Full text : Unser Schönes Samland

„Craam/über Königsberg (Pr) 5“ und
nach der Änderung des Ortsnamens in
„Kraam/über Königsberg (Pr) 5“ sowie
später die Frakturschrift in Antiqua umgestellt.
 Die Poststelle I führte dann den
runden Stempel mit Datum. Nachfolgend
 Abbildungen der mir vorliegenden
Poststempel aus der Zeit von 1931 bis
1944:

Stempel der Poststelle Craam/Kraam
(Samml. Klemm)

Poststelle Klycken
ln Klycken wurde 1931 eine Poststelle
 mit öffentlichem Fernsprecher beim
Rittergutsbesitzer Friedrich Scharffetter
eingerichtet. Aus dem Gutsbesitz wurden
 etwa zu dieser Zeit dann Siedlerstellen
 eingerichtet und in das Gutshaus

zog später ein RAD-Lager der weiblichen
 Jugend ein. Die Poststelle wurde
hauptsächlich von Scharffetters Tochter
Else Finck geführt.
1939 wurde aus der Poststelle die
gleichrangige Poststelle II. Als Posthalter
 wird weiterhin Herr Scharffetter
genannt. Diesen Status hat die Poststelle
 bis zum Ende behalten. Als Frau
Finck nach Rauschen zog, übernahm
Frau Thalmann die Poststelle.
Zum Zustellbereich von Klycken
gehörte nur Gut und Dorf Klycken mit
etwa 100 Einwohnern. Die beiden
1942 bestehenden Telefonanschlüsse
von Klycken gehörten auch zum Amt
Rauschen.
Zu beachten bleibt, daß die Poststelle
 in Klycken nicht zum Leitpostamt
Königsberg (Pr) 5 sondern zu Fischhausen
 gehörte und damit die Post aus
der Rundfahrt von Fischhausen, Germau,
 Heiligenkreutz, Thierenberg, Medenau,
 Fischhausen erhielt.
Dadurch führte auch der Poststempel
 den Text „Klycken/Fischhausen
 Land“ und ab 1933 „Klycken/
über Fischhausen“. 1942 wurde dann
der Zusatz Fischhausen um (Ostpr)
ergänzt. Leider fehlt der 1. Stempel in
meiner Sammlung:

Ki t cfen 'l
t%tt 0if a f cn J

1
K l y c k e n

über Plsehh*u*n (Ostpr)

Stempel der Poststelle Klycken (Samml. Klemm)

Poststelle St. Lorenz
Die Poststelle wurde in dem Artikel
 „Die Post in St. Lorenz“ im Hbr.
144 dargestellt. Ergänzend kamen 2
Meldungen:

Märtel Heise-Stieler berichtete, daß
sich in einem Zimmer ihres Elternhauses
 in St. Lorenz ein Schalterfenster
befand. Daraus ist zu folgern, daß der
Schuhmachermeister Wichmann dort
seit 1931 neben dem Öffentlichen Fernsprecher
 auch die Poststelle hatte.
Edith Rekindt-Löchner berichtigte
den Namen des Schmiedemeisters,
neben dessen Anwesen das Posthaus
von Frau Wieck lag. Er hieß Dennewitz
 (und nicht Dennerlein).

einschl. der Ortsteile Watzum,
Kalthof und Tolklauken

„Im Märzen der Bauer die Rößlein
anspannt“ sang man früher um diese
Zeit, - auch bei uns im Samland - und
der Text dieses alten Volksliedes unterstrich
 nicht nur eine alljährlich wiederkehrende
 landwirtschaftliche Tätigkeit,
sondern gab vielmehr der Freude über
den endlich heraukziehenden Frühling
Ausdruck. Diese ausgelassene Freude,
mit welcher der Winter verabschiedet
wurde, wurde unterstrichen mit dem
bekannten „Winter ade“ oder auch
„Der Winter ist vergangen, ich seh' des
Maien Schein.“
Unsere Vorfahren haben uns eine
Menge dieser Weisen hinterlassen. Sie

Damit enden meine Berichte über
die Post in unserem Heimatbezirk.
Gern nehme ich Ergänzungen entgegen.
 Die Daten zu den Postanstalten
stammen wieder aus den Recherchen
von Dr. Ernst Vogelsang, Hermannsburg.


Mit den besten Wünschen für ein
frohes Osterfest und in der Hoffnung
Sie zahlreich in Leipzig zu treffen verbleibe
 ich mit heimatlichen Grüßen

Euer Hans-Georg Klemm,
Sudetenstr. 11, 91080 Uttenreuth,
Tel.:0 9131-5 84 89
und in alter Verbundenheit
Eure Billjötts

Regehner Heimatfreunde —

erzählen fast immer eine kleine Geschichte,
 über Liebe, das Wandern, die
Jahreszeiten oder irgendwelche anderen
 Begebenheiten, die ihnen in den
Sinn kamen. Schlicht und einfach
waren die Texte, manchmal auch recht
derb. Jedoch entsprachen sie zumeist
dem Verständnis der "Volksseele". Vereine,
 familiäre Gemeinschaften und
gesellige Runden fanden sich zusammen,
 um gemeinsam zu singen. Eine
Erscheinung, die zu allen Zeiten vielfach
 zu beobachten ist. Da gilt ebenso
für das geistliche Lied im Zeichen der
Not und Verzweiflung, des Trostes, der
Trauer und der Hoffnung, wie für das
Wanderlied angesichts des Lebens in
Mutter Natur oder auch für manche
neckische Anspielung verliebter Paare.

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