ren“ Gedanken des 1877 in Fischhausen
geborenen Schriftstellers,
Kunst- und Literaturhistorikers Dr.
Arnold Federmann vor. Er hatte um
die Jahrhundertwende die These vertreten,
daß das Gebiet zwischen Pillau
und Fischhausen „das eigentliche Paradies“
gewesen sei. Der Unterzeichnete
konnte dem nur voll zustimmen.
Als heranwachsender Junge hat er z.B.
den Strand zwischen Lochstädt und
Tenkitten auch als sein „Paradies“
empfunden, ohne die Aussagen von
Dr. Federmann gekannt zu haben.
Den Höhepunkt des Abends bildete
dann die Übergabe der Festschrift
zum 700jährigen Jubiläum. Auf 50
großformatigen Seiten hat Fritz Berger
darin erinnerns- und liebenswertes
aus der langen Geschichte unserer
Heimatstadt zusammengetragen. Aber
auch Schweres und Notvolles - besonders
die Ereignisse, die mit der
Okkupation durch die Rote Armee
geschahen - werden nicht verschwiegen.
Durch die vielen Bilder der Festschrift
wird fast Vergessenes wieder in
Erinnerung gerufen.
Eine gelungene Arbeit, für die wir
sehr dankbar sein können.
Sonntag, 20. Juni 1999, 10 Uhr
Ökumenische Feier und Totenehrung.
Dem Verfasser dieser Zeilen wurde
die ehrenvolle Aufgabe zuteil, dabei
die Predigt zu halten. Er bezog sich
auf die Herrnhuter Losung dieses
Tages: „Was wir gehört haben und wissen
und unsere Väter uns erzählt
haben, das wollen wir nicht verschweigen
ihren Kindern“ (Psalm 78) Unter
dem Thema: „Auf Gott hoffen und
seine Taten nicht vergessen“ entwickelte
er drei Gedanken. 1) Es gibt
Erfahrungen, von denen wissen nur
noch wir. 2) Unsere Aufgabe ist es, sie
weiterzusagen. 3) Wie wir das tun,
wird sich auf unsere Kinder auswirken.
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Mit Gebet - unter besonderem
Gedenken an die Verstorbenen - und
gemeinsamem Vater Unser wurde
diese Feier abgeschlossen. -
Danach überbrachte der Vorsitzende
der Kreisgemeinschaft Louis-Ferdinand
Schwarz seine Grüße und
betonte dabei die gute Zusammenarbeit
mit der Patenstadt Pinneberg
und dem dortigen Samlandmuseum.
Die Aktivitäten der Kreisgemeinschaft
Fischhausen wären vorbildlich innerhalb
der ostpreußischen Landsmannschaft.
-
Eine besondere Note erhielt der
Sonntagvormittag durch den „geistigen
Spaziergang durch Fischhausen“
auf den uns Fritz Berger mitzunehmen
verstand. Straßennamen, Gebäude
und ehemalige Mitbürger wurden genannt.
All das geschah unter lebhaften
Zurufen und Ergänzungen durch die
anwesenden Festteilnehmer. Zu unserer
großen Freude befanden sich unter
ihnen noch etliche Nachkommen der
Genannten.
Der sich daran anschließende Festvortrag
zum 700-Jahr-Jubiläum von
Fritz Berger zeichnete sich aus durch
gewissenhafte Forschungsarbeit, die
der Referent geleistet hatte. Für solch
eine mühevolle Kleinarbeit können
wir nicht dankbar genug sein. Auf
diese Weise bleibt das Andenken an
unsere Heimat unvergessen!
Wir beschlossen dann diesen inhaltsreichen
Vormittag mit dem gemeinsam
gesungenen „Ostpreußenlied“
und der 3. Strophe der Nationalhymne:
„Einigkeit und Recht und
Freiheit“.
Alles in allem eindrucksvolle Jubiläumsfeiertage
die denen, die dabei
waren, im Gedächtnis bleiben werden.
Und wer nicht dabeisein konnte, dem
wollte diese Information ein wenig
vermitteln von dem, was wir in Blankenburg
erlebt haben.
Lucian Jacobi, Pastor i. R. Erfurt
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Unser 700-Jahrjubiläum ist vorüber
und für die verantwortlichen Organisatoren
bleibt die Frage, ob die Veranstaltung
den Erwartungen der Teilnehmer
entsprochen hat?
In Kenntnis des vorangehenden
Berichtes von Lucian Jacobi dürfen
die Verantwortlichen annehmen, daß
die Erwartungen erfüllt wurden.
Als wir vor eineinhalb Jahren die
ersten Schritte für die Jubiläumsfeier
einleiteten, gingen wir von einer Teilnehmerzahl
von 60 Personen aus. Auf
dieser Basis suchten wir eine geeignete
Stätte für die Festtage. Bereits im
ersten Anlauf wurde deutlich, daß wir
mit mindestens 90 Teilnehmern rechnen
mußten. Auch die daraus resultierende
Verschiebung der Feier um drei
Wochen führte zu keiner Verminderung
der Anmeldungen. Aus den Kontakten
zu den ehemaligen Fischhausern
habe ich dann auf eine
Planungsgröße von 120 Personen abgestellt
und lag damit richtig. Die
Möglichkeiten des Tagungshotels gerieten
nun an dessen Grenzen.
Was bleibt? Es gilt den Dank an die
Teilnehmer und all denen zu sagen,
die sich an der Ausgestaltung des
Jubiläums beteiligt haben: Erstellung
der Festschrift, Vorbereitung und
Vortrag der Referate, Bereitstellung
von Ausstellungsgegenständen, Aufbau
und Gestaltung der Ausstellung,
Ausschmückung der Tagungsräume
und bei den vielen kleinen aber für
einen reibungslosen Verlauf so wichtigen
organisatorischen Erfordernissen.
Die finanziellen Probleme einer solchen
Veranstaltung sind im voraus nur
schwer abzuschätzen und der wesentliche
Kostenfaktor war der Druck
unserer Festschrift. Sie wurde und wird
erheblich unter den Erstellungskosten
abgegeben. Dies wurde möglich, weil
der Kreisvorsitzende Louis-Ferdinand
Schwarz der Stadtgemeinschaft für das
Jubiläum einen Zuschuß der Kreisgemeinschaft
Zusagen konnte.
Nicht unerwähnt bleiben soll, daß
die Fischhausener durch Spenden und
Beiträge etwa 70% der aufgelaufenen
Kosten gedeckt haben. Allen Spendern
herzlichen Dank. Das Konto bei
Fritz Berger bleibt nach wie vor offen.
Abschließend hoffe ich, daß unsere
Rauschenfahrer mit neuen Eindrücken
- auch aus unserer Heimatstadt
- zurückkehren und uns im
September 1999 in Pinneberg interessante
Informationen liefern werden.
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