Object : Unser Schönes Samland

rostet. Ein Hafenarbeiter führte uns zur
Besichtigung dorthin. Wir fühlten uns
wohl in unserem idyllischen Haffdörfchen.

Nun aber zu unserer Taxifahrt nach
Fischhausen und Kallen. Wie immer
war die Zeit zu kurz um alles besichtigen
 zu können.
Als erstes begrüßte uns eine einzelne
Kuh am Haffufer, dort wo früher
gepflegte Häuser standen. Sie wurde
gerade gemolken. Von unserem einst so
schönen Kreisstädtchen ist nicht viel
übriggeblieben. Ein paar hohe russische
Plattenbauten, am Friedhof einige
Siedlungshäuschen; sie standen bereits
vor vier Jahren. Auf dem Weg zur „Villa
Rosenthal“ mit seinem heute verwilderten
 Park wurden Jugenderinnerungen
wach. Hier legten die Ausflugsdampfer
an mit Besuchern aus Königsberg, Frauenburg
 und aus den anderen Haffdörfern.
 Das damals weithin bekannte
Ausflugslokal dient heute als Tbc-Krankenhaus
 für Marinesoldaten.
In meiner Kindheit feierte der
Kriegerverein hier seine Weihnachtsfeiern.
 Sofern die Straßen noch schneefrei
 waren fuhren wir mit großen Leiterwagen
 in Decken eingehüllt zu diesem
schönen Lokal. Die Erwachsenen feierten
 und sangen bis spät in die Nacht,
und wir Kinder wurden mit Süßigkeiten
in bunten Tüten vom Weihnachtsmann
beschert. Im Sommer war dann tagelang
 Kirmis an der Haffmole. Darauf
freuten wir uns, wenn wir zum Konfirmandenunterricht
 gingen. Die unvergeßliche
 Kinder- und Jugendzeit.
Anschließend fuhren wir über Caspershöfen
 durch den Fichtenwald nach

Kallen. In Caspershöfen, nahe des
Bahnhofs, haben wir früher unsere
Schulwettkämpfe bestritten im Laufen,
Ball werfen, Weitsprung, Völkerball und
Schlagball. Daran nahmen die Schulklassen
 aus Geidau, Caspershöfen, Bludau,
 Kallen und Compehnen teil.
Vergeblich suchte ich auf unserer
Fahrt die großen Kartoffelfelder, auf
denen wir Kinder in den Herbstferien
Kartoffeln suchten bis der Rücken
lahmte. Nicht ein einziges Kartoffelfeld
konnte ich entdecken. Endlich sind wir
in Kallen an den von Russen erbauten
Häusern. Das Gutshaus ist für immer
verschwunden, bis auf die Grundmauern
 abgerissen. Vor vier Jahren
stand es noch und die unteren Räume
waren bewohnt. Ein trauriger Anblick.
Unser Weg führte uns weiter zur
Schule, in der heute kein Unterricht
mehr stattfindet. Die Kinder gehen
nach Bludau in die Schule. Der große
Schulgarten war mit Gemüse bestellt, in
meinen Gedanken tauchten jedoch die
vielen Johannisbeersträucher auf, die
wir als Kinder für unsere Lehrerin Frau
Neumann pflücken mußten. Dafür
bekamen wir schulfrei. Lang’, lang’ ist’s
her.

Allen Heimatbekannten ein friedvolles
 Weihnachtsfest, für das Jahr
2000 viel Glück und ein gesundes
Wiedersehen beim nächsten Heimattreffen.


Eure Hedwig Biomeyer,
Niederbecksener Str. 20,
32547 Bad Oeynhausen

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Fotoseite Kallen

Die Reste des Qutshauses Kalten 1999 - vor 4 Jahren stand es noch -

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... und die kläglichen Reste der Wagenremise/Speicher, dahinter der ehemalige Quts-Park.

Die Fotos wurden eingesandt von Werner Nagel, Berliner Ring 10, 24594 FHohenwestedt, Telefon: 04871-2558