Full text : Wollsteiner Aufsätze

wandte sich direkt an den polnischen Volksrat in Wöllstein
und erwirkte zwischen diesem und dem deutschen Volksrat
eine Übereinkunft, worin beide Seiten die Dörfer Altkloster
(Kaszczor), Mauche (Mochy), Lupitze (Lupice), Friedendorf
(Spokojna) und Fehlen (Wielen Zaobrzanski) als neutral betrachteten
 und weder besetzen noch sonstwie nutzen durften.
Die Deutschen hielten sich jedoch nicht an diese Vereinbarung,
 da die Lebensmittelversorgung der inzwischen eingerichteten
 Grenzschutzeinheiten nicht gesichert war. So kamen
trotzdem jeden Tag deutsche Soldaten nach Mauche und Altkloster
 und requirierten die Butter der dortigen bäuerlichen
Molkereigenossenschaften. Die Polen protestierten vorerst nur
dagegen, da sie ihre Kräfte noch immer nicht genügend aufgebaut
 hatten. Erst nachdem die Verhandlungen der durch den
Spartakusaufstand gelähmten deutschen Regierung mit den
Aufständischen gescheitert und am 8. Januar 1919 auch der
Arbeiter- und Soldatenrat aufgelöst worden war, wurde der
deutsche Grenzschutz aktiver, und das Armeekommando V in
Frankfurt/ Oder ließ man wieder errichten. Die Polen zogen
inzwischen auch die Jahrgänge 1895, 1896, 1900 (seit 4.3.),
und 1901 und 1891 bis 1894 (ab 24.4.) ein. Gleichzeitig bat
man die Franzosen um Hilfe und erließ eine Exportsperre. Ein
am 5. Februar ausgehandelter Waffenstillstand wurde jedoch
nicht eingehalten. Zwei Tage später, am 7. Februar 1919,
rückte eine Abteilung Aufständische unter dem Blotniker Lehrer
 Stanislaw Michalski (Blotnik-Blotnica, im Kirchspiel Priment
 gelegen) von Osten her kommend in Altkloster und
Fehlen ein. Mauche wurde durch fünfzig polnische Aufständische
 unter dem Zugführer Piotr Brychcy besetzt (ein MG., ansonsten
 nur mit Karabinern ausgerüstet), die sich auf dem
Maucher Mühlberg verschanzten. 12