haltung der freundschaftlichen Beziehungen
und die Förderung guter Nachbarschaft
zwischen den Menschen der heranwachsenden
Generation.
Der Vorsitzende der Stadtverwaltung der
Stadt Swetlogorsk berichtete, dass der
Tourismus in der Stadt in jüngster Zeit
zu florieren begann, wodurch positive
Impulse für eine Entwicklung der Stadt
gesetzt würden; überdies berichtete er
von Plänen der Gründung eines Heimatkundemuseums.
Als Geschenk wurde
ihm ein Datenträger mit Abbildungen von
Samland übeneicht.
Ostsee-Heimatkundler bedauerten sehr,
dass in absehbarer Zeit die Gründung
eines historischen Museums in unserer
Stadt nicht vorgesehen ist.
von Eva Schalaginova
und Svetlana Jakimova
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Samländische Kulturwoche
Fortsetzung des Reiseberichtes in Folge
164 von Gert Utschakowski:
Dienstag, der 17. August 2004 war unser
erster Aufenthaltstag in Rauschen, der
von den einzelnen Reiseteilnehmem, die
sich zu kleinen Gruppen zusammengeschlossen
hatten, individuell genutzt
wurde. Für eine 7-er Gruppe, drei Fischhausener
und vier Kallener Landsleute,
stand unser Bus mit dem Busfahrer und
unserem Reiseleiter Herrn Radmer zur
freien Verfügung. Das ehemalige Rittergut
Rallen und unsere alte Kreisstadt
Fischhausen sollten eingehend besichtigt
werden.
Die Führung übernahm dabei der in
den letzten drei Jahren vor Kriegsende
in Rallen als Gutsrendant tätig gewesene
Werner Nagel, der fünf Jahre zuvor
bereits seine engere Heimat besucht hatte.
Von Rauschen über Germau und
Polennen steuerten wir zunächst das Kalten
benachbarte Gut Compehnen an, wo
wir im langsamen Tempo vorbeifuhren.
Außer einem verfallenen Pferdestall gab
es nur Bäume, Büsche und Unkraut, die
das Gelände zudeckten. Dieser Eindruck
war sehr deprimierend. Ich bediene mich
hierbei und im Folgenden einiger Textstellen
aus dem Reisebericht von Werner
Nagel, der mir das ausdrücklich zugebilligt
hat.
In langsamer Fahrt fuhren wir auf der
sehr guten Asphaltstraße weiter nach
Kallen, wo der zweite Kallener, Emil
Biermann, 1936 geboren ist. Links an der
Straße kurz vor Kallen liegt die Schule,
eines der wenigen Gebäude, die von Kallen
noch übrig sind, in der Emil Biermann
1942 eingeschult worden war. Für
ihn war es die erste Reise in seine
samländische Heimat. Da sich seit seiner
Flucht am 1. Februar 1945 sehr viel verändert
hatte, war Werner Nagel als Zeitzeuge
in der Lage, ihn herumzuführen
und die Position der nicht mehr vorhandenen
Gebäude zu erklären. Es sind nur
noch fünf ehemalige Werkswohnungen
(Insthäuser) und Teile eines weiteren, auf
dem Hof befindlichen vorhanden. Der
Gesamtanblick des Gutshofes Kallen ist
traurig. Ab 1993 sind beidseitig an der
Straße nach Caspershöfen russische Siedlerstellen
gebaut worden, inzwischen sieben
auf der rechten und sechs auf der
linken. Seite. Da jedoch sehr viel Land
brach liegt, scheinen die russischen Siedler
keine allzu großen Flächen zu beackern.
Milchvieh war auf den Weiden nur
in geringer Zahl zu sehen. Die in den
Insthäusem lebenden Russen haben auch
einiges Viehzeug wie Milch- und Federvieh,
das frei herumlief. Wildwachsende
Pflanzen und Gestrüpp decken die trostlosen
Gehöfte- wie auch andere Flächen
zu.Nachdem die ehemaligen Kallener
Emil Biermann und Werner Nagel sich
genug umgesehen, fotografiert und damit
den heutigen Zustand dieses über 700
ha großen Landwirtschaftsbetriebes in
sich aufgenommen hatten, fuhren wir
über Caspershöfen nach Fischhausen,
unsere einstige Kreisstadt und die Heimatstadt
von Irmgard Hergoss, geh.
Klaas, die von ihrer Tochter begleitet
wurde, und mir, der ich nach 59 Jahren
zum ersten Mal nach der Flucht am 31.
Januar 1945 wieder heimatlichen Boden
betrat. Viel ist von Fischhausen nicht übrig
geblieben und die wenigen Gebäude
zwischen dem Bahnübergang an der ehemaligen
Gasanstalt, der heute nur noch
von Fußgängern benutzt werden kann,
und dem Bahnübergang an der früheren 47