Full text : Unser Schönes Samland

Liebe Heimatfreunde aus Rauschen

und den Schulbezirken Craam, Qeorgenswalde und St. Lorenz!

Vom „Deutschlandtreffen
 der Ostpreußen“
 in Berlin zurückgekehrt
 geht die
Arbeit weiter. Leider
kamen nicht so viele
Landsleute aus unserem
 Bezirk wie bei
früheren Treffen und
wie ich erhofft hatte. Doch mit 41 Personen
 waren wir noch recht gut vertreten.
 Obwohl die Veranstaltung im gewohnten
 Rahmen ablief, schien mir alles
 etwas nüchterner.
Die einzelnen Kreisgemeinschaften
hatten in Halle 2.1 nur je zwei normale
Tische zum Auslegen von ein paar Büchern,
 Heimatbriefen und Erinnerungsstücken.
 An den Wänden konnten nur
leichte Gegenstände befestigt werden und
so fehlten dekorative Namensbänder der
Kreisgemeinschaften.
Wohl aus Kostengründen und weil in
Leipzig zeitweise nur wenig Menschen
in der Halle waren, hatte die Landsmannschaft
 Ostpreußen die Plätze zugeteilt.
Jede Kreisgemeinschaft hatte einen Sitzblock
 mit 100 Plätzen. Diese Platzeinteilung
 war am Samstagvormittag, als
noch keine andere Veranstaltung stattfand,
 zu wenig. Als ich am Samstag um
9.30 Uhr dort eintraf, waren die Tische
größtenteils schon reserviert. Mit Mühe
konnte ich uns noch zwei Tische für ca.
20 Personen belegen. Dadurch reichten
dann zeitweise die Sitzplätze nicht aus.
Ich fürchte, manche Heimatfreunde sind
dann einfach vorbeigelaufen. Das normalisierte
 sich im Laufe des Tages, denn
nach den ersten Gesprächen gingen nun
viele sich die in der Nachbarhalle aufgebauten

 Ausstellungsstände ansehen, um
Erinnerungsstücke einzukaufen. Es gab
dort viel Bernstein, Bücher und Marzipan.
 Sehr bemerkenswert war aber ein
Stand mit alten Bemsteinarbeiten. Diese
wunderbaren Stücke waren von privat für
die Ausstellung zur Verfügung gestellt
worden und wurden vom „Verein zur
Pflege Ostpreußischen Kulturguts“ veranstaltet.
 Andere gingen am Nachmittag
zur Eröffnungsveranstaltung mit Verleihung
 der Kulturpreise.
Der Sonntag begann mit einer „Geistlichen
 Stunde“, die den geplanten ökumenischen
 Gottesdienst ersetzte, und anschließenden
 Ansprachen in der Deutschland-Halle.
 Die Ansprachen von Herrn
v. Gottberg und Herrn Milbradt wurden
begeistert aufgenommen. Das Programm
stand im Ostpreußenblatt. Dadurch herrschte
 vormittags bei den Ortsgemeinschaften
 eine ziemliche Leere. Die Veranstaltung
 ging bis über die Mittagszeit und
danach sind wahrscheinlich schon die
ersten Auswärtigen nach Hause gefahren.
Aus unserem Bereich waren etliche
Teilnehmer zum ersten Mal zu einem
Treffen gekommen und suchten Gesprächspartner,
 die leider nicht immer
gefunden wurden.
Insgesamt lag die Teilnehmerzahl des
Treffens höher als erwartet und es waren
 schöne Tage in Berlin!

Kirchengeschichte
Nach dem Beginn mit der Geschichte der
Kirchen von St. Lorenz, die bis 1929 für
unseren ganzen Bezirk zuständig war,
folgt nun die Entstehung der Kirche in
Rauschen, die dann einen eigenen Kirchensprengel
 bildete.

26

ln den Kurhaus-Kolonnaden an der Steilküste fand 1903 der
erste evangelische CJottesdienst statt Sammlung: Klemm

Es wundert nicht, dass die zunehmende
Einwohner- und Gästezahl von Rauschen
am Beginn des 20. Jahrhunderts sich
auch die Gottesdienste am Ort wünschte,
 um den langen, beschwerlichen Weg
nach St. Lorenz zu vermeiden.

Ostseebad Rauschen baut eine evangelische
 Kirche
Unter den Gästen von
Rauschen befanden
sich auch immer
wieder Pfarrer. Um
nun den religiösen
Bedürfnissen der Badegäste
 nachzukommen,
 fand am 2. August
 1903 zum ersten
Male ein evangelischer
Gottesdienst in Rauschen
 statt, und zwar
in den Kolonnaden
des Kurhauses. Diese
Gottesdienste im Kurhaus
 an der Steilküste
 verbanden die wür­Wenige

 Jahre später kam
der Ort in den Besitz eines
eigenen Gotteshauses. In
den Jahren 1906/07 hatte
sich unter dem Vorsitz des
damaligen Regierungs-Präsidenten
 von Werder aus
Königsberg ein „Verein zur
Fürsorge evangelischen
Gottesdienstes in Rauschen“
gebildet. Diesem Verein gelang die Beschaffung
 namhafter Geldmittel durch
wohltätige Stiftungen und Veranstaltungen
 aller Art1. Es konnte eine Kirche in
sehr schöner Lage im gotischen Stil durch
den Regierungsbaumeister Eschner,
Königsberg, unter Mitarbeit der Architekten
 Kuckuck und Wichmann gebaut werden.


Rauschen - fyrcht

im ersten Winter 1907/08

Sammlung: Klemm
Lage der Kirche über dem Sassauer Tal

dige Gottesverehrung im
Wort mit der göttlichen Allmacht
 in der Natur und waren
 gewiss ein Erlebnis,
auch wenn hier das sakrale
Umfeld fehlte. 27