Full text : Unser Schönes Samland

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Kreistreffen der Fischhausener in Pinneberg

Ob

es an dem schönen, frühherbstlichem
 Wetter lag? Auf jeden
Fall konnten beim Kreistreffen allen Unkenrufen
 zum Trotz dieses Mal Rekordzahlen
 verzeichnet werden: bereits am
Samstag lag die Besucherzahl um ein
Drittel höher als im Vorjahr.

Am Samstagvormittag nutzten viele
Teilnehmer die Stunden für einen Einkaufsbummel,
 andere saßen bereits mit
ihren Freunden und Nachbarn aus den
Ortsgemeinschaften in geselliger Runde
beisammen, und konnten ihre Ortsvertreter
 dort nach der zügig durchgeführten
 Ortsvertretersitzung pünktlich in
Empfang nehmen. Auch im Museum fanden
 sich erste Besucher ein, nicht zuletzt,
um den mit der Eintrittskarte verbundenen
 Gutschein einzulösen - eine Neuerung,
 die aufgrund der Einsparung der
teuren Plastikeintrittskarten aus der Vergangenheit
 möglich wurde und auf großen
 Beifall stieß.

Die am Samstagnachmittag stattfindende
 Dia-Multi-Visions-Show fand so zahlreichen
 Zuspruch und Interesse, dass der
Raum leider nicht alle Zuschauer aufhehmen
 konnte. Die Präsentation in dieser
Form - stehende Bilder in Folge mit im
Hintergrund ablaufenden Kommentaren
- unterscheidet sich auch wohltuend von
den schnellen Schnitten heutiger Dokumentarfilme.
 Hier hatte das Auge Zeit,
die wunderschön fotografierten Bilder aus
dem nördlichen Ostpreußen aufzunehmen
und auf sich wirken zu lassen.

Im VfL-Heim fand zeitgleich unter Leitung
 von Klaus Schulz-Sandhof ein
Gesprächskreis mit Austausch über aktuelle
 Projekte statt, die sich mit geschichtlicher

 Forschung im Samland und der
Recherche in Archiven befassen.

Als um 19 Uhr die Begrüßung durch
den Vorsitzenden Wolfgang Sopha stattfand,
 war der Festsaal gut besetzt - ein
Bild, das wir aus den letzten Jahren gar
nicht mehr kannten und sich auch positiv
 auf die Stimmung auswirkte, eine
Folge der Neuorganisation bei der Raumverteilung.
 Nach der Ehrung eines unserer
 langjährigsten Mitglieder, Frau
Hedwig Biomeyer, die wohl seit der ersten
 Stunde mit dabei ist, begann der Bunte
 Abend.

Einleitend unterhielt uns Klaus A.
Lunau, der zweite Vorsitzende der Kreisgemeinschaft,
 als Conferencier mit
mundartlichen Gedichten und „Jeschichtjens“,
 kleinen Stegreifsketchen und Zaubertricks,
 und brachte damit „Stimmung
in die Bude“. Die musikalische Begleitung
 von Herrn Siegfried Gaude brachte
 die Tanzlustigen in Bewegung und
man konnte spüren, welche Energie doch
in den „alten“, jung gebliebenen Samländem
 steckt, denn die letzten hielten
bis zum Schluss um Mitternacht mit
gleich bleibendem Tempo durch. Respekt,
 davon kann sich manch Jüngerer
noch eine Scheibe abschneiden.

Gut ausgeschlafen konnte für alle Besucher
 am Sonntagmorgen die Feierstunde
 zum Gedenken an Flucht und Vertreibung
 vor 60 Jahren beginnen. Um auch
den ältesten Besuchern unter uns gerecht
zu werden, denen man den weiten Weg
zum Kreissaal nicht zumuten wollte, hatte
 der Vorstand beschlossen, die Feierstunde
 im großen Saal des Cap Polonio
stattfinden zu lassen. Die musikalische

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Gestaltung mit Darbietungen des Pinneberger
 Männergesangsvereins unter Leitung
 von Tilman Wiebe gab der Veranstaltung
 einen würdigen Rahmen.

Herr Sopha konnte in seiner Ansprache
 viele Vertreter aus Politik und Wirtschaft
 des Patenkreises Pinneberg begrüßen,
 die Vorsitzenden befreundeter Vereine
 und zu guter Letzt, russische Gäste
aus Cranz/Selenogradsk.
Herbert Laubstein von der Kreisgemeinschaft
 Königsberg Land überbrachte
 Grüße der Vorsitzenden Gisela
Broschei.
Pastor i. R. Bode hielt eine flammende
 Predigt gegen den Wahnsinn der von
Menschen verursachten Kriege, deren
Folgen dann ganze Völker in Elend und
Verzweiflung stürzen, wie die Ostpreußen
 wohl von allen Deutschen am leidvollsten
 erfahren mussten. Er wies darauf
 hin, dass aufgrund dieser eigenen
schrecklichen Erlebnisse gerade wir
Deutschen in besonderem Maße aufgerufen

 sind, uns für den Frieden in der
Welt einzusetzen.
Der anschließende, etwas zu lange
Festvortrag von Herrn Dr. Henning von

Löwis of Menar zum
Thema „Auf Standortsuche
 in Europa -
Königsberg im EU-Meer“
 befasste sich
mit der politisch komplexen
 Situation Königsbergs
 als westlichster
 Teil Russlands
und der damit einhergehenden
 weltpolitischen
 Bedeutung.
Nach dem Schlusswort
 von Herrn Bernhard
 Lehnert vom
Kreisverband Pinneberg
 des BdV fand die
Foto: Aibers Feierstunde mit dem

Singen des Ostpreußenliedes ihren besinnlichen
 Ausklang.

Am Nachmittag mussten im Museumsgebäude
 nun auch die Letzten, die zuvor
noch nicht dazu gekommen waren, den
obligatorischen „Pilikaller“ zu sich nehmen,
 so dass die Plätze gar nicht reichten,
 und viele Gäste in den lauschigen
Hinterhof ausweichen mussten. Obwohl
die Luft schon herbstlich frisch war,
konnte man sich auf den Sonnenplätzen
ein wenig aufwärmen und die Schäfchenwolken,
 die im Blau zwischen den Bäumen
 vorüber zogen, erinnerten manch
einen an den weiten ostpreußischen Himmel
 seiner Heimat.

Dieses Jahr konnten wir sogar Besucher
aus Australien und West Virginia (USA)
begrüßen, die es sich auch nicht nehmen

Am Sonntagmorgen war der Festsaal des Cap Potonios bis auf den
letzten Platz besetzt.

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