Object : Unser Schönes Samland

„Sesshaft“ wurde Manfred Schirmacher
 1962 in Bergkamen, wo er als
Ingenieur zum Werk Bergkamen der
Schering-AG berufen wurde. 1963
wurde geheiratet, 1966 wurde das eigene
 Haus bezogen, Ehefrau und Söhne
engagierten sich gleichermaßen für die
Heimatarbeit. 1962 trat Schirmacher in
die DJO-Gruppe „Kant“ in Kamen ein,
wo er außer kulturellen Aktivitäten
(Volkstanz, politische Bildung) 1985
und 1986 verschiedene Jugendlager der
GJO für den „Volksbund deutscher
Kriegsgräber“ leitete. Außerdem war er
lange in den Beiräten für Vertriebenenund
 Flüchtlingsfragen des Kreises Unna
und des Regierungsbezirks Arnsberg
tätig. Die Tätigkeit für den BdV nahm
auch überregionale Form an durch Vorstandsarbeit
 im Kreisverband Unna und
im Regierungsbezirk Arnsberg.
Das Engagement für die Kreisgemeinshaft
 Landkreis Königsberg stand
dabei stets an besonderer Stelle. 1956
nahm Manfred Schirmacher zum ersten
Mal am Kreistreffen in Porta teil. 1958
wurde er von Kreisvertreter Fritz Teichert
 als Jugendbetreuer in den Kreisausschuß
 berufen. Seit 43 Jahren begleitet
 er also die Treffen, seit 41 Jahren
arbeitet er im Kreisausschuß. Seine jahrzehntelange
 Erfahrung ist stets gefragt.
Natürlich sind bereits Auszeichnungen
 erfolgt: 1978 die Silberne
Ehrennadel des BdV, 1985 das Silberne
Ehrenzeichen der Landsmannschaft
Ostpreußen. Zur Verleihung der Ernst-Moritz-Arndt-Medaille
 gratuliert die
Kreisgemeinschaft herzlich.
Manfred Schirmacher war es auch,
der Dr. Bärbel Beutner 1986 für die

Heimatkreisgemeinschaft „warb“. Sie
hatte 1983 den Vorsitz der Kreisgruppe
Unna der Landsmannschaft Ost-, Westpreußen
 und Pommern übernommen,
als der langjährige Vorsitzende Günter
König plötzlich verstarb. In die vielfachen
 Aufgaben dieses Amtes (Landesund
 Bezirkstagungen der Landsmannschaft,
 Anbindung an den BdV, Vertriebenenbeirat,
 Kontaktpflege zu anderen
Gruppen) hatte sie sich soeben erst eingearbeitet,
 als die Heimatkreisgemeinschaft
 hinzukam. Die Wahl in den Kreisausschuß
 erfolgte 1986. Auch hier
mußte sie bald eine Nachfolge antreten,
und zwar die des viel zu früh verstorbenen
 stellvertretenden Kreisvertreters
Herbert Ziesmann. Seine Leistungen
lassen sich auch bei großer Anstrengung
nicht erreichen. Bärbel Beutner bemüht
sich, zumindest den Samlandbrief zu
„bestücken“ und einiges an kulturellen
Aufgaben wahrzunehmen. Die Öffnung
des nördlichen Ostpreußens 1991 verlagerte
 und erweiterte die Arbeit erheblich.

Es sind denn auch die Aktivitäten
für das nördliche Ostpreußen, die den
BdV-Krcisverband Unna veranlaßt haben,
 Bärbel Beutner für die Ernst-Moritz-Arndt-Plakette
 vorzuschlagen, die
am 5. September 1999 am „Tag der Heimat“
 von dem Vorsitzenden des Kreisverbandes
 Karl-Heinz Römer in Gegenwart
 der Bürgermeister-Kandidatin von
Bergkamen, Elsbeth Kiel (CDU), überreicht
 wurde. Regelmäßige Reisen in die
alte Heimat haben zu vielen Kontakten
und Freundschaften mit den Russen geführt.
 Die Sprachkenntnisse sind leider
immer noch anfängerhaft, doch der Rat

des ehemaligen Kreisvertreters Fritz
Löbert, die Sprache zu lernen, wird
beherzigt. Bärbel Beutner setzt sich für
den Kulturaustausch mit den Russen
ein, hält regelmäßig Vorlesungen an
der Universität Kaliningrad, vorwiegend
 über ostpreußische Dichter, und
arbeitet besonders in den literarischen
Gesellschaften, der Agnes-Miegel-Gesellschaft
 und der Internationalen
Ernst-Wiechert-Gesellschaft, viel mit
den russischen Germanisten und Literaten
 zusammen. Besonders am Herzen
 liegt ihr die Restaurierung der

Kirche ihres Heimatdorfes Heiligenwalde.
 Es gibt inzwischen mehr als fünfzehn
 deutsche Initiativen zur Restaurierung
 von Kirchen. Sie halten Kontakt
zueinander und sind erfreut, daß allmählich
 von seiten der Gebietsregierung
 und auch von Moskau aus Unterstützung
 zu erwarten ist. Humanitäre
Hilfe läuft bisher nur auf privater
Ebene, doch auch da soll sich wirkungsvolle
 Zusammenarbeit entwickeln.

Bärbel Beutner (Heiligenwalde)

Pillau - 1 00 Jahre und kerngesund ——

Angeregt durch den Heimatbrief
Folge 143, in dem eine Hundertjährige
 geehrt wird, möchte ich auch
meiner Mutter eine Freude bereiten.
Sie ist geistig noch so mobil und hat
ihren Ehrentag am 14. August 1999
mit Aufgeschlossenheit und Freude
im Kreise etlicher Pillauer Verwandte

Süßigkeiten halten jung: Die 100jährige Erna Warth
hat eine Vorliebe für Fisch und Naschereien.
Auch Musik spielt eine Hauptrolle in ihrem Leben.

und Freunde gefeiert. In einer Rendsburger
 Tageszeitung erschien nachfolgender
 Bericht zu ihrem Ehrentag:

Mit 18 Jahren hat sie schon eine

Sonnenfinsternis zu Beginn des Jahrhunderts

 in Berlin erlebt. Und die erste

Mondlandung 1969 hat sie bei ihren
Nachbarn im Fernsehen begeistert mitverfolgt.

 Fleute feiert Erna Warth, die

im Alten- und Pflegeheim in der Schleswiger

 Chaussee lebt, ihren 100. Geburtstag.



„Wir hatten gute und schlechte

Zeiten", erinnert sich die Jubilarin, die

zwei Weltkriege miterleben mußte. Seit

ihrer Geburt am 14. August 1899 in

Pillau pendelte sie mit ihrer Familie zwischen

 der ostpreußischen Stadt und

Berlin hin und her. Mit 15 Jahren ging

die einzige Tochter von sechs Kindern

alleine in die deutsche Flauptstadt, um

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