Metadata : Unser Schönes Samland

Kirchspiel Powunden

Liebe Landsleute des ehemaligen Kirchspiels
 Powunden,
ich grüße Sie sehr herzlich und wünsche
 Ihnen eine besinnliche Adventszeit,
ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles
erdenklich Gute, vor allem Gesundheit,
für das Jahr 2007.
Meine besonderen Wünsche gelten den
älteren Landsleuten, die nicht mehr an
unseren jährlichen Treffen teilnehmen
können. Den Kranken wünsche ich baldige
 Genesung.

Liebe Neukuhrener!

Wie

in der letzten Ausgabe dieses
Heimatbriefes angekündigt, möchte
 ich Sie jetzt über meine Reise in die
„verlorene Heimat“ informieren. Begleitet
 wurde ich von meiner Frau und einem
 befreundeten Ehepaar aus Brillit, mit
dem ich bereits 1994 in Königsberg und
Umgebung gewesen bin. Durchgeführt
hat die Fahrt das Busuntemehmen Primo
Reisen Lührs, 21789 Wingst. Wir waren
34 Fahrtteilnehmer, von denen ein großer
 Teil keine Beziehung zu dem nördlichen
 Teil von Ostpreußen hatte und sich
rein informativ an der Fahrt beteiligt hat.
Die Fahrt fand vom 16.08 bis 23.08.2006
statt. Nach einer Zwischenübemachtung
in Reda (ca. 30 km vor Gdingen) erreichten
 wir am zweiten Tag die polnischrussische
 Grenze bei Heiligenbeil. Nach
einem zehnminütigen Aufenthalt auf polnischer
 Seite und einer einstündigen Pass-Wenn

 Sie diese Zeilen lesen, trennen uns
nur noch wenige Monate von unserem
nächsten Kirchspieltreffen, zu dem ich
Sie jetzt schon herzlich einlade. Das Treffen
 findet wieder am letzten Aprilwochenende,
 also am 28./29. April 2007
in unserer Patengemeinde Hüffelsheim
statt.
In heimatlicher Verbundenheit
Ihr Manfred Klein
Wolfgang-Borchert-Str. 52
06126 Halle

kontrolle auf russischer Seite hatten wir
den Grenzübergang problemlos passiert
und wurden bereits von unserer Reiseleiterin
 Tamara erwartet. Sie hat uns auch
während des gesamten Aufenthaltes begleitet
 und betreut. Unser Quartier hatten
 wir in Rauschen im Hotel „Baltica“.
Das Programm des Busunternehmens
begann mit einer Stadtrundfahrt in Königsberg.
 Die Innenstadt ist eine einzige
Baustelle (in der Nähe des Doms). Auffallend
 das totale Verkehrschaos, und im
Innenraum des Doms wird immer noch
gearbeitet! Am Folgetag, einem Sonnabend,
 bin ich dann erstmals nach Neukuhren
 gefahren, während meine Frau die
Busfahrt auf die Kurische Nehrung mitmachen
 wollte.
Abgeholt wurde ich von unserem Hausbewohner
 Alexandr („Sascha“) Makagonov,
 und begleitet hat mich eine Mit-Kreisgemeinschaft

 Fischhausen e.V. im Internet:

www.kreis-fischhausen.de

Vor „unserem" Haus Brüsterorter Siedlung 1 Foio. priv.

arbeiterin der Reiseagentur
BRISEN aus Rauschen.
Ludmilla, eine Germanistikstudentin,
 stand mir als
Dolmetscherin hilfreich zur
Seite.
Erschüttert war ich von
dem, was ich in Neukuhren
vorgefunden habe. In unserem
Haus hat sich seit 1992 (!) fast
nichts verändert. Unsere Hausbewohner
 haben weder ein
Wohnzimmer, noch ein Schlafzimmer,
 noch eine Küche.
Lediglich eine geflieste und
benutzbare Toilette war vorhanden. Abgespielt
 hat sich alles in einem Pavillon,
der sich im Garten befindet. In einem
trostlosen Zustand befindet sich die Ortschaft
 Neukuhren, die heute 10.000 Einwohner
 zählt. Wir haben auf unserem
Rundgang das Museum besucht, das von
einem deutsch sprechenden und sehr
freundlichen Museumsdirektor betreut
wird. Die Anzahl der Exponate hielt sich
in Grenzen. Einen breiten Raum hat man
dem Komponisten Herbert Brust gewidmet.

Als ich an der Wand ein Bild vom
„Borstenstein“ entdeckte, ist der Museumsdirektor
 sofort mit uns zum Lachsbachtal
 gefahren. Nach dem Abstieg
mussten wir den Lachsbach überqueren
(nur noch ein Rinnsaal) und erreichten
schließlich über einen ausgetretenen Pfad
entlang der Bahn den Borstenstein. Nach
63 Jahren (!) stand ich erstmals wieder
vor diesem sagenumwobenen Stein. Wir
sind nach einem kurzen Rundgang durch
den Ort wieder zurückgefahren, weil
Ludmilla um 15 Uhr im Reisebüro arbeiten
 musste. Am nächsten Tag (Sonntag)
 sind meine Frau und ich gemeinsam

mit Sascha nach Neukuhren gefahren und
haben diesmal den Ort genauer unter
„die Lupe“ genommen.
Zunächst mussten wir natürlich bei
Sascha und seiner Frau Antonia frühstücken.
 Einmalig die Gastfreundschaft und
Hilfsbereitschaft der Menschen in dieser
Region!

Unsere „Ortsbesichtigung“ haben wir
bei dem Haus von Emst Böhnke begonnen.
 Es folgte ein Rundgang durch die
Fischer-Siedlung. Die Häuser befinden
sich in einem desolaten Zustand, sind
aber alle bewohnt. Das Haus vom Kaufmann
 Luick bekam gerade ein neues
Dach. Die auf dem Grundstück der Fischerei
 Reese befindliche Fisch-Kolchose
 (Fischfabrik) gibt es nicht mehr. Es
scheint auch keine Fischdampfer mehr
zu geben. Der Hafen war leer. Die im
Bau befindliche Promenade am Strand
vom Hafen aus gesehen, ist genauso weit
wie im Jahre 1998. Nach meinem Dafürhalten
 wird die nie fertig. Das angekündigte
 „5-Steme-Hotel“ besteht aus
einer verlassenen Baugrube, in der sich
einige Bretter und Betonplatten befinden.
Ansonsten nichts! An der Hauptstraße bei 27