gemeinsamen Sportunterricht
mußte sich keiner schämen. Das sollte
ich verstehen?
Ja, ja, die nackten Beine und die
Moral.
Gertrud Ahrens, gep. Kolletzki,
Stemberg 31,
32805 Horn Bad Meinberg

(Auszug aus einem Reisebericht)
Entgegen meiner Ankündigung im
Heimatbrief 137 aus dem Jahre 1998,
wahrscheinlich letztmalig in Ostpreußen
 gewesen zu sein, unternahmen
 wir (Schwester, Schwager und
ich) abermals im August 2000 eine
Mtägige Pkw-Reise in unser geliebtes
Heimatland.
Die Visa für diese Privatreise besorgte
 unser Bekannter Igor Morosow
mit einer Faxkopie des Reisepasses,
direkt bei der Außenstelle des russischen
 Außenministeriums in Kaliningrad.
 Mit diesen kann man sich 3
Monate im Kaliningrader Gebiet aufhalten.
 Es entfallen somit genauere
Zeitangaben. Nebensächlich sei anzumerken,
 daß die in Kaliningrad ausgestellten
 Visa unkomplizierter und auch
kostengünstiger sind. Vielleicht verbleibt
 diese Art der Einnahmen auch
im Königsberger Gebiet?
An der polnisch/russischen Grenze
 gab es weder bei der Ein- noch bei
der Ausreise längere Wartezeiten (maximal
 40 Minuten).
In Rauschen wurden wir schon von
unserem Bekannten Igor Morosow erwartet,
 der übrigens die deutsche
Sprache in Wort und Schrift perfekt
beherrscht. Somit empfiehlt er sich bestens
 als Reisebegleiter. Seine geschichtlichen
 Kenntnisse über
Ostpreußen brachten uns immer wieder
 in Erstaunen. Ebenso konnten wir
viel Neuzeitliches von ihm erfahren. Er
ist Arzt in Neukuhren. Der Monatsverdienst
 ist karg, 650 Rubel (1 DM =
ca. 12 Rubel). Zusammen mit seiner
Frau, die Ärztin in Kaliningrad ist, hat

das Ehepaar mit 2 Kleinkindern ein
bescheidenes Einkommen. Deshalb
wird ihre saubere, komplette Wohnung,
 die sich in einem Mehrfamilienhaus
 befindet, an deutsche
Landsleute vermietet (deutsches Fernsehprogramm,
 Wohn- und Schlafzimmer,
 Küche und Bad). Bei Bedarf
kann sogar die moderne Waschmaschine
 benutzt werden. Der Preis ist
niedrig. Wir bezahlten im August 2000
mit Halbpension pro Person und Tag
DM 30,—. Einen sicheren Parkplatz
für das Auto hatten wir auch.
Und warum teilen wir Ihnen das
mit? Wir wollen diese junge, sympathische
 Familie unterstützen! Interessenten
 können sich ab 20 Uhr direkt
unter der Telefonnummer 007-01153-33237
 informieren oder sich an meine
Anschrift wenden.

...Viele Besichtigungen und
Ausflüge im Königsberger Gebiet
standen auf unserem Plan. Von
Rauschen über Königsberg-Juditten,
Finken, Rossitten und natürlich in unseren
 Geburtsort Schaaksvitte. Reges
Treiben herrschte hier im Hafengebiet.
Ansonsten das übliche, schlechte
Bild. Miserable Straßen mit großen
Schlaglöchern und die noch vorhandenen
 Gebäude sind dem Verfall preisgegeben,
 einige werden sogar zum
Verkauf angeboten. Das Geländer der
Beek-Brücke war bei unserem Besuch
stark demoliert. Nach Aussage eines
Bewohners hatte dieses ein Bus verursacht
 und war dabei im Beek gelandet.
...In Postnicken, abbiegend in
Richtung Duhnausche Beek/Julien-