Full text : Unser Schönes Samland

ge tische hnrchef Jetzt ein russisch-orthodoxes Gotteshaus),
die katholische Hirche (Jetzte/n Orge/saat), das im fjugendstit
erbaute Lüarmbad mit o/erh 25m hohen üJasser-und Aussichtsturm
 und das nurhaus (jetzt zum zen traten Mihtärsanoto -
hum gehörend]. Die gehwege beiderseits der Promenaden -
Allee sind neu gepjtas tert worden. £s wird üb erat/ gebaut
und gewerkett- Die Russen wo/ten ihre tiuiortstadt Svetto -
gorsk wieder so attraktiv machen, daß Jedem Qeschmack.auch
dem a/terver wohn testen Genüge getan werden kann.

Die Strandpromenade, sg?3 von den Russen errichtet, tehnt
sich in etwa an die deutsche Vorgängerin an (heyser/ingkpromenade
 von 490^}, ist Jedoch bret ter und mit 96 i m tanger
und in üetonbau weise ousge/ührt, gicich/a/ts der Jetzt kürzere
 Seesteg. Durch die Venusschtucht führt jetzt eine sehr
breite Treppe mit 26 S Stufen runter zur Strandpromenade,
wegen ihrer riesigen Ausmaße a/s Paradetreppe bezeichnet
Der Blick von oben auf che Strandpromenade mit der Sonnenuhr
 (sie so tt die größte Buropas se/h) und auf die Ostsee
Ist grandios. Dieser Beitrag wird fortgesetzt-58



Meine zweite Fahrt nach Litauen

Jahre 1999 reisten meine Frau
\nnd ich von Rostock mit der Deut-V

<V~Js< "sehen Bahn nach Kiel zum Ostuferhafen,
 von dort sollte es per Fähre nach
Memel/Klaipeda gehen. Die „Kaunas“,
1989 im mecklenburgischen Wismar als
Eisenbahnfähre gebaut und mit 25.606
BRZ ein großer Pott. Um 16.05 Uhr legten
 wir ab und alle Passagiere standen an
der Reling. Bald passieren wir das U-Boot-Denkmal
 Möltenort und das Marine-Ehrenmal
 Laboe, ich nehme die Mütze
 ab und ernte dafür blöde Bemerkungen
 einiger Zeitgenossen.

Auf See empfängt uns ein steifer
Nordost und alles geht in Lee auf das
Promenadendeck. Bis zum Sonnenuntergang
 über Dänemark bleiben wir an Deck,
doch von Rostock-Warnemünde haben
wir nur das Flotel „Neptun“ gesehen. Am
nächsten Morgen weckt uns das Schiff,
es rollt gemächlich hin und her und das
Frühstück ist prima. Ab der Danziger
Bucht sind wir allein und das Meer ist
wie leergefegt. Plötzlich huscht ein
Schatten über das
Schiff, ein Düsenjäger
hat uns aus der Sonne
kommend, lautlos angeflogen.
 Einen Sekundenbruchteil
 später
donnern seine Turbinen
über uns hinweg und
alles schreit: Wo, wo!
Aber da ist er schon
meilenweit fort und ich
konnte keinen Typ erkennen.
 Nach 10 Stunden
 herrlicher Fahrt
liegt Memel vor uns in
der Sonne und alles
filmt. Ein Bus bringt Das Thomas-Mann

uns nach Nidden ins Hotel „Niddener
Sand“, früher Gustav Blöde. Zimmerbezug
 und ab in den Ort, ich erkenne
mein Nidden nicht mehr, nur das Hotel
„Königin Luise“ und die Jugendherberge.
 Daneben stand früher das große Post-Erholungsheim,
 heute ein Parkplatz. Die
Namen beider Hausmütter Frau Schlage
und Frau Bonge waren hugenottischer
Abstammung und selbst der Hausknecht
war ein französischer Kriegsgefangener
mit Namen Marcel.
Am nächsten Tage gehen auf der Bank
die ersten 100 DM gegen 203 Litas fort.
Überall stehen Tische mit Bernstein und
es werden geräucherte Plattfische angeboten,
 aber die stellen sich bald als gespaltene
 Brachsen raus mit vielen Gräten!
 Wir besuchen das „Thomas-Mann-Haus“
 auf dem Schwiegermutterberg,
aber der „Italienblick“ ist schon zugewachsen.
 Das Wetter ist sagenhaft schön
und es duftet nach Harz, Wald und Meer.
Die Kellnerinnen im Hotel sind blutjung,
gertenschlank und haben beängstigend
kurze Röcke, dafür sind die Mahlzeiten

Haus in Nidden im Jahre 1999 Foto: priv. 59