Aus anderen Veröffentlichungen aufgespießt...
Im Ostpreußenblatt erschien am
3. Juni 1995, Folge 22, Seite 12 der
Bericht „Die Bischöfe von Samland
(IV)“ von Friedrich Borchert, der
nachfolgend auszugsweise wiedergegeben
wird:
Jacobus von Bludau wurde nach
dem Tod von Bischof Johannes Cläre
1344 von Papst Clemens VI. aus der
Fülle seiner apostolischen Macht persönlich
erwählt und zum Bischof von
Samland bestellt (1344 bis 1358),
ohne daß eine Wahl durch das samländische
Domkapitel, dessen Propst
Jacob war, stattgefunden hatte. Da sich
der Erwählte zu dieser Zeit in Avignon
aufhielt, konnte die Bischofsweihe
dort bereits am 2. November
1344 durch Kardinal Bertrand von
Ostia vorgenommen werden.
Noch vor der Abreise aus Avignon
bewilligte der Papst dem neuen Bischof
mehrere Bittgesuche, die ihn mit
besonderen kirchlichen Vollmachten
ausstatteten. Auf der Reise in seine
Diözese weilte Bischof Jacob Weihnachten
1344 in Marburg, wo er dem
dortigen Deutschordenshaus am 27.
Dezember einen noch heute erhaltenen
Ablaßbrief ausstellte.
Offensichtlich legte er auf seiner
Reise noch mehrere längere Aufenthalte
ein, denn die erste seiner Diözese
ausgefertigte Urkunde datiert erst
vom Januar 1346.
Ungewöhnlich spät verpflichtete
sich Bischof Jacob zur Zahlung der im
Zusammenhang mit der Investitur fälligen
beträchtlichen Servitien, die sonst
Vorbedingung für die Ernennung eines
Elekten waren. Erst im November 1345
erklärte sein Prokurator bei der päpstlichen
Kurie die Übernahme der
Zahlungsverpflichtung.
Von zurückhaltendem Wesen
Bischof Jacob war ein frommer
Mann von zurückhaltendem Wesen,
der so recht für die geistlichen Aufgaben
als Flirte des Bistums geeignet
war. Aus seiner Amtszeit sind keine
Mißhelligkeiten überliefert, sondern
es wird von Werken der sozialen Hilfe
und zur Pflege des Glaubens berichtet.
So gründete er 1354 in Fischhausen
eine fromme Priesterbrüderschaft
zur gegenseitigen Unterstützung in
Not und zur Hebung der kirchlichen
Pflege. Nach den Statuten gehörte zu
ihren Aufgaben die Unterstützung
bedürftiger und kranker Geistlicher.
Zur besseren Erfüllung der kirchlichen
Aufgaben trennte er im Jahr
1352 im Sudauischen Winkel die Gemeinde
Heiligenkreuz von der etwa
entlegenen Muttergemeinde Thierenberg
ab und gab ihr die Selbständigkeit.
Bereits 1350 weihte der Bischof
die neue Kirche in Lichtenhagen ein,
in dem 1304 vom Brandenburger
Komtur Konrad von Lichtenhayn gegründeten
und nach ihm benannten
Dorf südlich von Königsberg. Diese
Kirche war dem Sankt Marienkloster
auf dem Löbenicht zu Königsberg inkorporiert.
Das Kloster hatte der Bischof in
Erinnerung an die siegreiche Schlacht
an der Strebe im Jahr 1348 gegründet.
Es war der heiligen Jungfrau geweiht,
die dem Deutschen Orden vereint mit
den höchsten Mächten des Himmels
im Kampf beigestanden hatte.
Erste Georgenburgum 1350
In die Amtszeit dieses Bischofs
fällt auch die endgültige Aufteilung
der 1274/75 eroberten Landschaft
Nadrauen im Gebiet des oberen
Pregels und seiner Quellflüsse Inster,
Angerapp und Rominte. Am 20.
November 1352 einigten sich Hochmeister
Winrich von Kniprode (1352
bis 1382) und Bischof Jacob von
Bludau auf die Grenzen des bischöflichen
Dritteils des Landes.
Der bischöflich und kapitularische
Anteil erstreckte sich vom oberen
Pregel und der Inster bis tief in den
Graudenwald. In diesem Gebiet hatte
der Bischof bereits vorher Ländereien
verliehen und Dörfer gegründet.
Am Zusammenfluß von Inster und
'Angerapp entstand um 1350 die erste
Georgenburg. Sie wurde als Holz-/Erdeburg
mit Wällen erbaut, aber
bereits 1364 vom Litauerfürsten Kynstut
überfallen und niedergebrannt.
Der Ordenschronist Wigand von Marburg
erwähnt diese Burg als novum
castrum.
Nach der erneuten Zerstörung der
wiederaufgebauten Burg entschloß
sich Bischof Tylo 1385 zum steinernen
Ausbau der Wehranlagen. Diese neue
Georgenburg steht auch heute noch
nach über 600 Jahren als Wahrzeichen
der deutschen Geschichte des Landes
in einer entfremdeten Umgebung.
Über die Herkunft Bischof Jacobs
ist nur wenig bekannt. Er stammte aus
der Familie der Landritter von Bludau.
Diese waren in dem östlich von
Fischhausen gelegenen Dorf Bludau
seit dessen Gründung um 1268 als
Vasallen der samländischen Kirche
ansässig. Woher sie ursprünglich
kamen ist unbekannt. Eine Verbindung
zu der im Ermland erwähnten
Familie gleichen Namens in Bludau
Kreis Braunsberg, ist zu vermuten.
Um 1299 wurde im samländischen
Bistum ein Hermann von Bludau häufig
genannt. Es könnte sich hierbei um
den Vater des Bischofs handeln.
Seinen Bruder „Sanderus de Bludow,
miles ecclesie“ erwähnte der Bischof
selber in zwei Urkunden. Jacob von
Bludau war Priesterbruder des Deutschen
Ordens. Er nannte sich auch als
Bischof immer noch Frater.
Seit 1318 gehörte er dem samländischen
Domkapitel an, dessen Kustos
er 1322 wurde. Seit dem 11. Juli 1334
stand er als Propst über 10 Jahre lang
dem Kapitel vor, dem später auch der
Dichter Tilo von Kulm („Von den sieben
Ingesigeln“) als Domherr angehörte.
Nach 13jähriger erfolgreicher Amtszeit
starb Bischof Jacob von Bludau am
20. Januar 1358 und wurde im Dom zu
Königsberg beigesetzt. Dort befand sich
bis 1945 im Chor vor der Fürstengruft
Herzog Albrechts von Preußen der
Grabstein mit der eingemeißelten Figur
des Verstorbenen, der folgende lateinische
Randinschrift in gotischen Minuskeln
trug:
„m tria.c pone s (exag) inta duo
deme ut Pater hic quint’(us) presul
iacob(us) iacet intus Infave et as quere
deus illius miserere providus in reb’
(us) verax multisq’(ue) diebus.“
Neben der vorausgestellten in
Buchstaben ausgeschriebenen Angabe
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