Full text : Unser Schönes Samland

gerechnet nach
heutigem Maße
ergibt sich eine
Größe von ca.
130 ha. Der
Name „von
Schwichell' veränderte
 sich:
„von Schweicheln“
 heißt es
bereits in der

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Die erste Seite der Verschreibung des Gutes in Kalkeim.
„Georg ogelins wechssel brieff mit Heinrich von Scheichein

1949 eine
Fortsetzung in
Schleswig-Holstein.


Von Heinrich
 sind sehr
eigenwillige
Glockeninschriften
 überliefert,
 die viel-Urkunde
 von gethan Anno 1542"
1542, dann
später Schweichei oder Schweicheier und
im 17. Jahrhundert hat sich der Name
Schweichler, manchmal noch Schweigier
geschrieben, durchgesetzt. Das „von“
verliert sich bei Heinrichs Enkeln. Glockengießer
 ist niemand mehr geworden.
Überwiegend finden sich sogenannte
Cöllmer, freie Bauern, unter den Namensträgem.
 Aber auch in Verwaltungsund
 Kirchenämtem taucht der Name häufig
 auf: z. B. ein Conrector der samländischen
 Creiß-Justiz-Commission um
1780 oder ein Organist um 1750 in Fischhausen.


leicht auf eine
illegitime Geburt
 hinweisen. Eine große, um 1855 in
Heiligenwalde umgegossene Glocke hat
ursprünglich folgende Inschrift getragen:
IN GOTTES LOB EVICKLICH * AL­LEN
 GELAUBIG SELLEN *
TRÖSTLICH BIN GEFREIT ICH * EIN
HURKINT EIGET MICH *
MCCCCCXV.
Aus Schippenbeil ist diese Glockeninschrift
 überliefert: ICK BIN SO FRI
ALS DEN WINT * DE MI EGHENT
DAT IS VAN AERDEN EN HORKINT
* HENRICK VAN SVICHELT GOS
MICH * MCCCCCXXI.

Der Name Schweichler breitet sich im
Laufe der Jahrhunderte überall im Samland
 und in alle Teile Ostpreußens aus.
Bei allen diesen Namensträgem ist Heinrich
 von Schwichell als Urahn zu vermuten.
 Ein auf die Kalkheimer Abstammung
 zurückzuführendef Namensträger
heiratet um 1790 in eine Krügerfamilie
am Kurischen Haff ein. Ab ca. 1800 wird
der Krug in dem kleinen Fischerdorf
Stombeck von der Familie Schweichler
geführt. 1932 wird dort meine Mutter
Betty Schweichler geboren. 1948 endet
jener ostpreußische Teil der Geschichte
Schweichler und findet in dieser Linie

Heinrichs beruflicher Hintergrund lässt
einen bedeutsamen Lehrmeister vermuten:
 Dokumente des Staatsarchivs belegen,
 dass Heinrich 1515 nach Kämpen
in Holland reist, um seine Frau nach Erhalt
 einer festen Anstellung nach Preußen
 zu holen. Kämpen ist zu der Zeit eine
bedeutende Hansestadt an einem Zufluss
zum Ijsselmeer gelegen, die regen Geschäftsverkehr
 übers Meer mit Preußen
und den baltischen Ländern pflegt. Außerdem
 ist sie die Heimatstadt eines der
bedeutendsten europäischen Glockengießer
 seiner Zeit: Geert van Wou oder
Meister Gherardus de Wou (1450-1527).

Er fertigt Glocken in Osnabrück, Hamburg,
 Stendal, Lüneburg, Kalkar, Münster,
 Xanten, Erfurt, Recklinghausen,
Braunschweig, Hagen/Westf, um nur die
wichtigsten im heutigen Deutschland zu
nennen. Geert van Wou ist berühmt für
seine vollkommen klingenden, harmonisch
 abgestimmten Glocken. Meister
Geert unterhält auch Geschäftsverbindungen
 zum Ordensmeister Wolter von
Plettenberg nach Livland. Um 1501 werden
 Geschütze dorthin geliefert. 1509 hat
Johannes Schonenborch, ein Stiefsohn
des Geert van Wou, in Riga Glocken gegossen
 bzw. dorthin geliefert. Außerdem
geben viele Aktenstücke aus der Zeit um
1520/30 des Berliner Staatsarchivs Kunde
 von einem Königsberger Kaufmann
Gerd/Gerrit von Wow, einem möglicherweise

 nahen Verwandten des berühmten
 Gießers. So kann man annehmen,
 dass Heinrich sein Handwerk bei
Meister Geert van Wou erlernte.

Ich bin dankbar für jede Art von Hinweisen
 oder Ergänzungen zur Schweichler-Familienforschung,
 sowie zu Glocken-
 und Kirchengeschichten hinsichtlich
 Heinrich von Schwichell. Gerne beantworte
 ich auch Fragen in diesem
Zusammenhang.

Viktor H. Haupt
Boddinstr. 26
12053 Berlin
Tel.: 030- 62 72 56 77
eMail: ViktorHaupt@aol.com

Liebe Heimatfreunde aus Rauschen

und den Schulbezirken Craam, Qeorgenswalde und St. Lorenz!

^ % o m Kreisfreis
 t / ifen in Pinne-/^^'berg
 sind meine
 Frau und ich
wieder gut nach Hause
 gekommen. Wir
hatten in Pinneberg
sonnige Tage und
beim Treffen gute Unterhaltung.
 Die Ortsvertreterversammlung
 verlief ruhig und ausgeglichen. In
der Feierstunde am Sonntagvormittag
hielt der Vorsitzende der Landsmannschaft
 Ostpreußen e.V, Herr Wilhelm v.
Gottberg, die Festrede. Er sprach über
„Ostpreußen bleibt Erbe und Auftrag“
und schilderte das heutige Bild von Land

und Leuten in unserer Heimat, das
bekanntermaßen traurig ist. Über den
Ablauf der Veranstaltung wird in diesem
Heimatbrief sicherlich an anderer Stelle
berichtet. Ich beschränke mich deshalb
auf die den Bezirk Rauschen betreffenden
 Punkte.

Unsere Gemeinschaft hatte im Hotel
Cap Polonio wieder den Salon an zentraler
 Stelle in der Nähe des Saales. Während
 es im Vorjahr in der Spitzenzeit des
Besuchs am Samstag Mittag/Nachmittag
zu einiger Enge führte, hatten wir in diesem
 Jahr genügend Platz. Denn leider war
die Teilnahme um ca. 25 Prozent geringer
 als im Vorjahr. 37