Full text : Unser Schönes Samland

Elektrizitätswerk und die Gasanstalt.
Die bisher nicht einwandfreien Straßen
 sind zum größten Teil mit schwedischen
 Granit-Reihenpflastersteinen
ausgestattet worden. Dafür allein wurden
 mehr als 1 /4 Million Mark aufgewendet.
 Die Zahl von 2 Badezellen im
Gründungsjahr 1816 hat sich auf 320
im Jahre 1908 erhöht. Schon damals
warb die Badeverwaltung mit einer
900 Meter langen Uferpromenade
zwischen dem Herren-und Familienbad
 im Westen und dem Damenbad im
Osten. Der 5 Meter breite Bohlenbelag
ruhte auf eingemauerten Pfählen und
war mit eleganten Ruhebänken versehen.
 Eine 23 Mann starke Kapelle
unter Leitung des damaligen Musikdirektors
 Winnig spielte täglich 3Mal
abwechselnd im Kurgarten, auf dem
Corso, in der Plantage, im Waldhaus
oder im Fichtenhain und sorgte für die
musikalische Unterhaltung der Badegäste.
 Auf jedem der vorgenannten
Plätze stand ein Musikpavillon.

Interessant noch ein kurzer Blick in
die damalige Badeordnung:
„Das Baden in der See kann nur bei
günstiger Witterung gestattet werden und
sind dazu die Stunden von 6 oder 7 vormittags
 bis 1 Uhr mittags und von 3 bis 6
oder 7 Uhr nachmittags festgesetzt.
Dienstpersonal darf nur die letzten
Abendstunden zum Baden nutzen. “
Welch gesellschaftspolitischer
Wandel hat sich beim Betrachten des
letzten Satzes in den letzten 100
Jahren vollzogen.
Immer wieder erhalte ich Briefe,
die sich auf diese oder jene Themen

der heimatlichen Arbeit beziehen.
Früher habe ich grundsätzlich darauf
geantwortet. Die zurückliegenden
Erkrankungen meiner Frau und meine
Herzbehandlungen haben meine
Leistungsfähigkeit soweit herabgesetzt,
 daß ich heute leider nicht allen
Schreibern antworten kann. Entschuldigen
 Sie bitte mein Schweigen, weil
ich z.Zt. körperlich etwas überfordert
bin, und werten Sie es bitte nicht als
Interessenlosigkeit meinerseits. Nach
wie vor freue ich mich über jeden
Brief, denn sie zeugen von einer
großen heimatlichen Verbundenheit
und einer lebendigen Heimatgemeinschaft.

Heute gebe ich nochmals einen
Hinweis auf das Buch „Frauen in
Königsberg 1945-1948“ (siehe
Heimatbrief 149. Folge S. 27 und 150.
Folge S.19). Frau Barbara Ewert-Köhn
wird am 15./16.09.2001 im „Cap
Polonio“ persönlich anwesend sein.
Sie ist die Tochter der Cranzerin Erna
Ewert, deren Tagebuchaufzeichnungen
 auf stetes Drängen ihrer
Tochter Barbara in dem o.g. Buch veröffentlicht
 wurden. Die „Kulturstiftung
der deutscheft Vertriebenen“ mit
neuer Anschrift „Kaiserstr. 113, 53113
Bonn“ verfügt z.Zt. noch über 20
Exemplare dieses für uns Samländer
so wichtigen Buches. Nach Verkauf
der letzten Exemplare ist die
Herausgabe einer 8. Autlage geplant.
Als Besucher des Heimattreffens in
Pinneberg haben Sie jedoch die
Möglichkeit, das Buch bereits dann bei
Frau Ewert-Köhn zum Preis von
DM 16,80 käuflich zu erwerben.

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■■Hi

Eingangsbereidi der Plantage in Cranz.

Für den Abend des 15.09. habe ich
im letzten Heimatbrief einen Dia-Vortrag
 mit dem Titel „Unser unvergessenes
 Cranz’che“ angekündigt.
Nachdem ich nunmehr im Besitz des
offiziellen Programms des Heimattreffens
 - 50 Jahre Patenschaft - bin,
stelle ich fest, daß die Zeit für den geplanten
 Dia-Vortrag sehr knapp sein
könnte. Die Dia-Serie werde ich auf
jeden Fall vorbereiten. Eine endgültige
Entscheidung, ob und wann ich den
Vortrag halten kann, entscheide ich
erst vor Ort und in gemeinsamer
Absprache mit Ihnen - unseren
Cranzer Besuchern.
Ich hoffe auf einen regen Besuch
und ein zahlreiches Wiedersehen bei
unserem Jubiläumstreffen - 50 Jahre

Patenschaft - und verbinde mit meinen
 Grüßen alle guten Wünsche für
Ihre Gesundheit und Ihr Wohlergehen

Ihr Walter Rosenbaum,
Gerhardstraße 23,
27576 Bremerhaven,
Fernruf 0471/55008

Auch im Namen von
Bruno Radtke,
Hemmstraße 306,
28215 Bremen,
Fernruf 0421/351203

und unseren Frauen.

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