Full text : Wollsteiner Aufsätze

doch anzunehmen, daß sich die Lage besserte, denn zwei Jahre
später erfolgte die nächste Schenkung. Im Jahre 1311 wurde
der Klosterkonvent errichtet und der erste reguläre Abt gewählt.


Eine Generation später, im Jahre 1336, erhält das Kloster Mariensee
 einen erheblichen Gebietszuwachs durch die Schenkung
 des Gutes und Dorfes Swos (bei Glogau) durch die Niederschlesier,
 die offensichtlich einen neuerlichen Versuch der
Ostexpansion starteten. Dieses Mal war der Gebietszuwachs
offensichtlich derart lukrativ, daß die Mönche beschlossen,
nach Schlesien überzusiedeln. Bereits 1337 holten sie sich die
Erlaubnis dazu von dem böhmischen König, der gleichzeitig
Herr über Schlesien war.
Diese Entwicklung mußte natürlich die Großpolen auf den
Plan rufen. Seit einigen Jahren war es den kujawischen Piasten
 gelungen, die polnischen Teilgebiete - bis auf Schlesien -
zu vereinigen und sich zu Königen von Polen zu erheben. Der
amtierende König Kazmierz (Kasimir) DL, Wielki (der Große),
 wandte sich u.a. daher dem umstrittenen Grenzgebiet nach
Schlesien zu und erobert 1343 das Fraustädter Ländchen, das
zum Burgbezirk von Priment gehört hatte, aber unter der Herrschaft
 der Herzöge von Glogau stand.
In dem südlichen Raum des Burgbezirkes Priment hatte sich
durch Förderung der Niederschlesier Mitte des 13. Jahrhunderts
 die Stadt Fraustadt (Wschowa) entwickelt, die verkehrsgünstig
 lag und auch wirtschaftlich expandieren konnte - ganz
im Gegensatz zur Stadt Priment, die durch ihre militärische
Gunstlage im Sumpf wirtschaftlich abgeschnitten war. König
Kasimir erhob Fraustadt nach der Eroberung zur königlichen
Stadt und verlieh ihr eine Reihe von Privilegien, so daß sie
sich in der Folgezeit noch besser entwickeln konnte, zumal
nach dieser letzten Eroberung die Ostgrenze Polens (auch
vertraglich) endgültig befriedet war. 42