Full text : Unser Schönes Samland

Wenn Erika und andere damit anfangen,
riecht die Luft fast nach Heimat. Besondere
 Freude bereitete die Anwesenheit unseres
 Landsmannes Paul Tollkühn, der den
weiten Weg von der Schweizer Grenze bei
Basel auf sich nahm, um unter uns zu sein.
Paul hat Teile seiner frühen Jugend als
„Wolfskind“ erlebt und wir staunten über
manchen Bericht, stellten aber auch fest,
er hätte noch viel mehr befragt werden
müssen. Der Abend verlief eigentlich viel
zu schnell.
Über eine Programmänderung für den
folgenden Sonntag galt es noch abzustimmen.
 In der nahen Bloherfelder Kirche war
kurzfristig als Redner der ehemalige Probst
aus Königsberg / Kaliningrad Erhard Wolfram
 und seine Frau Luise angezeigt, die
im Rahmen der jährlichen Tagung des
Gustav-Adolf-Werkes der ev. Kirchen in
Oldenburg weilten. Unser Redner am Sonntag,
 Herr Horst Milde willigte problemlos
in einen nach hinten verschobenen Termin
ein und so konnten wir fast geschlossen
am Gottesdienst teilnehmen. Weil Menschen
 aus unserem Kirchspiel und auch die
Kirchengemeinde Bloherfelde das
Straßenkinderprojekt „Jablonka“ in
Königsberg unterstützen, hörten wir den
Ausführungen Herrn Wolframs zu diesem
Punkt besonders aufmerksam zu. Pastor
Ramsauer hatte unsere Gruppe sehr herzlich
 willkommen geheißen und der Verdacht
 liegt nahe, dass wir uns zu jährlichen
 Stammgästen entwickeln. In einem
Referat über die Integration von ca. 40.000
Flüchtlingen und Vertriebenen in das Gemeinwesen
 der Stadt Oldenburg erfuhren
wir von Landtagspräsident i. R. Horst
Müde. Herr Milde war zuvor einige Jahre
auch Oberbürgermeister der Stadt gewesen
und wusste aus unmittelbarem Geschehen
zu erzählen. Seitens der britischen Militärregierung

 war den deutschen Verwaltungen
 ein Belegungsschlüssel von 3,5 qm
Wohnfläche pro Erwachsenem vorgegeben.
Kleinkinder unter einem Jahr galten dabei
als noch nicht existent. Danach hätten in
Oldenburg nicht nur 40.000 sondern
150.000 Menschen aufgenommen werden
müssen. Es kam zum Glück nie dazu. Die
vielen Tbc-Kranken, Hungernden und Obdachlosen
 ließen auch so schon erahnen,
was sonst noch hätte erwartet werden müssen.
 Morgenthauplan in heimlicher Form,
nichts anderes. Wundem sich doch immer
noch Menschen, vor allem aus bestimmten
 Parteien, dass wir nicht nur von Befreiung,
 sondern eben auch vom Besiegtsein
reden und denken.
Noch einmal ein gemeinsames Mittagessen
 und es gab wieder „Königsberger
Klopse“. Im letzten Jahr auf flachen Tellern
 serviert, kam die Anregung, das Essen
auf tiefen Tellern mit viel Sauce und Löffel
 zu bekommen ... und es klappte. Die
Klopse schafften wir, alles andere war zu
reichlich. Ja, und dann? Einige mussten
bald danach auf den Heimweg, andere hatten
 noch etwas Zeit bis zur Zugabfahrt oder
es gefiel einfach noch. So haben wir dann
die Gelegenheit wahrgenommen und noch
ein paar Stunden bei Wilma und Walter
Perkuhn im Garten sitzend weitergemacht.
Klar! Auch da gab es Kaffee und Kuchen
und manches „Nachschrapsel“.
Daraus Resümee zu ziehen bedeutet: Unser
 Zusammensein war ein schönes Fest
und auf ein nächstes freuen wir uns schon
jetzt. Es wird am 2. und 3. Juni 2007 wieder
in Oldenburg stattfmden. Bis dahin bleibt
schön gesund und reisefähig.

