gemeinschaft mündlich ab. Notwendige
schriftliche Nachrichten mußten bis zur
nächsten Poststation gebracht werden,
also z. B. von Palmnicken nach Fischhausen
oder von Rauschen nach Mülsen.
Bleibt zu erwähnen, daß die Kosten
der Briefbeförderung gegenüber heute
sehr hoch waren.
Ende 1817 wurden in Preußen die
ersten Poststempel eingeführt. Ein solcher
Stempel ist im Samland nur vom
Postamt Pillau bekannt. Die Postwärterei
in Fischhausen erhielt ca. 1825 einen
zweizeiligen Stempel, der ähnlich war.
1833 bewirkte der Bau der Kunststraße
von Königsberg über Interburg nach
Tilsit, daß die Postroute nach Memel
dorthin verlegt und die über die
Kurische Nehrung aufgehoben wurde.
Mit der Inbetriebnahme der Ostbahn
wurde auch der Postcours über die
Frische Nehrung bedeutungslos. Andere
Course wurden den wirtschaftlichen
Erfordernissen, dem Wegebau und dem
Verlauf der Eisenbahn angepaßt.
Bis 1850 hatte sich auch im Samland
das Postnetz verdichtet. Es bestanden
Postanstalten in Cranz, Cumehnen.
Mülsen, Neukuhren, Ottenhagen, Pogauen,
Rossitten, Schaaken, Schaaksvitte,
Waldau und Widitten. Ebenfalls
1850 wurden in Preußen die ersten
Briefmarken eingeführt. Bis 1880 war
die Zahl der Postanstalten bereits auf 28
und 1900 auf 31 angewachsen, wobei
neben der Neueröffnung auch Schließungen
zu berücksichtigen sind. Immerhin
erfolgte in dieser Zeit die 1. Ausdehnung
des Postnetzes auf das eplatte
Lande um die Wegeleistung der Landpostboten
zu verringern. In diese Zeit
fällt auch die Einführung der Jahreszahl
Ausschnitt aus der Postroutenkarte von 1829
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in den Poststempeln und die Ausrüstung
der Stempel mit verstellbarem
Datum.
Die Einrichtung von weiteren Postanstalten
ging nach der Jahrhundertwende
mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes
und verbesserter Wirtschaftleistung
einher. Ein großer Aufbruch erfolgte
nach 1928 mit der Einführung der
Landkraftpost. In kleineren Orten wurden
Poststellen eingerichtet, denen die
Post mit Kraftwagen angeliefert wurde,
die auch die aufgelieferte Post mitnahmen.
Dadurch wurde die Zustellung
auf dem Lande wesentlich verbessert.
Die Briefträger hatten kürzere Wege zurückzulegen
und den Empfängern wurde
die Post zweimal täglich zugestellt.
Dieses System wurde mit kriegsbedingten
Einschränkungen bis 1945 beibehalten.
Ende 1944 hatte der Kreis Samland
rund 120 Postanstalten, die sich in die
Kategorien Postämter, Zweigpostämter,
Poststellen I, Poststellen II und Posthilfsstellen
gliederten.
Die Karte auf Seite 19 zeigt sämtliche
Orte mit Postanstalten, die es in den
beiden Samland-Kreisen je gegeben hat.
Zum Teil wurde die Post in einzelnen
Orten ganz geschlossen oder in andere
Orte verlegt. Weitere Orte wurden seit
der Jahrhundertwende mit ihrer Post
nach Königsberg (Pr) eingegliedert. Von
den Postanstalten der genannten Orte
liegen mir Angaben über Eröffnung und
Schließung, über Umstufungen und Ergänzungen
der Amtsbezeichnung sowie
über die Einrichtung des Fernsprechverkehrs
vor.
Es sprengt den Rahmen dieses Heftes,
wenn hier auf die Post in einzelnen
Orten oder auf die Besonderheiten der 17