Full text : Unser Schönes Samland

Haus „Pumpernickel" in Rauschen

Als die meisten dieser uns überlieferten
 Lieder entstanden, gab es natürlich
 noch kein Radio oder Fernsehen.
Man mußte selber singen, pfeifen und
musizieren. Spielleute und Barden trugen
 die Texte und Weisen weit in’s
Land und unter die Leute, und diese
wandernden Musikanten erfreuten sich
seinerzeit überall dort, wo sie auftraten,
großer Sympathien. Die meisten ihrer
Lieder gehören auch heute noch zum
bevorzugten Liedgut unserer Männer-,
Frauen - und gemischten Chöre, die
mit den Vorträgen dieser alten Lieder
ihre Zuhörer immer noch zu Begeisterungsstürmen
 hinreißen lassen. - Mag
auch der modern eingestellte Zeitgenosse
 all dies manchmal belächeln, so
muß er mit seinen neuzeitlichen „Songs
und Schlagern“ erst beweisen, ob sie
auch Jahrhunderte im Bewußtsein der
Menschen überdauern.
Das gemeinsame Singen indes, bringt
uns einander näher. Es vermag Sorgen,
zunächst für ein paar Stunden, zu vertreiben
 und läßt uns teilhaben an einem
Vermächtnis, das einen unschätzbaren
Wert besitzt. Mit vielen Kulturgütern ist
der Zeitgeist rüde umgegangen, hat sie
vergessen oder der Lächerlichkeit preisgegeben.
 Das trifft auch vielfach auf
unsere Volkslieder zu, vielleicht deshalb,
weil sie zu tief in unserem Leben verwurzelt
 sind und die Chorgemeinschaften
 gerade hierzulande sie besonders gut
behüten. Aber wir müssen aufpassen
und wachsam sein in dieser kalten Welt
der Einsamkeit. - „Wo gesungen wird, da
laß dich ruhig nieder“, heißt es in dem
bekannten Sprichwort, „denn böse Menschen
 haben keine Lieder.“

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Haus „Pumpernickel" in der Sassauer Straße in Rauschen

Sie alle kennen das Lied, das der
Rektor der Königsberger Albertina,
Simon Dach, in schwerer Zeit des
Dreißigjährigen Krieges in treuer Liebe
für seinen Freund, den Pfarrer Portatius,
zur Hochzeit mit der Pfarrerstochter
Anke aus dem benachbarten Tharau,
dichtete, nämlich „Ännchen von Tharau“.
 Es gehört bis zum heutigen Tage
zum Repertoire eines jeden Chores.
Natürlich gibt es noch viele Weisen aus
unserer ostpreußischen Heimat, die wir
immer wieder gerne hören.
Summen Sie nicht nur vor sich hin,
liebe Heimatfreunde, begrüßen Sie den
Frühling, der jetzt vor unserer Tür steht
mit einem fröhlichen Lied, am besten
im Kreis der Familie oder zusammen
mit den Nachbarn, am Brunnen vor
dem Tor oder einem Lindenbaum, wo
immer Sie mögen. - Machen wir also
die Ohren und die Herzen weit auf, um
die herrlichen, alten Lieder und Melodien
 in uns wirken und klingen zu lassen,
 weil sie einfach schön sind. Sie befreien
 uns von trüben Gedanken und
vermitteln Ruhe sowie Besinnung und
durchströmen unsere Seele.
Altbundespräsident Roman Herzog
sagte am 8.5.1999 in seinem Grußwort
zum Deutschen Sängertag: „Wer singt
und ein Instrument spielt, lernt eine
zweite Sprache, und die Sprache der
Musik ist unerschöpflich.“
Machen Sie’s gut alle miteinander.
Ich grüße Sie in heimatlicher Verbundenheit
 sehr herzlich
Ihr Willy Fischer,
Strumannstraße 4, 48231 Warendorf,
Telefon: 025 81-60341

Einzelne Passagen zu meinen vorstehenden Ausführungen habe ich
einem Beitrag der vor einigen Jahren erschienenen Regionalzeitschrift
 „Blick-Punkt“ entnommen.

Beim Kreistreffen 1998 in Pinneberg
 machte ein Foto die Runde, das
von den damals anwesenden Rauschenern
 auf Anhieb nicht eingeordnet
werden konnte. Nach langem Hin und
Her stellte ich fest, daß es das Haus
der Familie Vogler, Haus „Pumpernickel“,
 in der ehemaligen Sassauer
Straße ist.
Im Sommer 1999 besuchten Frau
Ewalda Köhn und ich den heutigen
Bewohner. Er ließ uns ein, zeigte uns
freundlich Haus und Garten. Alles in
tadellosem Zustand von den alten
Türschlössern bis zur Holztreppe, die

I------------allerdings

 noch renoviert werden soll.
Seine „Funde“: Ofen, Tür, Feuerhaken
usw. haben einen kleinen Platz im
Garten gefunden.
Gerne würde er die deutschen Besitzer
 des Hauses kennenlernen und
zu sich einladen.

Wer kennt den Aufenthalt der Familie
 Vogler oder deren Nachkommen?


Nachricht bitte an
Eva-Maria Schmuhl,
Damerowsweg 6, 22081 Hamburg

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