grafie und deutsche Geschichte zum
Lehrplan - wird um eine zweite Fremdsprache
erweitert: meist Englisch, aber
auch Schwedisch, Polnisch oder gar
Spanisch. Mit dem Diplom sind die
Studenten nach fünf Jahren sowohl ausgebildete
Deutschlehrer wie auch Dolmetscher.
Der Schuldienst wird jedoch
kaum angedacht; der Verdienst ist zu
gering. Es werden Beschäftigungen als
Dolmetscher, Sekretärin, Referent oder
im Kulturbereich gesucht. Auch als Aupair-Mädchen
wurden schon Studentinnen
ins Ausland vermittelt. Arbeit zu
finden, ist das größte Problem überhaupt,
außer im schlecht bezahlten
Schuldienst. Es gibt 40000 Arbeitslose.
So kamen die aktuellen Probleme
sehr schnell zur Sprache. Das Existenzminimum
ist auf 100 Rubel festgelegt
- ein Witz bei den Lebenshaltungskosten.
Selbst Universitätsdozenten
mit 800 Rubel monatlich sind
gezwungen, Nebenjobs anzunehmen.
Lebensmittel müssen eingeführt werden,
weil Landwirtschaft und Industrie
brachliegen, und sind entsprechend
teuer. Investitionen im Ausland scheitern
meist an der mangelnden Rechtssicherheit.
Ein böser Vorwurf wurde der
Regierung gemacht, die letztlich nur an
Macht und Gewinn interessiert sei.
Dann ging es erst einmal in die entspannende
und von der verantwortlichen
Dame mit Namen Ludmilla liebevoll
vorbereitete Kaffeepause.
Die letzte Gesprächsrunde beleuchtete
die Hintergründe der heutigen Bedingungen.
Immer wieder wurde der
Kommunismus genannt, der 70 Jahre
lang das russische Volk an Eigenverantwortung
und Initiative gehindert
habe. Eine Bewußtseinsänderung sei
nötig. Die jetzt eingeführte Demokratie
habe sich noch nicht bewährt, denn, so
erklärte eine Studentin, die Menschen
leben im Elend. Gleichzeitig regieren
insgheim immer noch die alten Mächte,
während Sekten und fragwürdige Heilslehren
die Desorientierung ausnutzen.
Dennoch wurden Zukunftsperspektiven
aufgezeigt, Intensivierung der
Partnerschaften und der deutsch-russischen
Begegnungen wurde als wichtigste
Möglichkeit genannt. Vorurteile und
Empfindlichkeiten müssen abgebaut
werden, wozu Louis-Ferdinand Schwan
besonders die jungen Russen aufrief,
die das Erscheinen der Deutschen als
positive Erfahrung multiplizieren sollten.
Die Literatur als Mittel der
Aufarbeitung der Vergangenheit und
der Schilderung der Gegebenheiten
heute wurde genannt, wobei Prof. Dr.
Koptzev als berühmtestes Beispiel Lew
Kopelews „Aufbewahren für alle Zeit“
nannte. Der Austausch der Generationen
und die Vertiefung des Verständnisses
füreinander bleibt eine Brücke in
die Zukunft.
Prof. Dr. Koptzev nannte dieses
Treffen - das nicht das letzte bleiben
sollte - einen wichtigen Punkt auf dem
Wege dorthin.
Ein Blumenstrauß für die beiden
Moderatoren, überreicht von Louis-Ferdinand
Schwarz, beendete den
gelungenen Tag.
Bärbel Beutner (Heiligenwalde)
Hier die Anwesenheitsliste des deutsch-russischen Seminars am 22. Juli 1999
1) Louis-Ferdinand Schwarz, Dissen
2) Brigitte Walzer, Schöneck
3) Silke Hoyer, Hamburg
4) Stephan von Saß, Ostseebad Kühlungsborn
5) Beate Gerlach, Menden
6)
Mella Parshen-Kempfer, Darwin N.T. Australien
7) Wolfgang Weber Rauschen/Swetlogorsk
8)
Achim Kuwert-Behrenz, Emsland
9) Julija Golub, Kaliningrad
10) Natascha Fedjakina, Kaliningrad
11) Tanja Nikitenko, Kaliningrad
12) Natalia Fischer, Kaliningrad
13) Dietrich Huuck, Bordesholm/kiel
14) Aranka Huuck, Westensee/Kiel
15) Gertrud Ahrens, H.-B. Meinberg
16) Dr. Bärbel Beutner, Unna/Westf.
17) Prof. Dr. Iwan Koptzev, Kaliningrad
SCHULTREFFEN ELCHDORF
Vom 21. bis 23. Mai 1999 trafen sich in Wuppertal-Elberfeld
ehemalige Schüler der Schule Elchdorf.
Das Treffen war von unserem Schulkameraden Fritz Schulz und seiner Ehefrau Silvia
hervorragend organisiert worden. Wir erlebten drei wunderschöne, unvergeßliche Tage.
Auf diesem Wege möchten wir Euch, lieber Fritz und Silvia, herzlich danken.
Wir wünschen uns, daß noch weitere Treffen im Kreise
der ehemaligen Schulkameraden folgen.
Im Namen Deiner Schulkameraden:
Irmgard Bürkle-Dettner, Am Stadion II, 77855 Achern