Cranz und Nachbarorte
Liebe Cranzer und liebe Landsleute aus
den Nachbarorten!
Herzlichen Dank - auch von meiner
Frau - all denen, die uns mit Weihnachts-/Neujahrsgrüßen
bedacht haben,
und denen wir wegen des Umfangs
unserer Weihnachtspost nicht antworten
konnten.
Eine große Zahl der Ostpreußen
wird sich am 10./11. Juni 2000 in
Leipzig zum Deutschlandtreffen zusammenfinden.
Auch meine Frau und ich
werden dort sein, wenn uns Unvorhergesehenes
nicht davon abhält. In meinem
Reisegepäck werden sich u.a. Alben
mit mehr als 1400 Bildern aus Cranz
und seiner Umgebung aus der Zeit vor
1945 und mit gut 1000 Bildern von
Selenogradsk zwischen 1990 und 1997
befinden. Darüber hinaus bringe ich
Ablichtungen von Schriften, wie Cranzer
Adreßbuch (ca. 1930/32), Führer durch
Cranz von 1908, 1913, 1926, 1929,
Cranz im Lied von 1926 und vieles
mehr mit. Außerdem habe ich die von
mir ab 1977 geführte Kartei dabei, die
alle Anschriften der Cranzer und der
Landsleute aus den Nachbarorten enthält,
die ich in 23 Jahren Zusammentragen
konnte. Die Eintragungen stehen
Ihnen für eventuelle Auskunftsersuchen
— 14 .....—-zur
Verfügung. Ich hoffe sehr auf Ihren
Besuch, damit Sie nicht nur von der einmaligen
Atmosphäre eines Deutschlandtreffens
mit Tausenden von Ostpreußen
beeindruckt werden, sondern
auch Ihre Erinnerungen an unser unvergessenes
„Cranz’che“ auffrischen
können.
Unser „Cranz’che“ muß schon etwas
Besonderes gewesen sein, denn immer
wieder erstaunt mich die Tatsache, daß
unser Heimatort und seine Umgebung
auch bei Nicht-Cranzern wunderschöne
und bleibende Erinnerungen hinterlassen
haben. Dies habe ich in vielen persönlichen
Gesprächen und durch Briefe
erfahren. In der letzten Weihnachtspost
fand ich einen umfangreichen und mit
Bildern versehenen Reisebericht von
Bernd Mecklenburg über seine 4. Reise
in die Vergangenheit im Juli 1999 nach
Selenogradsk. Damit hat er mir eine
ganz große Freude bereitet, weil auch
ich beim Lesen in Erinnerungen schwelge.
Bernd ist Königsberger und hat die
Sommermonate bis 1944 überwiegend
im Sommerhaus seiner Eltern in Cranz-Westende
verlebt und teilweise auch die
Cranzer Schule besucht. Die Zeiten in
Cranz haben ihn so geprägt, daß es ihn
immer wieder dort hinzieht, und er
seine Eindrücke in den Reiseberichten
niederschreibt, damit ihm das Erlebte
und die Erinnerung an die Vergangenheit
erhalten bleiben.
Im Heimatbrief IV/1999 hatte ich
„Das Cranzer Lied“ veröffentlicht und
gebeten, mir Angaben über die Verfasserin
Luise Kalweit zu machen. Ich
erhielt mehrere Zuschriften, deren Inhalt
ich hiermit weitergebe. Laut Mitteilung
von Sabine Burggraf,geb. Komm,
war Frau Kalweit Leiterin eines Waisenhauses
im Kreis Angerburg und wollte
sich selbständig machen. Zu dem Zeitpunkt
stand im Elternhaus von Sabine
in Westende eine große 5-Zimmer-Wohnung
mit entsprechenden Nebenräumen
zur Vermietung frei, die sich für
die Einrichtung einer Kinderpension
eigneten. Da sich Sabines Vater und
Frau K. aus früherer Zeit kannten, kam
eine Ver- bzw. Anmietung zustande.
Dora Janett, geb. Lunau, hat nach einer
Eintragung in ihrem Tagebuch im
November 1933 einen Kindergeburtstag
in der Kinderpension von Frau K. gefeiert,
bei dem u.a. ein Theaterstück aufgeführt
wurde, das Frau K. selbst geschrieben
hatte. Gisela Henckes Eltern
waren in den 3 Oger Jahren Sandburg-Nachbarn
zu Frau K., der Gisela in den
Jahren 1943/44 in der Königin-Luise-Scirule
in Königsberg wiederum begegnete.
Frau K. unterrichtete dort als
Studienrätin im Schulfach Deutsch. -
Leider ist keiner meiner Informanten
im Besitz der Noten des Cranzer
Liedes. Vielleicht findet jemand beim
Lesen dieser Zeilen doch noch die
Noten oder weiß etwas über das weitere
Schicksal von Frau K„ die übrigens eine
Adoptivtochter gehabt haben soll.
Auch heute noch ^erhalte ich Anfragen,
in denen nach Angehörigen oder
alten Bekannten geforscht wird. Herr
Klaus Toball, Wilhelmshöhe 3/246,
23701 Eutin, Telefon: 0 45 21-703446,
fragt nach dem Schicksal seiner Großmutter,
Margarete Toball, geb. Linck,
geb. am 15.03.1868. Sie soll etwa 1932/
33 von Königsberg nach Cranz verzogen
sein und vermutlich in der
Königsberger Straße gewohnt haben. Ihr
Schwager Oskar Fischer und Ehefrau
Gertrud sollen etwa 1936 ebenfalls
nach Cranz zugezogen sein. Etwa 1943
soll Großmutter Margarete in einem
Altenheim in Cranz gewohnt haben.
Wer Herrn Toball etwas über das
Schicksal seiner Großmutter sagen
kann, wende sich bitte direkt an ihn
oder schreibe mir.
Über Cranz und Umgebung und
seine ehemaligen Bewohner kann man
nicht nur in der Heimatliteratur nachlesen,
sondern z.B. auch in der Bild-Zeitung.
Im Hauptblatt der Ausgabe
vom 19.10.1999 stand: „Beate Uhse, die
Fachfrau in Sachen Sex. Jetzt soll ihre
Lebensstory verfilmt werden. Es gehe
um die Geschichte einer tollen Frau
und stelle ein Sittengemälde der deutschen
Nachkriegsgeschichte dar.“ Des
weiteren stand in der Bild-Ausgabe vom
25.11.1999: „Beate Uhse-Gedenktafel.
Zu Ehren der Flensburger Erotik-Unternehmerin
Beate Uhse hängt am
Pastorat der St.-Marien-Kirche in Flensburg
eine Gedenktafel.“ Die Kommentare
der Tochter des Gutsbesitzers Köstlin
aus Wargenau, Frau Beate Rotermund-Uhse,
laut Bild: „Ich weiß gar
nicht, wer sich solch einen Film ansehen
würde.“ (Meldung vom Okt.99) „Ich bin
beeindruckt, daß die Kirche so liberal
ist.“ (Meldung vom Nov.99).
Im „Königsberger Express“, der einzigen
deutschsprachigen Zeitung in Kaliningrad
- zu beziehen durch Rautenberg
multipress-Verlag GmbH, Postfach
1665, 53826 Troisdorf - las ich in der
Nr. 1/1999 Seite 15 nachstehende