Full text : Wollsteiner Aufsätze

ken der in den Westen abgewanderten Bauernsöhne füllten,
und sich u.a. auch in Lache ansiedelten, arbeiteten und Land
erwarben. Mit dem Jahr 1919 war dann dieser Trend gestoppt
und die Polen entschieden sich, ihr Land zu tauschen. So kamen
 u.a. die Mancher Familien Napierala und Starzonek von
Mochy (Mauche) nach Lache. Die Familien Willibald Durek,
Alois Stempin/ Piotrowski, Linus Furmanek und Dudek wechselten
 von Mochy nach Lupitze., um nur einmal die Maucher
Familien zu nennen. Nach Schussenze kamen in etwas späterer
 Zeit die Familien Alois Jakubowski und Petter. Nur um
einmal das Ausmaß dieser ersten Abwanderung und Verdrängung
 zu zeigen, sei hier erwähnt, daß in Mauche (Mochy) -
nach 1919 - 85 Familien nicht mehr in den Kirchenbüchern
genannt werden. Nur von den wenigsten ist noch bekannt,
wohin sie gingen und was aus ihnen wurde. Erwähnt seien
hier einige Beispiele: der Gastwirt Raphael Starzonek verkaufte
 seine Wirtschaft und zog in den Kreis Sprottau, der Maurer
Franz Spragala verließ Polen heimlich, da man ihm seine Lebensgrundlage,
 die Arbeit, entzog und allerlei Ärger bereitete.
Andere Familien zog es weiter in den Westen, in die klassischen
 Arbeitsziele jener Zeit. Da die wirtschaftliche Lage in
Polen nicht sehr gut war und Deutsche überall benachteiligt
wurden, verließen viele jungen Leute bis 1939 Polen. So bluteten
 viele Familien regelrecht aus. Drei von fünf Kindern des
Dachdeckers Paul Spragala aus Kaszczor (Altkloster) verließen
 Polen über die grüne Grenze. Bei der Familie Xaver
Sprungala aus Mochy war der Sohn in den Westen gegangen,
so daß man den Hof auf die Tochter übertragen mußte, etc.
etc. Man könnte noch viele solche Beispiele nennen.

Neben der Aktion der Optanten gab es noch eine weitere sehr
einfache Möglichkeit, Deutsche los zu werden. Der neue Staat
kündigte nämlich sämtliche Verträge mit den Deutschen. So
wurden Pachtverträge auf Krongütern nicht erneuert, Erbzins- 28