Mit heimatlichen Grüßen
Euer „Jung’che“ aus Oldenburg
Walter Perkuhn

Liebe Regehner Heimatfreunde

einschließlich der Ortsteile Watzum, Kalthof und Tolklauken!

Die

kurzen, so genannten weißen
Nächte des Mittsommers haben wir
bereits eine ganze Weile hinter uns gelassen
 und der Sommer hat seinen Einzug
 gehalten. Er wird uns bis zum 23.
September, also insgesamt 104 Tage lang,
begleiten. Zu Beginn hat er uns mit herrlichen,
 sonnenreichen Tagen verwöhnt.
Die langen und schönen Sommerabende
laden natürlich ein zum gemeinsamen
Grillen mit Freunden, Nachbarn und
Bekannten draußen im Garten oder vor
der Tür zum Klönen und Erzählen. Natürlich
 wird dabei auch unser Zuhause
mit einbezogen.
Der eine oder andere fragt dann schon
mal: Wie war das eigentlich bei Euch im
Samland? ... Und dann erzähle ich ihm
von den wunderbaren Sandstränden an
unserer samländischen Ostseeküste. Dort,
wo auch heute noch um diese Zeit das
pralle Leben pulsiert und wo es immer
wieder neue Eindrücke zu entdecken gibt.
Wo am Abend an der Ostsee die malerischen,
 kaum zu beschreibenden, stimmungsvollen
 Sonnenuntergänge zu einem
unvergesslichen Erlebnis werden. - Sommer,
 Sonne, Wind und Meer, ein Paradies,
 das seinesgleichen sucht.
Vor einigen Wochen habe ich davon
Kenntnis erhalten, dass unsere liebe
Heimatfreundin, meine Cousine Herta
Wegner am 28. April 2006 im Alter von
75 Jahren verstorben ist. Herta Wegner
entstammt einer kinderreichen Familie.
Ihre Eltern haben in Watzum im Jahre

1928 eine 10,5 ha große Siedlung übernommen.
 Später kamen noch einige
Pachtflächen hinzu. Drei ältere Brüder
von ihr sind an der Ostfront gefallen. Ihre
Schwester Grete ist Ende 1943 in Watzum
 an Diphtherie verstorben. Die
Schwestern Gertrud und Käte sind Ende
1945 in Georgenswalde und der jüngste
Bruder Bruno Anfang 1947 in Watzum
an Hungertyphus verstorben. Ende November
 1947 musste Herta mit ihren Eltern
 und den noch lebenden Geschwistern
 ihre. Heimat zwangsweise verlassen
und kam nach Hitzschka im Kreise
Schmölln, Bezirk Leipzig. In Schmölln,
wo sie der Mittelpunkt ihrer noch lebenden
 Geschwister war, hat sich nun ihr
Lebenskreis geschlossen. Wir werden der
heben Verstorbenen innerhalb unserer
Heimatgemeinschaft ein ehrendes Andenken
 bewahren. Den Angehörigen gilt
unser tiefes Mitgefühl.
Hinweisen möchte ich an dieser Stelle
auf unser nächstes Heimatkreistreffen am
16. und 17. September2006 verbunden
mit der Bitte, dort recht zahlreich zu erscheinen.

Bis dahin machen Sie’s gut. Ich wünsche
 Ihnen, meine heben Regehner, eine
gute Zeit, erholsame Sommer- und Urlaubstage
 und grüße Sie - wie immer -
in alter heimatlicher Verbundenheit sehr
herzlich
Ihr Willy Fischer
Strumannstr. 4
48231 Warendorf

Kreisgemeinschaft Fischhausen e.V. im Internet:

www.kreis-fischhausen.de

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