hatte eine Bahnlänge von 94 m und besaß
zwei zweiachsige Personenwagen für
je 16 Personen. Im Berichtsjahr wurden
242 336 Personen befördert.
Wie ich inzwischen hörte, gab es
auch noch nach dem Bau des Anschlusses
zum Bahnhof Rauschen-Düne an
der Gausupschlucht ein Ladegleis. Vielleicht
weiß noch jemand etwas mehr
über die Lage des Gleises und über die
Verladungen, die dort erfolgten.
Anfang der 30iger Jahre wurden in
Verbindung mit der Samlandbahn Kraftwagenlinien
eingerichtet. Eine Linie
ging vom Bahnhof Warnicken nach
Groß Dirschkeim mit Haltestellen in
Groß Kuhren bei Spechter und bei der
Post sowie in Finken. Nach einem Fahrplan
von 1936 verkehrten werktags bis
zu 14 und sonn- und feiertags bis zu 20
Buspaare. Sie pendelten zum Teil nur
zwischen Warnicken und Groß Kuhren.
Vom Warmbad in Rauschen führte
eine Kraftwagenlinie über Georgenswalde
und Warnicken nach Palmnicken
und eine weitere nach Pillau. Die
Strecke nach Palmnicken wurde täglich
zweimal und die nach Pillau zum Seedienstbahnhof
täglich einmal in jeder
li. Kraftwagenlinie Rauschen—Pillau
l
1 | km
Haltestellen 2
9.461 —
9.61 2,6
10.021 6,0
10.14 11,0
10.17 12,3
10.20 18,4
10.231 14,7
10.281 17,0
10 80 18,0
10.86 20,0
10.88 2 t,6
10.47 20,0
10.51 27,0
10.bO 30,1
11.011 32,3
11.07 35,3
11.17 40,4
11.28 43,6
11.82 48,4
1 l.8ö| 49,4
An der
ab Rauschen - Warmbad (3). an
Georgenswalde - Waldh. 13)
Warnicken Bhf. (3,9,10) . .
KlyckenX.................
WoydietenX . *...........
Weidehnenx . : . . . .
Kl. Dirschkeinix...........
LengniethenX..............
WilkauX ' .................
GermauX.................
Kirpehncnx ...........
Polenneii X..............
GodnickenX..............
Gaffken (6ix..............
Neuendorfx..............
Fischhausen i6>...........
LochstädtX.................
Neuhäuser.................
Pillau Bhf..................«
an Pillau Hafen..............ab
Verkehrstagen des Seedienstes Ostp
L3.60
13.41
13.82
13.10
13.16
13.12
13.00
13.45
13.03
12.68
12.66
12.40
12.42
12.38
12.84
12.28
12.18
12.12
12.03
12.00
reußen
Auszug aus dem Fahrplan von 1936
(Samlandmuseum Pinneberg)
Richtung befahren. Die Fahrten nach
Pillau waren hauptsächlich Zubringer
zu den Schiffen des „Seedienst Ostpreußen“.
Ungeklärt bleibt der Zeitpunkt der
provisorischen Fertigstellung der Bahnlinie
Groß Dirschkeim - Warnicken.
Die Angaben schwanken zwischen
Ende Februar und Anfang April 1945.
Ebenso unklar ist, wieviel Züge noch
auf dieser Strecke gefahren sind oder
ob der Krankentransport am 14. April
1945 gegen Mittag ab Rauschen-Düne
der einzige war. In diesem Zusammenhang
stellt sich auch die Frage,
wann Rauschen-Düne von der Roten
Armee besetzt wurde. Vielleicht gibt es
zu diesen Fragen noch Augenzeugen,
die mir darüber etwas mitteilen können.
Daß die Bahngesellschaft auch den
ländlichen Bedürfnissen gerecht wurde,
beweist die abgebildete Markt-Fahrkarte
des Fritz Schade von Georgenswalde
nach Rauschen-Düne, die noch
im November 1944 für das Jahr 1945
ausgestellt wurde.
Zur Eröffnung der Samlandbahn
hatten ungenannte Freunde des Samlands
aufgerufen, literarische Beiträge
für einen Festalmanach beizusteuern.
Daraus entstand eine Schrift „Ernst
und Scherz, gewidmet von treuen
Freunden des Samlands gelegentlich
der festlichen Eröffnungsfeier der
Samlandbahn“, gedruckt in der Hartungschen
Buchdruckerei Königsberg
Pr. Autoren dieser Gedichte und
Geschichten waren Carl Behrendt, Dr.
Ludwig Goldstein, Richard Heymann,
Robert Johannes, H. Kahle, Frau A.
Klinke, Rudolf Papendiek, Robert
Passarge, Otto Pfundtner, H. Raschke,
Friedrich Wegener und Ernst Wiehert,
die zum größten Teil Wohnung oder
Sommersitz in Rauschen hatten. Viele
ihrer Verse befassen sich mit diesem
Ort.
Von Rudolf Stolle, Bad Harzburg,
wurde ein „Kleiner Führer für die Samlandbahn“
herausgegeben, der zusammen
mit zahlreichen „Offiziellen Ansichtskarten
der Samlandbahn“ erschien.
Die Karten zeigen samländische
Landschaften und Orte, verziert mit
Allegorien im Jugendstil. Im Vorwort
des Heftchens dankt Rudolf Stolle den
Herren Prof. A. Michaelis und Prof. D.
Koschwitz, beide aus Königsberg Pr.,
für die Unterstützung und für das Überlassen
von „wundervolle photographische
Aufnahmen“. Prof. Koschwitz
hatte 1903 den „Verein zur Hebung des
Fremdenverkehrs in Ostpreußen“ gegründet.
Möglicherweise erhielten die Karten
aufgrund dieser Verbindung den Vermerk
„Officiell“. Von den mir vorliegenden
20 verschiedenen Karten zeigen 13
Abbildungen von Rauschen, Georgenswalde
und Warnicken mit überwiegend
Strandmotiven.
In dem „Kleinen Führer“ sind neben
einer kurzen geschichtlichen Betrachtung
des Samlands und der Orte längs
der Bahnstrecke, Samländische Sagen
abgedruckt. Das Heftchen ist ohne
Datum, aber in der 8. Auflage frühestens
1904 erschienen, ln ihm sind mehrere 24