Rudauer-Treffen auf dem Sandhof in
Drethem/Elbe vom 30.04. bis 02.05.1999
Zum zweiten Mal fand auf Einladung
unseres Ortsvertreters Pastor
i.R. Klaus Schulz-Sandhof und seiner
Ehefrau Renate das Rudauer-Treffen in
Drethem/Elbe statt.
Es waren 26 Teilnehmer aus Rudau
und Backein angereist. Wir wurden
von Herrn Pastor und seiner Ehefrau
Renate mit einer liebevoll gedeckten
Kaffeetafel und reichlich selbstgebackenen
Kuchen bei herrlichem Sonnenschein
auf dem Sandhof in Drethem
empfangen.
Dabei wurden Erfahrungen und
Erinnerungen aus unserer Heimat Ostpreußen
sowie einige Reiseerlebnisse
des Jahres 1998/99 ausgetauscht. Unser
Ortsvertreter informierte uns über den
Stand der Ortschronik von „Rudau“.
Die Diskussion zur Chronik wurde
durch das Abendessen, das ebenfalls
von Frau Schulz-Sandhof mit Unterstützung
ihrer älteren Schwester nett
vorbereitet worden war, unterbrochen.
Es wurde festgestellt, daß noch einige
Phasen und Ereignisse bei der Entwicklung
unseres Heimatortes Rudau
im Kreis Fischhausen/Samland im
Zeitraum von 1900 bis 1945 offen sind.
Leider konnten einige ehemalige Rudauer
aus unterschiedlichen Gründen
nicht teilnehmen, was wir sehr bedauert
haben.
Wir rufen deshalb alle Rudauer und
Einwohner von Jaxen, Backein, Ekritten,
Heybüchen, Maldaiten, Sandhof,
Eiseibitten, Vw. Kemsie, Vw.Tiedtken
und Vw. Wittehnen in den alten und
neuen Bundesländern auf, ihre noch
vorhandenen Kenntnisse und Erfahrungen
zur Fertigstellung unserer Chronik
mitzuteilen. Persönliche Berichte, Dokumente
und Fotos aus dieser Zeit
wären uns auch sehr nützlich.
Solltet Ihr, liebe Landsleute, noch
entsprechendes Material besitzen,
schickt bitte Kopien von Dokumenten
und Fotos an unseren Ortsvertreter
Herrn Klaus Schulz-Sandhof, An der
Elbe 4 - 6, 29490 Drethem/Elbe, Tel./
Fax 0 58 58-3 32.
Es wäre schade, wenn Eure Kenntnisse
verloren gingen und nicht genutzt
werden könnten.
Der zweite Tag begann mit einer
Besichtigung der Umgebung von Drethem
und des Waldmuseums in Göhrde,
Landkreis Lüchow/Dannenberg. Am
Nachmittag fuhren wir nach Hitzacker
und unternahmen mit einem alten
„Zollboot“ eine kleine Rundfahrt auf
der Elbe. Nach dem Abendessen führten
wir einen Heimatabend durch.
Unser Ortsvertreter berichtete von seinen
Eindrücken seiner letzten Reise in
diesem Jahr. Er informierte uns über
das bevorstehende Samlandtreffen im
Juli 1999 in Rauschen(Swetlogorsk)
und das Treffen in Pinneberg im
September.
Wir sangen gemeinsame Heimatlieder,
hörten Gedichte und erlebten
zwei echte ostpreußische „Marjellchen“
Eva Morell, geb. Kuhr, und Dora
Bartsch, geb. May. Es war ein gelungener
Abend für alle Anwesenden.
Zum Abschluß unseres Treffens
fand am Sonntag ein Gottesdienst in der
Dorfkirche in Drethem gemeinsam mit
dem Freundeskreis Ostpreußen e.V. aus
Dannenberg statt. Im Hotel „Hamburg“
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wurden wir mit dem Gedicht „Einmal
Zuhause“ von Gustav Kallweit, Marburg,
durch Frau Erika Jann, geb. Gehlhaar,
aus Königsberg, verabschiedet.
Wir möchten uns nochmals recht
herzlich bei dem Ehepaar Schulz-Sandhof
für ihre sehr gute Vorbereitung und
Organisation unseres Treffens bedanken.
Es wurde vorgeschlagen, das nächste
Rudauer-Treffen im September 2000
in Pinneberg durchzuführen.
Werner Gehlhaar,
Neumannstraße 113,13189 Berlin
Wir finden das Qrab meines Vaters
- nach 54 Jahren endlich Qewißheit -
Ende Januar 1945 flüchtete meine
Mutter mit uns drei Kindern aus
Schönwalde im Samland - ohne unseren
Vater. Seit April 1945 galt mein
Vater dann als vermißt. Meine Mutter
hatte ihn für tot erklären lassen, um die
Witwenrente zu bekommen.
Im März 1999 erhielt meine Mutter
ein Schreiben von der „Deutschen
Dienststelle für die Benachrichtigung
der nächsten Angehörigen von Gefallenen
der ehemaligen deutschen
Wehrmacht“, mit der Nachricht, daß
mein Vater bereits am 2. Juni 1945 im
Kriegsgefangenenlager 279 in Kiviöli/
Estland gestorben ist und dort begraben
wurde.
Für uns drei Kinder - meine
92jährige Mutter verstand den Inhalt
des Briefes leider nicht mehr so richtig
-kamen aufregende Tage. Mein Bruder
schickte sofort ein Fax an die Stadtverwaltung
in Kiviöli und ich schrieb
einen Brief an den Bürgermeister, als
wir nach 7 Tagen noch keine Antwort
hatten. Nach ca. 10 Tagen erhielt ich
einen Brief, daß unsere beiden Anfragen
an Herrn Hendrik Lind weitergeleitet
wurden, da dieser in der Angelegenheit
Experte sei. Diesem Brief lag
ein Sterberegister mit dem Namen unseres
Vaters und ein Lageplan des Gräberfeldes
bei. Darüberhinaus erhielt ich die
Adressen von zwei Deutschen, die in
dem Kriegsgefangenenlager waren.
Von den Deutschen erfuhr ich, daß
nach dem Sieg der Russen in Königsberg
die Männer in Lagern gesammelt
wurden. Einer von ihnen war in einem
Lager bei Insterburg mit ca. 20.000
Gefangenen. Die Zustände waren so
schlimm, daß jeden Morgen ca. 80
Leichen in Massengräbern verscharrt
wurden. Nach einiger Zeit seien alle
Arbeitsfähigen mit der Bahn nach
Kiviöli am Finnischen Meerbusen gebracht
worden. In dem dortigen Lager
wurden etwa 5000 Kriegsgefangene
untergebracht, die meist beim Abbau
von Ölschiefer eingesetzt wurden. Mein
Vater hat also definitiv den Krieg unversehrt
überlebt.
Am 29. Mai 1999 flogen mein
Bruder und ich nun nach Tallin und fuh-MMNMH
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