Full text : Unser Schönes Samland

— Palmnicker Wappen -

wer kann es fertig stellen?

Ach,

du leewe Tied“, sagte ich am Telefon
 zu meiner Tochter, ,joa, joa,
ich frei mi wenn du kömmst, oawer öck
weet nich, ob öck da bönn. Wo hebb öck
denn bloß wedder mienem Kalenderbook
henngelegt? Giestre had öck em doch
noch? Erbarmung, da licht er doch vär
miener Näs. Manchmoal ös rein als ob
du blind böst oder ob eener allet verstockt.
Also pass op, mien Marjellke: Hiede ös
Friddach, da mott öck noch ennkeepe.
Moarje ös Sönnoawend, da goahn öck
oppem Markt. Sinndach go öck to Besuch
 bi Kluttbergersch, on Moandach ös
Senioreclub. Da läs öck ömmer wat vär.
Dingsdach mott öck tom Dokter on
Möddwäk, ei, du warscht et nich glowe,
mien kleenet Schoapke, da kömmt Alma
no Stuttgart. On da hebb öck all ganz
fest versproake, dat öck koam. Herjemine,
 kannst du äwerhaupt verstoahne
wat eck segg? Na, denn ös man god.
Weißt Kindchen, bei solch überraschenden
 Vorschlägen gerate ich immer gleich
ins Plattdeutsche rein, das flutscht einfach
 besser im Kopp und auf der Zunge.“


Es wird Mittwoch und Alma kommt.
Sie ist aus Masuren und die Frau von Max
Albrecht aus Sorgenau. Er ist der, der
unsere Königskrone entworfen und gemacht
 hat. Ich glaube, wir Sorgenauer
kommen alle aus dem Talentschuppen.
Warum? Einfach mal raten! Also ich
glaube, die Krone hat sieben Zacken und
in der Mitte sitzt ein größerer Bemsteinklunker.
 Als ich dann mal Königin wurde,
 bestückte ich dann auch noch die
weiteren Zacken mit unserem Bemsteingold.
 Sie sieht für uns fast ein bisschen
luxuriös aus.

Max ist nicht mehr unter uns. Wir lieben
Alma, als ob sie mit uns zur Schule gegangen
 wäre. Sie kennt Sorgenau und
Bewohner vom Erzählen her bald besser
als wir.
Alma war in Begleitung von drei weiteren
 Damen und wir amüsierten uns mit
Kaffee und großem Frühstück im
Schlossgartencafe. Mittagessen gab’s
auch mit allem Drum und Dran und dann
war weiterer Stadtbummel angesagt. Jetzt
aber kommt der Clou und ist auch der
Sinn meines Schreibens.

Max hat eine Hinterlassenschaft gemacht,
 es ist unser Palmnicker Wappen
in Knüpftechnik. Er konnte es nicht mehr
vollenden. Alma hat ein Augenleiden, war
darum auch nicht mehr in Köln. Ich kann
nicht knüpfen und nun meine Frage: Wer
kann und möchte diese Arbeit übernehmen?
 Die Größe ist 40 x 35 cm. Es ist
alles vorgezeichnet. Es ist zu dreiviertel
fertig. An den Schornsteinen vom Kesselhaus
 fehlt noch ein Stück und der
Kescher und ein bisschen Himmel wäre
noch erforderlich. Max wird uns von
oben ein kleines Danke zulächeln, wie
es so seine stille Art war. Ruft mich an,
schreibt oder faxt. Es wäre ja ewig schade,
 selbst wenn wir schon ein Wappen
haben, wenn so etwas verloren ginge.

Seid alle herzlich gegrüßt

Eure Eva Pultke-Sradnick
Benzstr. 45
73645 Schorndorf
Tel/Fax: 07181 - 6 28 43

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■■■■■UM

— Liebe Pobether Kirchspiel-Bewohner

liebe Drebnauer, Nautzauer und Schlakalker!

Langsam

spüre auch ich die 60 Jahre
Trennung von der Geburtsheimat
Pobethen, weil ich so häufig die Stätten
der Kindheit aufsuche. Erst Ende April
kam ich von einer Heimattour zurück.
Dann folgte das Ostpreußentreffen in
Berlin mit einer gewaltigen Teilnehmerzahl;
 die ehemaligen Kreis Fischhausenund
 Königsberg-Land-Bewohner suchten
leider vergeblich den Hinweis auf das
1939 zum Kreisgebiet zusammengelegte
Samland. Gerade wir Jüngeren kennen
doch fast nur diese Bezeichnung „Samland“.
 Die vielen Anfragen nach Verwandten
 und Bekannten beschäftigen
mich noch heute. Dazu noch viele Nachfragen
 über private Reisemöglichkeiten
in das Gebiet.
Am 4. Juni 2005 fand das zweite kleine
 Pobether Kirchspieltreffen im schönen
 Altenburg statt, welches durch das
Fernsehen auch schon überregional bekannt
 wurde. Auf der Freilichtbühne im
Schlosshof Altenburg wird der „Prinzenraub“
 nach langer Zeit wieder aufgeführt
und deshalb wurde bereits ein Stadtporträt
 ausgestrahlt. Am 3. Juni 2006
wollen wir uns dort wieder im Parkhotel
treffen. Heidrun Meller organisierte alles
 vortrefflich. Bis dahin sollen dann
auch alle Bewohnerlisten erstellt sein.
Im Juli besuchte ich noch mehrere
Ehemalige aus der Heimat auf der Strecke
 Darmstadt - Malsch - Stuttgart, um
auch über eine Flucht aus der Heimat im
Jahr 1946 mehr zu erfahren und darüber
berichten zu können. Zur 750-Jahr-Feier
 ab 1. Juli hatte mich die Miliz Kaliningrad

 eingeladen. Es waren fünf ereignisreiche
 Tage, mehrfach trafen wir auf die
große deutsche Delegation mit mehreren
hundert Personen. So lebhaft war die
Stadt in den letzten 60 Jahren noch nie
gewesen. Liebe Heimatfreunde, ich habe
es gelernt zuzuhören und bei Krankheit
auch Mut und Zuversicht auszusprechen,
beim Abschied für immer fehlen doch
manches Mal die passenden Worte. So
ist der treue Besucher der Heimattreffen
in Pinheberg, Herr Hans Redner, Pobethen,
 geboren in Schupöhnen, am 26.
Juni mit 82 Jahren verstorben. Ihrem
Ehemann Krafft, Legien, Mogaiten, folgte
 nach kurzer Zeit die Ehefrau Brigitta,
geb. Urban.

Um weitere Nachsicht muss ich bitten,
da die Sommergartenarbeit und Ernte
und erneute Hilfeleistung bei einer Hausrenovierung
 mich von der Heimatarbeit
etwas femhält.
Ich wünsche Gesundheit und Lebensfreude,
 einen schönen Spätsommer und
einen goldenen Herbst. Ich freue mich
auf das Heimattreffen in Pinneberg.
Auf Wiedersehen im September,
Ihr/Euer
Pobethen-Dietmar Wrage
Am Steinkreuz 7
22941 Bargteheide
Tel.: 04532 - 400 910
Fax: 04532 - 400 980
Mobil: 0170 - 5474940
E-Mail: pobethen-dietmar@t.online.de
www.pobethen-dietmar.de

Redaktionsschluss für Folge 168 ist der 10. Oktober 2005 33