Full text : Unser Schönes Samland

Liebe Rauschener Heimatfreunde

...eingeschlossen
 alle
Freunde aus
den Schulbezirken

Georgenswalde,

St. Lorenz
und Craam.

Das Jahr 1999 und damit das Jahrhundert,
 in dem wir geboren wurden,
unsere Kindheit erlebt haben, aufgewachsen
 sind und alles in allem die
schönsten Jahre unseres Lebens verbracht
 haben, ist vorbei. Leider war es
aber nicht nur Sonnenschein. Wir haben
z. T. auch den I. Weltkrieg und auf jeden
Fall den II. Weltkrieg miterlebt, der in
viele Familien große Wunden schlug;
wir haben die Angst der Bombennächte,
das Elend der Flucht, das Martyrium
durch die sowjetische Besatzung, das
Hungern und Sterben in dieser Zeit und
die Vertreibung miterlebt oder gesehen.
Wir sind dankbar, daß wir das alles
überstanden haben. Im letzten Jahrzehnt
 hatten wir dann die Freude unsere
Heimat, die Stätten unserer Kindheit
Wiedersehen zu können.
Nun schauen wir erwartungsvoll in
das Neue Jahr oder Neue Jahrzehnt und
wissen, viel mehr Zeit wird uns nicht
bleiben. Das vergangenen Jahr brachte
wieder Begegnungen vieler Heimatfreunde
 - privat oder bei den Treffen in
Pinneberg oder in Rauschen - bei
denen Erinnerungen ausgetauscht und
heimatliche Verbundenheit gezeigt
wurde.

Für diese heimatliche Verbundenheit,
 die Familie Billjött wieder ganz
besonders zum Weihnachtsfest und zu
Dorles Geburtstag durch zahlreiche
Post und Anrufe erfahren hat, sei auf
diesem Wege allen herzlich gedankt.
Und es gehört zu den Erwartungen
des Jahres, daß wir Neues planen. Zu
Pfingsten, am 10. und 11. Juni 2000
findet in Leipzig das Deutschlandtreffen
 der Ostpreußen statt. Unsere
Ortsgemeinschaft wird dabei sein und
ihren Platz bei der Kreisgemeinschaft
Fischhausen e.V haben. Dieses Treffen
in Leipzig bietet insbesondere unseren
Landsleuten aus Mitteldeutschland
eine gute Gelegenheit zur Teilnahme.
Über zahlreichen Besuch, auch neuer
Heimatfreunde, würde ich mich sehr
freuen.
Die Reise nach Rauschen hat Ingelore
 Mittag-Bendrien in diesem Jahr
mit 8 Tagen für Juni geplant. Der genaue
 Zeitpunkt liegt bei Redaktionsschluß
 noch nicht fest. Interessierte
können bei Ingelore Mittag, