Metadata : Unser Schönes Samland

fried Zigann aus Sorgenau, vorstellte.
Ernst Giesebrecht überreichte dem
scheidenden Obmann mit Worten des
Dankes für seinen langjährigen Einsatz
das gewichtige Buch „Bernstein, Tränen
der Götter“; ein kostbares und sinnvolles
 Abschiedsgeschenk. Für Siegfried
Zigann in seiner künftigen Arbeit viel
Freude und Glück dazu!
Bevor der festliche Teil des Tages
gestaltet wurde, gedachten wir in einer
Schweigeminute jener Toten, die wir in
den vergangenen zwölf Monaten zu beklagen
 hatten. Besonders bekannt war
allen die stets temperamentvolle Editha
Pluntke, geb. Schröder aus Kl. Hubnicken,
 die über viele Jahre die Geburtstagsliste
 geführt hat. Vor einem

Jahr noch hatte sie, interessiert an allem
und jedem, voller Hoffnung und guten
Mutes trotz der schweren Krankheit,
das Treffen genossen. Auch sie wird uns
sehr fehlen. Ihre landsmannschaftliche
Aufgabe wird Hanni Wittke-Lenczewski
 weiterführen.
Einen kurzen Überblick über den
derzeitigen Zustand Palmnickens gab
Ernst Giesebrecht. Das Lehnert’sche
Haus beherbergt nun ein Museum, eine
Bücherei, Cafe und künftig auch Übernachtungsmöglichkeiten.

Im Programm ging es dann weiter
mit dem gemeinsam gesungenen „Land
der dunklen Wälder“ und zu Gehör
gebrachten Gedichten über Ostseestrand,
 Bernstein on Föschwiewer, Pomuchelsköpp

 on glubsche Näse, über
das einfache Leben daheim; vorgetragen
 von Eva Pultke, Erika Joppien,
Ruth Kecker. Karla Neumann trat als
Solistin mutig vors Mikrophon, durch
das sie in zartem Gesang das Samlandlied
 schickte; sie bekam besonderen
 Beifall. Hilla Mazath las ein eigenes
Gedicht „Duchen“ vor, anrührend, herzerwärmend,
 liebevoll. Arno Heppner,
Troubadour für „Ännchen von Tharau“
in der samländischen Fassung, wurde
ebenfalls für seine Darbietung beklatscht.

Gemeinsam zogen Eva Pultke und
Karla Neumann in einer kurzen Bühnenszene
 alle Blicke und Ohren auf
sich. Verkleidet als Königsberger Handelsfrauen
 gelang es ihnen uns zu
erfreuen.
Viele einzelne Komponenten, von
den Ideen über die Vorbereitungen zu
den Ausführungen setzten sich wie
Mosaiksteinchen zu einem Ganzen zusammen
 und betonten die Bedeutung
dieses Festes. Es zeigte sich wieder einmal,
 daß wir - so verschieden unsere
Leben auch sind - in der Heimatliebe
eine Einheit bilden.
Das Konzept für die Gestaltung kam
von Hanni Wittke, die auch durch das
Programm und unauffällig Regie führte.
Allen tleißigen Händen und allen,
die mit Kopf und Herz Sinnvolles erdacht
 und dargestellt hatten, sei auch an
dieser Stelle nochmals herzlich gedankt.

Als 20. Bernsteinkönigin erfaßte das
Glück Edith Hillmann, geb. Gehrau aus
der Familie Morr, Bardau. Mit Glückwünschen,
 Blumen, Sekt und vor allem

einem schönen Bernsteinanhänger
wurde die neue Königin gefeiert.
„Achtung, Kamera!“ hieß es wieder und
die Blitzlichter flammten auf.
Unsere Harmonikafreunde sorgten
dann für eine gelockerte Atmosphäre.
Es durfte getanzt, geschabbert und
gelacht werden. Mit viel Freude und
Staunen wurden auch diesmal wieder
ganz alte Aufnahmen aus unbeschwerten
 Jugendtagen gezeigt und ausgetauscht.
 Die Fröhlichkeit setzte sich für
einige von uns bis weit nach Mitternacht
 fort.
Am Sonntagvormittag erwarteten
wir unseren Pfarrer J. Kramp, der uns
aber im Stich ließ. So zelebrierte
Günther Glauß eine Andacht, Ernst
von Gerlach las in plattdeutsch die
„Hochzeit zu Kana“ und mit einem
geistlichen Lied schlossen wir die
Andacht ab.
Resümee dieser beiden Tage:
Ungebrochen in unserer Tradition
leben wir immer noch mit historischem
Sinn und die Nostalgie keimt in den
Kulissen. Es ist wohl des Ostpreußen
Bestes, daß er sich nicht aufgibt, daß er
den Mut und die Kraft hat, er selbst zu
sein.
Wir sehen uns hoffentlich wieder
am 8. und 9. April im Jahre 2000.
Bis dahin bewahrt Euch Eure
Heimatliebe und Eure Gesundheit

Herzlich grüßt Euch
Ruth Ganser, geb. Kecker. 45