Full text : Unser Schönes Samland

Eine gewisse Unsicherheit darüber, wo
genau die ehemalige Arztpraxis meines
Vaters gewesen sein konnte, brachte Frau
Lilia auf einen grandiosen Gedanken. Sie
wusste von einem in Cranz ansässigen
und mit einer russischen Dolmetscherin
verheirateten Deutschen, der uns darüber
vielleicht Auskunft geben könnte. Schon
auf dem Weg zu seinem Haus kam er uns
zufällig auf der Straße entgegen. Und so,
wie auf dem Foto auf der letzten Seite,
machten wir uns mit ihm bekannt. Es war
kein Geringerer als Klaus A. Lunau, allen
 ehemaligen Cranzem und Samlandfreunden
 durch sein Engagement in der
Kreisgemeinschaft Fischhausen e.V.
hinlänglich bekannt. Es gab, wie man
sehen kann, ein großes Hallo, als sich bei
der Begegnung herausstellte, dass Herr
Lunau meinen Vater noch persönlich als
seinen ehemaligen Schulzahnarzt kennengelemt
 hatte. So war es ihm auch ein
Leichtes, uns den richtigen Weg zu Vaters
 alter Praxis zu zeigen. Sie war in
dem schon vermuteten Haus mit den zwei
markanten Türmen unweit des Bahnhofs
auf dem Leninprospekt untergebracht,
einem gut renovierten, stattlichen Gebäude,
 das heute einem städtischen Kindergarten

 als recht noble Unterkunft dient
(s. Seite 49 oben).

Wie kann ich die vielen, ans Herz gehenden
 Eindrücke dieses Tages zusammenfassen?
 Ein wenig Wehmut angesichts
 vieler vom Verfall bedrohter Wohnstätten
 aus deutscher Vergangenheit einschließlich
 meines ehemaligen Elternhauses,
 gepaart mit den Zeichen eines
wiedererstehenden Badeortes mit geschmackvoll
 renovierten Bauten aus alter
 Zeit und schon vielen neuen, zum Teil
prächtigen Privatvillen offenbar recht
wohlhabender russischer Eigentümer.
Besonders angenehm überrascht war ich
von der Offenheit und Herzlichkeit, mit
der uns die russischen Einwohner in ihrer
 heutigen und unserer ehemaligen
Heimat willkommen hießen. Das lässt auf
eine gute Zukunft in den Beziehungen
unserer Völker und vielleicht noch einmal
auf ein frohes Wiedersehen mit Selenogradsk,
 unserem ehemaligen Cranz an
der schönen Samlandküste hoffen.

Gudrun Böttcher
Schnitterweg 57
65375 Oestrich-Winkel

Iß)ir fernen die JKenschen nicht kennen,

wenn sie zu uns kommen;

wir müssen zu ihnen cjehen1 um zu

erfahren,
wie es mit ihnen steht.

ffohann lß)offcjang von hdoethe

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G.DGAR SCHUMRCHGR ' 51