Full text : Unser Schönes Samland

exemplarische Fotos für die Bildreihe beschafft.
 Selbst der Weg zum Bildarchiv
in Berlin war ihm nicht zu weit. Die gestalterische
 Umsetzung lag in den Händen
 der Fa. ZWO Fotodesign und
Cordula Holzhauer Dipl.-Design und
Werbe-Atelier in Minden und verdient
Anerkennung.
Klaus Wulff, Verfasser der Texte und
in der Ausführung mit Carl Mückenberger
 kooperierend, erläuterte in einem
Vortrag die damalige Tragödie in Ostpreußen
 anhand der Bildreihen und Daten
 sowie Zahlen. Er wies auf den mobilen
 Aufbau der Ausstellung hin, die es
ermöglicht, die eindrucksvolle Darstellung
 in öffentlichen Einrichtungen wie
z.B. Schulen einzusetzen. Das in Themenkreise
 gegliederte Gesamtgeschehen
zeigen die folgenden etwa quadratmetergroßen
 Bildtafeln:
- Ostpreußen und seine Landkreise
- Im Treck auf der Flucht (Fluchtrouten)

- Frauen und Kinder, die Leidtragenden
- Rettung über See
- Das schwere Los der Zurückgebliebenen

- Die annektierten Ostgebiete
- Der Tragödie entronnen.
Die Bilanz der Jahrhunderttragödie alleine
 in Ostpreußen betrug neben dem
schmerzlichen Verlust der Heimat
- 614.000 gequälte, verhungerte, geschändete
 Todesopfer, darunter etwa
250.000 Kinder.
- 10.000 Kinder verließen als Vollwaisen
 die Heimat.
- 5.000 so genannte Wolfskinder fanden
 Unterschlupf in Litauen und verloren
 teilweise ihre deutsche Identität.

Die Zahl der vergewaltigten Mädchen

und Frauen schätzen Historiker auf etwa
eine halbe Million. Der Vollständigkeit
halber seien die Verluste aller annektierten
 Ostgebiete durch Flucht und Vertreibung
 genannt. Sie betrugen 2,3 Millionen
 Todesopfer. Die Zahl der teilweise
mehrfach vergewaltigten Frauen wird auf
2 Millionen geschätzt. Hier sind Sieger
zu Tätern geworden.
So sei abschließend der Amerikaner
Patrick Buchanan, Angehöriger der Republikanischen
 Partei und deren Präsidentschaftskandidat
 in den neunziger Jahren
 zitiert: „Die ganze Welt weiß, was
die Deutschen getan haben. Die Welt weiß
nicht, was den Deutschen angetan wurde!“

Die fortschreitende zeitliche Distanz
vom damaligen erzwungenen größten
Bevölkerungstransfer der Weltgeschichte
 wird heute besonders von seriösen
amerikanischen Historikern, z.B. Prof.
Dr. Alfred de Zayas, sehr viel differenzierter
 beurteilt. Es wäre daher wünschenswert,
 wenn diese objektive Betrachtungsweise
 auch in den deutschen
Medien häufiger Eingang finden würde.
Vertreibung ist ein Verbrechen!
Empfohlen sei zu diesem Thema: „Der
Kampf um Ostpreußen und das Samland“
von H. Borkowski, 175 Seiten DIN A4,
Preis 15,- EUR, incl. Versand, zu beziehen
 durch: die Heimatkreisgemeinschaft
Landkreis Königsberg, Tel. 0571/46297
tägl. v. 12-13 Uhr.
Die Bild-Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten
 des Preußen-Museums 11 -
17 Uhr, Di - Do und Sa und So im 2.
Obergeschoss (Fahrstuhl vorhanden) im
Ständersaal besichtigt werden.
Klaus Wulff
Kulmerstraße 20A
32602 Vlotho

Bildband über das Samland in Planung

Im
Jahre 1959 erschien bei Gerhard
Rautenberg, Leer der Band „Das Samland
 in 144 Bildern“. Dieses immer noch
aktuelle Werk, herausgegeben von Martin
Kakies, zeigt Abbildungen von Landschaften
 im Samland und dem Leben und
Wirken der Bevölkerung.

Inzwischen sind von einigen ostpreußischen
 Städten und Kreisen Ansichtskarten-Bände
 erschienen, deren
Schwerpunkt in der Darstellung unserer
Städte und Dörfer liegen. Die Fotografen
 haben damals die schönsten Motive
an der Küste oder auf der Nehrung herausgesucht
 und auf Ansichtskarten vervielfacht.
 In den Dörfern nahmen sie die
Kirchen als historische Bauten auf oder
wurden von Gast- und Pensionswirten um
Aufnahme der Krüge, Ausflugslokale und
Pensionen gebeten, um damit dann Werbung
 zu treiben. Von den zahlreichen
Besuchern und Gästen Ostpreußens wurden
 diese in alle Welt verschickt. Unser
Samland mit seinen Strandbädern, der
Steilküste und der Dünenwelt der Kurischen
 Nehrung, der Bernsteingewinnung,
 der Hafenstadt Pillau und den zahlreichen
 idyllischen Dörfern mit ihren
alten Kirchen nehmen in dieser Palette
einen herausragenden Platz ein.

Seit ca. 20 Jahren sammle ich solche
Karten, die etwa zwischen 1895 und 1944
erschienen sind, und besitze davon einen
guten Fundus. Die Aufnahmen stammen
von zahlreichen Fotografen und Verlagen,
 die z.T. nur sehr lokale Bedeutung
hatten, z.T. von den verschiedenen Geschäften
 der renommierten Firma Krauskopf
 und z.T. auch von Fotografen aus
Großstädten des Reiches, die die Landschaft
 Ostpreußens entdeckten.

Ansichten aus dieser Sammlung konnten
 Sie bereits bei meinen Ausstellung in
Pinneberg und in Rauschen sehen oder
Sie finden sie vereinzelt in als Abbildungen
 im Heimatbrief. Da die Ausstellungen
 begeistert aufgenommen wurden,
aber immer nur für eine begrenzte Zeit
zu sehen sind, bin ich bereit, diese alten
Ansichten auch für einen Bildband zur
Verfügung zu stellen.

Der Vorstand der Kreisgemeinschaft
Fischhausen e.V. hat bei seiner Sitzung
im Februar 2005 diesen Vorschlag beraten
 und die Herausgabe beschlossen. Frau
Ziegler, Redakteurin unseres Heimatbriefes,
 und ich werden ehrenamtlich die
Zusammenstellung der Abbildungen mit
notwendiger Beschreibung und Gestaltung
 des Bandes übernehmen. Die Druckund
 Materialkosten sollen durch den
Verkaufspreis von geschätzt 16 Euro gedeckt
 werden.

Geplant sind ca. 180 - 200 Seiten im
DIN A5-Querformat mit Abbildungen
aus ca. 80 Orten. Die beiden Städte und
die 7 Seebäder werden dabei einen breiteren
 Raum einnehmen, als die 70 weiteren
 Orte im Landesinneren. Zu berücksichtigen
 ist, dass eben leider nicht von
jeder Ortschaft Ansichtskarten hergestellt
wurden. Um eine attraktive Wiedergabe
zu gewährleisten, werden nur Original-Ansichtskarten
 verwendet. Reine Familienfotos
 sind nicht vorgesehen. Ein Teil
der Abbildungen wird in Farbe sein.

Eventuell lässt sich die Anzahl der Orte
noch etwas erweitern, falls Sie bzw. Ihre
Ortsgemeinschaft dafür entsprechende
Ansichtskarten zur Verfügung stellen können.
 Für die Auswahl genügt zunächst 9