Deutsch-Russisches Seminar in Rauschen
„Ich habe es nicht bereut, an diesem
Seminar teilgenommen zu haben!“ -
„Das war ein sehr interessanter Tag für
mich!“ - „Ich habe viel Neues erfahren
und sehe manches jetzt ganz anders!“
Es war Donnerstag, 22. Juli 1999,
fünf Uhr nachmittags im Ostseebad
Rauschen, heute Swetlogorsk. Eine
Gesprächsrunde mit deutschen und russischen
Teilnehmerinnen und Teilnehmern
jungen und mittleren Alters
saß in einem ansprechenden Konferenzraum
im „Club des Militärsanatoriums“.
Das Tagesseminar über das
Verhältnis von Deutschen und Russen
im Rahmen der „Samländischen Kulturtage“
ging mit einer Auswertung und
mit persönlichen Stellungnahmen zu
Ende.
Der gelungene Tag hatte manche
Vorbereitung erfordert. Schon Monate
vorher gelang es Louis-Ferdinand
Schwarz, Prof. Iwan Koptzev vom
Germanistischen Lehrstuhl der Universität
Kaliningrad für die Leitung des
Seminars zu gewinnen. Am Abend zuvor
fand ein letztes Treffen zur Konzeption
des Tages zwischen Prof. Dr.
Koptzev und Dr. Bärbel Beutner in
Königsberg statt, nachdem die Vorgespräche
zwischen den beiden Moderatoren
telefonisch abgelaufen waren.
Prof. Dr. Koptzev druckte das endgültige
Programm in seinem Computer aus,
das bewußt Freiräume für Diskussionen
und Gedankenaustausch enthielt.
Diese fanden denn auch ausgiebig
statt. In seiner Begrüßung und Eröffnungsansprache
wies Louis-Ferdinand
Schwarz auf die problematische
deutsch-russische Geschichte hin, die in
dem Gebiet Nordostpreußen einen besonderen
Ausdruck findet. Die Aussöhnung
zwischen den beiden Völkern
bekomme hier vor Ort ein Gewicht, das
dieser Gegend eine eigene historische
Bedeutung zumesse: Königsberg und
Nordostpreußen als Stätte der Begegnung
und als Drehscheibe zwischen Ost
und West.
Dass diese Samländischen Kulturtage
und dieses Seminar stattfinden
könnten, sei schon die Frucht einer langen,
positiven Zusammenarbeit zwischen
den heute hier lebenden Russen
und den früher hier lebenden Deutschen.
Seit 1991 sind die Deutschen
gern gesehene und freundlich aufgenommene
Gäste, so Schwarz, und russische
Freunde besuchen die Treffen in
Westdeutschland. Bereits 1993 fand ein
Treffen der Samländer in Rauschen
statt, und diese Kulturtage sind ein weiterer
Schritt in Richtung Kulturaustausch.
Gerade junge Menschen sollen
angesprochen und eingebunden
werden, denn sie sind die Zukunft.
Das Seminar begann mit einer
Vorstellungsrunde, nachdem Louis-Ferdinand
Schwarz den beiden Moderatoren
für ihre Bereitschaft, diese
Aufgabe zu übernehmen, gedankt hatte.
Vier Studentinnen von der Kaliningrader
Universität waren anwesend, auf
deutscher Seite nahmen fünf junge
Leute teil, eine Teilnehmerin aus Australien
konnte begrüßt werden sowie
einige Flerrschaften mittleren Alters.
Die persönlichen Gründe für die Teilnahme
waren unterschiedlich. Die
Eltern oder Großeltern waren gebürtige
Ostpreußen, die älteren Personen waren
teilweise in der Vertriebenenarbeit und
nun vor Ort bei der humanitären Hilfe
engagiert, und die russischen Studentinnen
der Germanistik besuchten das
Interessierte Teilnehmer Die deutsch-russische Qruppe vor dem Clubhaus des Militärsanatoriums in Rauschen
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