Der Großpolnische Aufstand im südlichen
Kreis Bomst aus „katholischer Sicht“
Über die Ereignisse zur Zeit des Großpolnischen Aufstandes
(1918/20) existiert seit langem eine Broschüre, das die Sichtweise
des evangelischen Pfarrers Emil Hegemann aus der
deutsch-evangelischen Gemeinde Schwenten beschreibt.1 Seine
Schilderungen über den „Freistaat Schwenten,“ den er ins
Leben gerufen haben will, sind bei der örtlichen deutschen
Bevölkerung sehr umstritten. Vielfach hört man, daß dieser
Pfarrer den Trubel, den die Nationalsozialisten um seine Person
machten, sehr genoß und er der Geschichte von Jahr zu
Jahr neue Aspekte hinzufugte.
1 Hegemann, Emil: Der Freistaat Schwenten, oder Deutsche Not und Treue in der
Grenzmark Posen, Prenzlau 1938.
2 Cornberg, Horst von: Die Kirchenbücher der evangelischen Kirche der Provinz
Grenzmark Posen - Westpreußen. Sonderheft der Grenzmärkischen Heimatblätter,
Schönlanke 1934, S. 87
Emil Gustav Hegemann wurde 1894 zum Pfarrer von
Schwenten berufen, nachdem sein Vorgänger Edmund Langheinrich
(1819-1896) zum 1. Oktober 1894 emeritiert wurde.
Zuvor stand er Langheinrich einige Monate als Hilfsprediger
zur Seite, um in sein neues Arbeitsfeld eingearbeitet zu werden.
Hegemann blieb bis zum Jahr 1934 im Amte, aber auch
danach war er in der Gemeinde noch immer eine bestimmende
Größe.2
Ende Dezember 1918 war nach dem Zusammenbruch des
Deutschen Kaiserreiches in Posen - mit französischer Billigung
- ein Aufstand der Polen gegen die deutsche Herrschaft
ausgebrochen, und angesichts der revolutionären Zustände in
Berlin gerieten rasch große Teile der Provinz Posen unter den 5