reichte die Zeit wieder nicht.
Nach dem reichhaltigen Frühstück am
Sonntag trennten wir uns gegen Mittag.
Großer Abschied, wir hoffen, dass wir
uns im Jahr 2006 am letzten Wochenende
im August wieder sehen werden.
Flerm Stubbe mit seinem aufmerksamen
und freundlichen Team danken wir alle
ganz herzlich für die gute Bewirtung.
Es grüßt euch herzlichst
Eure Brigitte Profe
Fohlenweg 13
24539 Neumünster
Fuchsberg
Siebe
Fleimatfreunde, meine Besuche
in unserer Heimat Nordostpreußen
werden leider immer seltener. Elm so
erfreulicher ist es, wenn man gelegentlich
aktuelle Berichte von ehemaligen
Ortsbewohnern erhält. - Gerhard Witt,
einst wohnhaft in Fuchsberg/Dichtenwalde,
unternahm mit seiner Ehefrau
eine 16-stündige Bahnreise von Berlin-Lichtenfelde
nach Königsberg. Trotz
Schlafwagen fand Gerhard kaum Schlaf.
Es mögen die Erinnerungen an seine leidvolle
Zeit von Januar 1945 bis Ende November
1947 unter den Sowjets in Ostpreußen
gewesen sein. Seine Mutter starb
im Jahr 1946 qualvoll an Typhus. Gerhard,
damals elfjährig, und seine drei
kleinen Geschwister im Alter von 8, 6
und 4 Jahren waren Vollwaisen geworden.
Der Elfjährige war nun das Familienoberhaupt.
Seine Erlebnisse beschrieb
ich in dem Büchlein „Verlorene Gebor-Das
Wohnhaus Behrend mit Stallanbau gehört zu den ältesten Bauten Fuchsbergs. Seinen Erhalt
verdankt es den jetzigen Bewohnern. Foto: priv.
genheit . Interessierte
können
es bei Gerhard
Witt unter Tel.
0365/42 01 805
bestellen. Ein
Schicksal unter
tausenden!Es ist
schon erstaunlich,
dass trotzdem
das Bedürfnis
besteht, diese
grauenvolle
Zeit noch einmal
durchleben zu
wollen. Schließlich
wurden alte
Wunden wieder
aufgerissen.
Das Ehepaar bezog Quartier im Hotel
Moskwa in der Nähe des Zoos. Bei
der obligatorischen Rundfahrt in Königsberg
registrierte Gerhard viele Geschäftsncubauten.
Besonders beeindruckte ihn
der neu gestaltete Hansaplatz, die orthodoxe
Kathedrale und der mit viel Marmor
versehene Hauptbahnhof. Die früher
im Stadtgebiet von Schlaglöchern
übersäten Straßen sind heute in gutem
Zustand. Putins Besuch anlässlich der
750-Jahresfeier Königsbergs hat hier
Wunder gewirkt. Das gleiche Bild zeigte
sich in den beiden Ostseebädem. In Rauschen
fiel ihm der Hotelneubau „Grand
Palace“ auf.
Das Wohnhaus Eichwald ist verschwunden. An seiner Stelle ist dieser Rohbau
entstanden. Er steht am Ortsausgang Richtung Dichtenwalde. Foto: priv.
mann, einst Poststelle, zeigte sich als
Trümmerhaufen. Die Villa Krüger existiert
nicht mehr, und das Wohnhaus Eichwald
suchte man vergeblich. Dort steht
jetzt ein kleiner Rohbau mit Blechdach.
Die Dorfstraße wirkt typisch russisch. Die
Wohnhäuser Behrend (Schmiede) und
Mietshaus Wenk haben einen neuen Anstrich
erhalten. Hier ist man bemüht, den
Verfall aufzuhalten. Die restlichen noch
stehenden Wohnhäuser Kucklick, Wulff,
Bordiert einschließlich beider Insthäuser,
Stobbe, Altenteil Stobbe, Wenk und
Bojahr/Borchert wirken uralt. Das Kaufhaus
Kahnert, von dem Russlanddeutschen
Stöcklein vor Jahren renoviert,
Diese Entwicklung geht leider an den
ländlichen Gegenden völlig vorbei. Diese
Beobachtung bestätigte sich auch im
Heimatort Fuchsberg. Die Straße von Gr.
Hohenhagen nach Fuchsberg glich einer
Schlaglochpiste. Im Ort sind weitere Lücken
entstanden. Das Wohnhaus Wichzeigt
Spuren von Vandalismus. Seine Besitzungen,
einst Färber und Diester gehörend,
sind intakt. Auch hier Erhaltung
durch Eigeninitiative. Wie lange noch?
Das Dorfsterben war schon bei meinem
ersten Besuch 1990 - damals noch illegal
- erkennbar. Kämpfe fanden 1945 hier
nicht statt, nur Brandschatzungen. Jedoch 37