ist der westlichste Stützpunkt der
Baltischen Flotte. Das Gebiet um
Pillau ist immer noch Sperrgebiet, das
nur mit besonderer Genehmigung betreten
werden darf (die aber gegen eine
Gebühr erhältlich ist). Ein Teil der
dort stationierten Schiffe macht einen
recht maroden Eindruck.
Gangloffsömmern/Thüringen, der
Geburtsort Thienemanns ist größenmäßig
mit Rossitten vergleichbar, ca.
800 Einwohner, gehört zur Verwaltungsgemeinschaft
Straußfurt, der
Bürgermeister ist ehrenamtlich eingesetzt.
Im Geburtshaus Thienemanns
wohnt ein junger evangelischer Pfarrer,
der nur eine kleine kirchliche
Gemeinde hat. Der Kirchenbau schreit
nach Farbe und nach Renovierung
überhaupt. Finanziell steht die
Gemeinde auf schwachen Füßen.
Ansonsten wirkt der Ort gepflegt
(viele Rentner). Seit 50 Jahren gibt es
ein Kulturhaus mit einem Saal für 300
Personen und einigen Nebenräumen
und Gaststätte.
Im Sömmerdaer Informationsheft
kann man unter Gangloffsömmern folgendes
lesen:
„ In Polen an der Kurischen Nehrung
hat ein Mann die erste
Vogelwarte begründet und gefiederte
Quartiergäste beringt . . . .“ In den
Biologie-Lehrbüchern wird die Vogelberingung
beschrieben, es erfolgen
Literatur:
- Axel Weber, Wasserstraßen und
Schiffahrt in Ostpreußen, in:
Mitteilung Nr. 20 des Canal-Vereins
Rendsburg, 1999;
- Paul Gusovius, Der Landkreis
Samland, Würzburg 1966.
Hans-Georg Klemm
Aussagen über ihre weltweite
Bedeutung, aber kein Wort zum
Begründer!
Ich fand durch meine Arbeit in der
Landesgruppe der LmO und als
Ostpreuße im BdV-Kreisvorstand
Sömmerda Gehör und schließlich
Mitwirkende für die Thienemanm
Ehrung aus Anlaß des 100jährigen
Jubiläums des Bestehens der Vogelwarte
Rossitten.
Wir konnten unser Projekt in die
Ostdeutschen Kulturtage des BdV-Landesverbandes
Thüringen einbetten
(Schirmherr Dr. Bernhard Vogel)
und erhieltemvon hieraus auch finanzielle
Unterstützung, so daß wir alle erforderlichen
Maßnahmen rechtzeitig
einleiten konnten.
Das Programm am 12. Mai d J. sah
folgenden Ablauf vor:
9.00 Uhr Blasmusik
10.00 Uhr Eröffnung und
Begrüßung/G rußworte
10.15 Uhr"
Prof. Dr. Johannes Thienemann und
sein bedeutsames Lebenswerk
Herr Dr. Hinkelmann/Lüneburg
11.30 Uhr Enthüllung der Gedenktafel
zu Ehren von Prof. Dr. Thienemann
Mittagspause
13.00 Uhr Kurische Nehrung als
Brücke des Vogelzugs, DIA-Vortrag
Herr Dietrich Schüz
14.30 Uhr Angewandter Vogelschutz
in Thüringen
Herr Dr. Kaiser Seebach/Mühlhausen
15.00 Uhr Naturschutz als positive
Lebensphilosophie, Filmvortrag
Herr Prof. Heinz Sielmann/München
Weitere Mitwirkende
- Prösetaler Musikanten
- Kirchenchor Gangloffsömmern
- Jagdhornbläsergruppe Anrode
Prof. Heinz Sielmann konnten wir aus
gesundheitlichen Gründen nicht begrüßen,
wir hatten aber rechtzeitig vorgesorgt,
so daß wir mit Hilfe modernster
Technik seinen Videofilm sehen
konnten.
Besonderer Dank gilt Herrn Dr.
Hinkelmann OL-Museum Lüneburg,
Herrn Dietrich Schüz (sein Vater war
der Nachfolger von Thienemann) für
die anschauliche Würdigung der
Leistung Thienemanns, sowie Herrn
Dr. Kaiser, der Rossitten bildlich nach
Thüringen holte. Unterstützt wurden
die Darlegungen durch Dias und eine
Vogelausstellung mit Präparaten, die
noch aus Rossitten stammten (ausgelagert
Vogelschutzwarte Seebach bei
Mühlhausen/Thür.)
Der Höhepunkt war die Enthüllung
der Gedenktafel zu Ehren von Thienemann.
Jagdhornbläser umrahmten
die Feier (Thienemann hielt es am
Grabe seines verstorbenen Freundes
Kolloquium zu Ehren von
Prof. Dr. Johannes Thienemann
auch so). Ich persönlich versuchte mit
den Worten Thienemanns sein Leben
zu kennzeichnen. „Ich bin im Leben
wunderbar geführt worden. Wie oft
türmten sich unüberwindlich Schwierigkeiten
entgegen, aber immer ebneten
sich die Wege wieder, und es wurde
mir das beschert, was ich suchte: innigster
Verkehr in und mit der Natur, wie
sie urwüchsiger und unverfälschter
wohl kaum gedacht werden kann. In
größter Dankbarkeit darf ich auf mein
Leben zurückblicken, denn die
Träume meiner Jugend haben sich erfüllt.“
Mit dem elfjährigen Felix Decker,
dem Urururenkel Thienemanns und
Enkel Carl-Christoph Hilgenfeldt
wurde der feierliche Akt vorgenommen.
Dritter im Bunde war Joachim
Hundt, gebürtig in Gangloffsömmern,
dessen Großvater den berühmten
Sohn des Ortes bei seinen Heimatbesuchen
stets beherbergte. Der
Pfarrer des Ortes betonte, daß bei
Thienemann Wissenschaft und Glaube
keine Gegensätze waren und sprach
den Segen. Der Kirchenchor sang den
Choral „Großer Gott, wir loben Dich
...“ (Diese Worte stehen auf Thienemanns
Grabdenkmal in Rossitten).
„Ich freue mich genauso über die
Ehrung meines Großvaters wie darüber,
daß wir alle hier gemeinsam den
Tag begehen können“, meinte
Hilgenfeldt bei der Enthüllung. Und er
erhielt die Zustimmung aller Teilnehmer.
Die wissenschaftliche Tagung
verfloß mit dem Gedenktag. Beim
Fotografieren sah man erst, wie groß
die Zahl der noch lebenden Familienangehörigen
war, selbst aus Amerika
war jemand erschienen und be-