blieb, während die alten Eltern bis zu ihrem Lebensende in
Kaszczor (Altkloster) blieben. Diese beiden Beispiele zeigen
deutlich, daß sofort mit dem Entstehen Polens die Familien
hüben wie drüben geteilt wurden.
Viele Jugendliche oder ganze Familien verließen bereits jetzt
bewußt das polnische Gebiet, weil sie nicht in einem polnischen
Staat leben wollten. Eine Gefahr für junge Deutsche
bestand darin, daß die polnische Verwaltung die Deutschen
aufforderte, für die neue Staatsangehörigkeit zu optieren.
Damit wären sie automatisch wehrpflichtig geworden für einen
Krieg mit Rußland und dann noch für einen fremden
Staat. Hierzu hatte nach den harten vier Jahren Weltkrieg keiner
mehr Lust. Aus dieser Verweigerungshaltung - der Ablehnung
der polnischen Staatsangehörigkeit - drehte man diesen
Personen später einen Strick und wies sie aus.
Viele Deutsche waren nicht bereit in Polen zu bleiben, ebenso
wie viele Polen in ihr Gelobtes Land zurückkehren wollten.
Die polnische Regierung versprach allen Polen reichlich Land,
Vieh, Vergünstigungen etc., so daß sehr viele Polen Deutschland
verließen. Die vor allem im Raum Berlin und Ruhrgebiet
verbleibenden Polen entschieden sich für Deutschland, für die
wirtschaftlich bessere Region und wurden zu Deutschen, so
daß es heute viele Deutsche mit polnischen Namen gibt. Die
Menge der Umsiedler wurde staatlicherseits organisiert. Es
handelt sich um die sogenannten Optanten, also Personen, die
sich für Deutschland oder für Polen entschieden. Um dies bewerkstelligen
zu können entstanden regelrechte Tauschbörsen,
auf denen ein Hof in Deutschland gegen einen in Polen getauscht
wurde. Diese Entwicklung ist sehr deutlich vor allem
in Lache zu sehen. Dieses einst rein deutsche Dorf hatte seit
der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen immer stärker
wachsenden Anteil von polnischer Bevölkerung, die die Lük- 27