Object : Unser Schönes Samland

schätzbaren Wert. Bernstein war für
uns immer ganz selbstverständlich gewesen,
 wir gingen damit um wie die
Reichen mit ihrem Geld. Wir waren
darin geboren worden, aufgewachsen,
man hatte es.
Jetzt, so lange nach der Vertreibung,
 fühlen wir immer noch den
Schmerz des Verlustes über unsere
Heimat, denn wir liebten sie mit dem
uns eigenen angeborenen Gefühl. Wir
wurden aus ihr verwiesen, und beraubt
 um das Schönste was ein
Mensch besitzen kann, wir wurden um
unser Heimatrecht betrogen.
Jetzt sind wir so arm wie der Mann
der alle Steine ins Meer warf. Er hatte
wenigstens einen einzigen zurückbehalten,
 uns blieb nichts. Die fremden
Bewohner erkennen nicht unser
Juwel, sie lassen es verkommen, anstatt

 es zum Funkeln zu bringen. Grau
und trüb ist der Schatz geworden, weil
fremde Augen nicht sehen können wie
es einst war. Manchmal schafft es die
Natur oder eines klugen Menschen j
Hand, ein Funkeln darin hervorzuzaubern,
 aber es fehlt an der Liebe.
Gottes Gnade ist groß und vielleicht
 währet auch seine Liebe ewiglich.
 Wir haben nicht mehr viel zu
erwarten, aber wir können für unsere
Kinder und unser Land bitten, daß
dieses Kleinod einmal wieder leuchten
 möge. Bestimmt werden einmal
Menschen kommen, die seinen Glanz
auch unter der Verkrustung erkennen
oder sich sogar erinnern können.

Eva Piiltke-Sradnick,
Benzstraße 45,
73614 Schorndorf t

wer das Projekt finanziert, bekamen
wir die Antwort, das Geld kommt aus
Deutschland. Als Souvenir nahmen
wir eine alte Dachpfanne mit nach
Deutschland, die seinerzeit am Niederrhein
 gebrannt worden war.
Es ist schon ein herrlicher Anblick,
wenn man bei der 'Reichskrone1 um
die Ecke biegt und die wuchtige Backsteinkirche
 erblickt. Die Kirche ist
übrigens geöffnet für jedermann. Wir
wurden gebeten, hineinzukommen
und uns das Innere anzusehen. Nun ja,
es sieht anders aus als zu unserer Zeit,
die Wände sind weiß gestrichen, ein
neuer Fußboden wurde gelegt, lange
Stuhlreihen sind vorhanden, aber die
Kirche ist über und über mit Blumen
geschmückt, so auch in der Sakristei.
Es war ein erhabendes Gefühl. Auf
dem 1994 angebrachten Schild konnten
 wir lesen, daß die Kirche heute der
Neuapostolischen Gemeinde gehört.
1998 war das Schild nicht mehr vorhanden.

Da fast alle Kirchen im Samland
zerstört sind, empfehle ich allen Reisenden,

 einen Abstecher nach Neuhausen
 einzuplanen.

Ihre Erika Henningsen, geb. Ollesch,
ehemals Neuhausen-Tiergarten,
Reichsstraße 1

Die Kirche Neuhausen 1994 (Fotomontage)

— Die restaurierte Kirche in Neuhausen

-

In Neuhausen bin ich geboren.
Meine Eltern Franz und Helene
Ollesch zogen jedoch kurz danach
nach Neuhausen-Tiergarten (Rau'sche
Häuser). Mein Vater war dort auf dem
Flughafen tätig.
Seit Öffnung der Grenze 1991
waren mein Mann und ich einige Male
in meiner Heimat, zuletzt im April
1998 mit Tochter und Schwiegersohn.
Auf jeder Reise nach Neuhausen,
führt mich mein erster Weg zur Kirche.
1991 fanden wir noch einen furchtbaren
 Trümmerhaufen vor, das Gebälk

halb verbrannt, keine Inneneinrichtung,
 selbst die Gräber am Altar waren
geöffnet und leer. Es war ein trauriger
Anblick, unsere Kirche aus dem 14.
Jahrhundert so vorzufinden. Aber von
Reise zu Reise konnten wir uns von
dem Fortgang der Bauarbeiten überzeugen
 und von der eigentlichen
Fertigstellung bereits 1994. Auf einer
unserer vorherigen Reise, als wir wieder
 einmal die „Baustelle Kirche“ aufsuchten,
 waren wir überrascht. Junge
Arbeiter waren mit Begeisterung beim
Wiederaufbau, und auf unsere Frage,

Die Qodriener sehen sich wieder - ganz bestimmt!

„Auf Wiedersehen in Minden“,
hieß es, als die Reise nach Ostpreußen
zu Ende ging und die Godriener
Gruppe sich langsam auflöste. Minden
- wo liegt Minden? Und was hat ein
Ostpreuße in Minden zu suchen? Ich
mußte auf der Landkarte nachsehen.

In der Stadthalle Minden organisiert
 die Kreisgemeinschaft Landkreis
Königsberg e.V. ihr Heimattreffen. Ja,
dort wollen wir uns Wiedersehen.
Nach einem halben Jahrhundert
hatte sich eine erstaunlich große Anzahl
 Godriener wiedergefunden und

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