— Liebe Neukuhrener!
Wenn
der Samländische Heimatbrief
„Unser schönes Samland“ der 170.
Folge erscheint, gehört unser 14. Ortstreffen
Neukuhren in Timmendorfer
Strand der Vergangenheit
an. Ich hoffe, dass
ich dann wieder von einer gelungenen
Veranstaltung sprechen
kann. Für die, die in
Timmendorfer Strand nicht
dabei sein konnten, werde ich
in der 171. Folge - III/2006
über den Ablauf unseres alljährlichen
Heimattreffens berichten.
Diesmal möchte ich mich
der Vergangenheit zuwenden
und noch einmal die uns allen
bekannte Samlandbahn in
Erinnerung rufen. Einige von Ihnen werden
in Königsberg eine Schule besucht
und für die tägliche Fahrt zur Schule die
Samlandbahn benutzt haben. Vorwiegend
jedoch benutzte man dieses Verkehrsmittel
für Verwandtenbesuche in Königsberg.
So ist auch meine Mutter mindestens
einmal wöchentlich mit uns Kindern zu
den Großeltern nach Königsberg gefahren.
Die Königsberger wiederum benutzten
die Samlandbahn, um als Sommerfrischler
die Ostseebäder Rauschen und
Neukuhren zu erreichen. Für die Besu-Die
Seeberg Promenade in Neukuhren
eher des Ostseebades Cranz gab es die
Cranzer Bahn, die zwischen dem Königsberger
Nordbahnhof und Cranz verkehrte.
Zudem bestand noch eine Zugverbindung
zwischen Cranz und Neukuhren.In
Gesprächen mit ehemaligen Bewohnern
des Ostseebades Neukuhren haben
wir oft (vergeblich) versucht, uns
die einzelnen Bahnstationen der zwischen
Königsberg und Warnicken
verkehrenden Samlandbahn
in Erinnerung zu
rufen. Als „Hilfestellung“
ist nun ein Fahrplanauszug
vom Sommer 1936 abgedruckt,
dem Sie die einzelnen
Haltestellen der
Samlandbahn entnehmen
können.
Ansicht des Kurhauses in Neukuhren
Die Samlandbahn war
die bedeutendste normalspurige
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Die Bahnlinie Königsberg-Nordbahnhof - Rauschen-Warnicken war die von den Einwohnern Neukuhrens
am häufigsten genutzte Verkehrsanbindung - hier der Fahrplan 120 b vom Sommer 1936.
preußens. Ihr Erscheinungsbild zeigte
kaum Unterschiede zur benachbarten
Königsberg-Cranzer-Eisenbahn, aber sie
war eben eine „Kleinbahn“. Beflügelt
vom Erfolg der Königsberg-Cranzer-Eisenbahn,
die seit 1885 das Ostseebad
Cranz mit der Provinzhauptstadt verbunden
hat, sollten auch die anderen Orte an
der samländischen Ostseeküste für den
Fremdenverkehr erschlossen werden.
Drei Gesellschaften - die Ostpreußische
Kleinbahn AG, die Ostpreußische Südbahn
sowie Lenz & Co. - stellten in den
Jahren 1897 und 1898 Projekte für eine
schmalspurige Kleinbahn vor. Diese zeigten
bereits die Struktur der später tatsächlich
gebauten Strecken von Königsberg
nach Neukuhren und weiter entlang der
Küste bis Warnicken mit einer Zweiglinie
zur Kreisstadt Fischhausen.
Die Gründung der Samland-Aktiengesellschaft
erfolgte 1899. Mit Blick auf
die sich gut rentierende Königsberg-Cranzer
Eisenbahn (KCE) verweigerten
sowohl der Provinzialverband als auch
der preußische Staat eine Beteiligung an
der Samlandbahn. So musste das Anlagekapital
von privater Hand bereitgestellt
werden. Lediglich der Kreis Fischhausen
beteiligte sich an den Grunderwerbskosten.
Am 14. Juli 1900 konnte der ers-