Ostpreußenfahrt 2000 des Kirchspiels Schaaken
Auch in diesem Jahr fahren wir wieder
nach Ostpreußen. Dazu ist jeder, der
an diesem Land interessiert ist, herzlich
eingeladen.
Die Busreise findet in der Zeit vom
20. bis 30. Mai 2000 statt. Es ist die
schönste Jahreszeit in Ostpreußen.
Die Fahrt beginnt ab Schwelm/
Westf. Über verschiedene Haltepunkte
entlang der Bundesautobahnen A 2/ A
11 bis zum Grenzübergang Stettin/Pomellen
und weiter nach Schneidemühl/
Pila zur Zwischenübernachtung. Weiter
geht es über Marienburg und den poln./
russ. Grenzübergang Heiligenbeil nach
Rauschen/Ostsee mit vier Übernachtungen.
Es folgen Tagesfahrten zur Kurischen
Nehrung, Stadtrundfahrt Königsberg,
Besuch des Soldatenfriedhofs in
Germau und der Bernsteingrube Palm-■
nicken. Außerdem steht ein Tag zur freien
Verfügung, an dem die Heimatorte
aufgesucht werden können.
Am 25. Mai geht es über den russ./
poln. Grenzübergang Pr. Eylau nach
Masuren. In Sensburg werden wir vier
Tage in einem Hotel am Schoßsee wohnen.
Von dort werden Tagesfahrten
nach Heiligelinde, Kruttinnen sowie
eine Dampferfahrt von Niedersee nach
Nikolaiken durchgeführt.
Fahrt im 4-Sterne-Reisebus, Übernachtung
und Halbpension, Ausflüge lt.
Programm, Visagebühren. Reisepaß
(Bei Reiseantritt mindestens 6 Monate
Gültigkeit).
Interessenten melden sich bitte bei:
Herbert Laubstein,
Amselstraße 29, 58285 Gevelsberg,
Telefon/Fax: 0 23 32-8 05 77
Auf nach Wargen
Wir schrieben das Jahr 1940, als
mein Vater von einem heimgekehrten
Soldaten ein gebrauchtes französisches
Sportrad für 20,- Reichsmark kaufte. Er
hatte es wohl in Frankreich „erbeutet“.
Ich war stolz, konnte ich doch nun mein
Kinderrad im Keller lassen und auf 26
Zoll mit Vorbaulenker, Leerlauf und
Felgenbremsen meinen Schulfreunden
imponieren. Von nun an hieß es jeden
Abend trainieren, denn ich wollte, wie
mein Vater, Radrennfahrer werden.
Der Verkehr aus Königsberg hinaus
endete damals praktisch an den Flakkasernen
in Charlottenburg, und so hatten
wir dann die Chausseen fast für uns.
In die Pedalen tretend ging es über
Tannenwalde nach Prowehren zum
Flugplatz, denn hier war immer etwas
los. Besonders hatte es mir die Heinkel
He 111 - ein zweimotoriger mittlerer
Bomber - angetan, und davon standen
hier genug. Die He 111 hing auch als
Papiermodell an einem Bindfaden über
meinem Bett und drehte sich mit jedem
Luftzug. Damals wußte ich noch nicht,
daß er in meiner heutigen Heimatstadt
Rostock-Marienehe gebaut wurde, wofür
Rostock schon 1942 im Luftkrieg
schwer büßen mußte.
Als wir dann mehrere Starts und
Landungen verfolgt hatten, ging es wei52
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ter an Trenk und Katzenblick vorbei
nach Wargen zum Baden. Der Warger
Kirchenteich war ein langes grünes
Gewässer mit Unterwassersicht gleich
Null. Ich ging bis zur Brust hinein und
mein Vater sprang von einem kleinen
Sprungbrett in die „Rhabarbersuppe“.
Nach mehreren Kurven kamen die
Blasen und Wirbel genau auf mich zu,
und wenn ich nicht genau gewußt hätte
es ist der Vater, wäre ich vor dem
„Riesenwels“ wohl ausgerissen.
Erfrischt und vom Baden hungrig,
fuhren wir zum Gasthaus Wargen und
bestellten einen ausgezeichneten Kartoffelsalat,
der fast bis Kriegsende markenfrei,
dann aber ohne Würstchen bei
den Wirtsleuten Tollkien zu haben war
Zwei Königsberger Radsportler 1928 -
Erich Baumeister und 11 i
und vorzüglich mundete. Meistens
saßen wir im Freien mit Blick auf den
Teich, bis uns die Turmuhr der Dorfkirche
an die Heimfahrt nach Königsberg
erinnerte. Der Abschied von hier
fiel uns manches Mal schwer, das lag
nicht nur am vollen Magen. Zurückschauend
sehe ich noch heute, nach
über fünf Jahrzehnten, die Sonne über
Preyl und Wargen untergehen. Wargen
war für uns Großstädter die Idylle im
schönen Samland und sicher oftmals
Zwischenstation für Königsberger Radrennfahrer.
Heinz Bleeck,
Erich-Weinert-Straße 37,
18059 Rostock
Der Königsberger Radrennfahrer Paul Altenberg
1988 53