mission empfangen zu können. Als erstes traf der Wagen der
japanischen Delegation ein. Der evangelische Vincenthorster
Bauer Emst Ebert8 meinte zu den Umstehenden: „Laßt die mal
erst durch. Das sind die Polen“ Er hatte die rot-weiße japanische
Standarte mit den Farben Polens verwechselt. Im Gasthof
versammelte man sich dann, doch alles Bitten und Protestieren
nutzte nichts, die Franzosen setzen es durch, daß sowohl
Mauche als auch Vincenthorst zu Polen kamen, wie es das
Abkommen auf Status Quo-Basis vorsah. Eine weitere Anekdote
am Rande ist noch überliefert. Man wandte sich vor allem
an den deutschfreundlichen japanischen Delegierten und
klagte über die Gefahren, die den Deutschen durch die Polen
drohen würde. Jener beruhigte die erregten Bauern mit den
Worten, sie sollten sich keine großen Sorgen machen, dieser
Friede sei nicht von langer Dauer. Er gebe dem neuen polnischen
Staat keine zwanzig Jahre, dann sei Mauche auch wieder
deutsch.
8 Er fiel mit dem letzten Aufgebot des Volkssturms im Zweiten Weltkrieg, seine Familie
flüchtete im Januar 1945 mit den Wollsteinem vor den Russen und lebte nach
dem Krieg in Medingen bei Bad Bevensen.
Bereits 1920 hatte der junge neu erstandene polnische Staat
große Probleme. Man hatte nicht nur die Grenze nach Westen
auf kriegerische Weise ausdehnen wollen, sondern auch nach
Osten und war so mit der Sowjetunion in einen Kriegszustand
geraten. Die gerade erst aufgestellte Armee brauchte schnell
viele, möglichst erfahrene Soldaten, wozu man besonders gern
auf Weltkriegsteilnehmer zurückgriff. Der polnische Probst
von Priment rief von der Kanzel herab die Jugend auf, sich
freiwillig zur Rettung des Vaterlandes im Kampf gegen die
Bolschewisten zu melden. Der Probst von Altkloster weigerte
sich einen ähnlichen Aufruf zu starten, was man ihm sehr übel
nahm. Die Deutschen meldeten sich daher auch nicht zum
neuerlichen Kriegsdienst, da sie nicht bereit waren, sich für 16