friedenheit organisiert. Dafür sei ihm
und seinen Helfern hier noch ein herzliches
Dankeschön gesagt.
Auch der Bürgermeister der Stadt
Werl, Herr Graf von Brühl, begrüßte die
Polenner und zeigte sich erfreut, daß
das Treffen in seiner Stadt abgehalten
wird.
Nach dem Kaffeetrinken ging es zu
einem gemeinsamen Dankgottesdienst.
Die Kollekte des Gottesdienstes wird
dem inzwischen in Polennen eingerichteten
Kinderheim überbracht.
Ursula Witt hat sich in der vergangenen
Zeit mit der geschichtlichen Entwicklung
Ostpreußens und Polennens
beschäftigt und bei den entsprechenden
Pobethen
Institutionen dazu etliche Unterlagen
beschafft. Darüber hielt sie am Abend
ein interessantes Referat, an dessen
Ende sie Auflistungen von in Ostpreußen
stattgefundenen Wetterkapriolen
und Katastrophen durch Kriege,
Krankheiten und Unwetter vortrug.
Herzlichen Dank dafür!
Ansonsten verlief das Treffen in
gewohnter harmonischer Atmosphäre,
bei gutem Essen, viel Geschabber und
ein paar spaßigen Einlagen. Wir hoffen
auf ein Wiedersehen.
Hermann Kuschmierz,
Tiefes Moor 56, 30823 Garbsen
Die Firma Adolf Suhr in Pobethen
Liebe Pobether Heimatfreunde,
wenn Ihr diese Folge unseres
Heimatbriefes in Händen haltet sind
wir wieder aus der Heimat zurück. Bei
unserem Kreistreffen im September in
Pinneberg werden wir unsere Erlebnisse
austauschen und denen darüber
berichten, die leider nicht mitfahren
konnten.
Leider muß ich Euch auch heute
wieder den Tod zweier unserer Mitbürger
mitteilen.
Am 29. April 1999 starb unsere
Heimatfreundin Rosemarie Sundermeier,
geb. Pultke im Alter von 64
Jahren. Am 23. Juni 1999 verstarb
Hans Neumann im Alter von 83
Jahren. Mit den Angehörigen trauern
auch wir um sie. In unserer Gemeinschaft
wollen wir ihnen ein ehrendes
Gedenken bewahren.
Meine Frau und ich hoffen, daß Ihr
alle einen erholsamen Sommer gehabt
habt und freuen uns auf ein gesundes
Wiedersehen am 18. und 19. September
1999 in Pinneberg.
Eure Inge und Ernst Wittrien, Hans
Thomastraße 11, 76316 Malsch
Der Gründungssitz der Schmiede
Suhr befand sich in der Schloßstraße in
Pobethen. In dieser Schmiede wurden
neben dem Meister stets bis zu zwei
Gesellen und manchmal sogar bis zu
drei Lehrlinge beschäftigt. Vor dem
Ersten Weltkrieg lief dieser Betrieb
durch Einheirat auf den Namen Umlauf.
Adolf Suhr heiratete dann die Tochter
von Schmiedemeister Kroll und baute
den Handwerksbetrieb in der Trift weiter
aus. Auch er beschäftigete immer
zwei Gesellen und drei Lehrlinge.
In der Zeit des Ersten Weltkrieges
ruhte der Betrieb, da auch Meister Suhr
zu den Fahnen mußte. Die zwei Söhne
von Meister Adolf Suhr erlernten auch
im väterlichen Betrieb ihr Handwerk.
Otto Suhr, der jüngste Sohn, spezialisierte
sich auf Kunstschmiedearbeiten,
und Meister Suhr vermittelte seinen
Lehrlingen ebenfalls die Kunstschmiedearbeit.
Ich selbst habe auch bei
Meister Suhr das Handwerk erlernt. In
meine Lehrzeit fielen die kunstgeschmiedeten
Türbeschläge für die
Kirchentür in St. Lorenz. Bereits vor
meiner Lehrzeit wurden die Beschläge
der Pobether Kirchentür und an der
Kirche zu Thierenberg hergestellt. Es
war eine aufwendige Arbeit, gemessen
an der herkömmlichen Schmiedearbeit,
da alles aus 5-Zollpeifeneisen ausgeschmiedet
werden mußte.
Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden
etliche Regierungsaufträge erfüllt.
Im Jahre 1940 ließ Gustbesitzer
Wenck aus Sorthenen sich einen russischen
Kutschschlitten anfertigen. Die
Holzarbeiten wurden von Stellmacher
Neumann ausgeführt. Die Eisenarbeiten
waren sehr schwierig, nämlich die gebogenen
Schlittenkufen dem dünnen
Holzbogen des Schlittens anzupassen.
Nur im warmen Zustand ging das
Anpassen der Kufen und so mußte
einer immer mit einem nassen Lappen
das Anbrennen des Holzes verhindern.
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges
wurden die beiden Söhne Arnold und
Otto zur Wehrmacht eingezogen. Meister
Adolf Suhr, durch ein Kriegsleiden
in der Hüfte total versteift, war vom
Amboß nicht fortzukriegen und arbeitete
in seiner Schmiede weiter. Ab 1943
konnte er nur noch mit zwei Stöcken
gehen, führte jedoch bis zum Frühjahr
1945, bis zum Ende des schrecklichen
Krieges, den Betrieb mit zwei Ostarbeitern
und drei Lehrlingen weiter.
Nach dem Kriege eröffnete Otto
Suhr in Aalen einen eigenen Kunst-Schmiedebetrieb.
Zwei seiner Söhne
führen heute den Betrieb weiter.
In Pobethen gab es zwei weitere
Schmiedebetriebe. Die Schmiede Umlauf
und Ritter (später Fischer). Die
Schmiede Ritter bzw. Fischer war eine
Gutsschmiede und gehörte zum Gut
Diewenz, war aber durch Pacht ein
Lehrbetrieb.
Ernst Wittrien
Ostpreußen im Internet - „http://www.ostpreußenblatt.de“
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