Erinnerungsfoto
gewinkt, aber ihre Stimmung war nicht
danach. Also wieder warten.
Plötzlich riss in diesem Moment der
Himmel auf, die Wolken schoben sich
zur Seite, und mittendurch schickte die
Sonne ihre grellen Strahlen auf die Erde.
Sie sah erstaunt zum Himmel. Ja, es war
wirklich schon trocken ringsherum und
hell. Sie packte ihre Einkaufstasche fester
an, reckte sich auf, schien einen halben
Meter größer zu werden und auch
breiter, weil sie ihre Schultern dehnte.
Dann flog ein Lächeln über ihr Gesicht.
Sollte der Bus doch alleine fahren, sie
würde zu Fuß gehen. Und schon war sie
auf dem Weg, leichten Schrittes, die
warmen Sonnenstrahlen im Rücken angenehm
spürend.
Sonne, Sonne, sang sie, welche wunderbare
Macht du doch über uns Menschen
hast.
Marlies Stern
Via 27 Marzo, 65
1-19122 La Spezia
Bäcker Hannutsch
In
Königsberg am Oberhaberberg 61 a
war ein neuer Bäcker eingezogen. Er
war zwar klein nur von Gestalt und hätte
gut zu einem Schneider gepasst, aber er
hatte das große Mundwerk der Berliner!
Er war stets flink und freundlich zu seinen
Kunden und hatte für jeden ein gutes
Wort und ein Lächeln. Er erinnerte
mich immer an den polnischen Schauspieler
und Sänger Jan Kiepura, der wie
viele seiner europäischen Kolleginnen
und Kollegen bei der Ufa, Terra oder
Tobis seinen Weg gemacht hatte. Ich denke
da an Zarah Leander, Marika Rökk,
Johannes Heesters usw.
In seinen kleinen Laden gingen etwa
fünf Stufen hoch, aber es lohnte sich.
Sein Brot war gut, sein Kuchen prima
und seine „Gründonnerstagskringel“ waren
ausgezeichnet!
Der großen Bäckerei Neumann nebenan
war eine echte Konkurrenz entstanden.
Für die hohen vierstöckigen Mietskasernen
gab es aber auch Vor- und Nachteile.
Die zwei Bäckereien nebeneinander erwärmten
mit ihren Öfen die Häuser im
Sommer wie im Winter gleichermaßen
und Wärme und Mehl lockten große
schwarze Küchenschaben, so genannte
„Backeis“ an, die in den Häusern ihr
Unwesen trieben.
Aber was soll’s, der große Krieg streckte
seine gierigen Krallen auch nach jenem
fleißigen Meister aus und er wurde
eingezogen. Hat man je wieder etwas von
ihm gehört, fragt der Kunde Heinz
Bleeck aus Rostock an?
Heinz Bleeck
Erich-Weinert-Str. 37
18059 Rostock
Redaktionsschluss für Folge 166 ist der 10. April 2005
Wer erkennt sich wieder? Auf dem Bild sind die Jahrgänge 1917, 1918 und 1920 einer
Klasse der Palmnicker Berufsschule versammelt. Sie sitzen auf der Treppe vom Seeberg am
Schlosshotel.
Bitte melden bei: Ruth Kosibek, Ottostraße 49, 42289 Wuppertal, Tel.: 0202 - 553 211
1 Bücherecke
„Insider Tipps für das Kaliningrader Gebiet einschl. Kurische Nehrung“
Dieses Exemplar aus der MARCO POLO-Reihe mit Reiseatlas und wirklich hilfreichen
Tipps ist für alle Reisen in den russischen Teil von Ostpreußen sehr zu empfehlen.
Preis 7,95 Euro, ISBN 3-89525-929-2______________________________
Das Buch von Barbara Ewert-Köhn: „Bitteres Brot“ - die verlorenen Seelen Ostpreußens,
ist wieder vorrätig und kann bei der Autorin zum Preis von 14,80 Euro
(zzgl.Porto) bestellt werden:
Barbara Ewert-Köhn, Berthold-Brecht-Straße 13, 18106 Rostock, Tel. 0381-5107230
Als Restauflage ist ein 80 Seiten umfassendes Buch mit Hardcover über die Kindheit
in Westpreußen - in einem Dorf direkt an der Grenze Nähe Elbing - sowie
über Flucht und Aufenthalt in verschiedenen Lagern in Dänemark sowie späte
Übersiedlung nach Schleswig Holstein und Landung im Schwarzwald, noch in einigen
Exemplaren zu haben.
Dieser sehr anschauliche Bericht kann direkt bei der Autorin bezogen werden:
Edith Hoppe, Tel.07720 - 4886 78