Jahre 1918-1920.5 Mit der Vertreibung 1945 war dann der
ganze Spuk zu Ende und nur in den Vertriebenenzeitschriften
fand der Freistaat Schwenten noch hin und wieder eine Erwähnung.
5 Steinberg, Werner: Husarenstreich der Weltgeschichte. Leipzig 1940.
In der Geschichte des Freistaates Schwenten werden nur die
polnischen Nachbardörfer Obra und Kiebel am Rande erwähnt,
nicht aber das südlich angrenzende katholische Kirchspiel
Altkloster, bzw. das weiter östlich gelegene Schussenze
(Ciosaniec). Bei Forschungen in Mauche (Mochy) wurde auch
über die Ereignisse zur Zeit des Großpolnischen Aufstandes
gesprochen, doch über einen Freistaat Schwenten wußte man
auch nur aus der Publikation des Pfarrer Hegemann. Es ließ
sich kein Zeitzeuge mehr finden, der bezeugen konnte, daß
das, was der evangelische Pfarrer zu Papier gebracht hatte,
auch Wahrheit entsprach. Aus diesem Grunde sei hier erwähnt,
was man in Mauche (Mochy) und Altkloster
(Kaszczor) noch aus jener Zeit wußte.
Das südlich der Obra gelegene ehemalige Klostergebiet des
Primenter Landes, das die Kirchspiele Priment (Przemet),
Altkloster (Kaszczor) und Schussenze (Ciosaniec) umfaßte
war größtenteils mit katholischen Deutschen besiedelt. Der
östliche - zum Kirchspiel Priment gehörende Teil - war rein
polnisch geprägt. Die bäuerliche Bevölkerung des Primenter
Landes hatte ihren Ursprung in einer seit 1278 erfolgten Ansiedlung
deutscher Kolonisten durch die Zisterzienser von
Schulpforta (bei Naumburg/ Saale), die in Fehlen (später nach
Priment verlegt) eine Filiale gründeten. Erst in der zweiten
Ansiedlungswelle des 17. und 18. Jahrhunderts kamen die
evangelischen Deutschen des Kirchspiels Schwenten ins Königreich
Polen. Dies und der konfessionelle Unterschied hatten
zur Folge, daß es zwischen den Deutschkatholiken und
den protestantischen Deutschen nur sehr wenige Kontakte 8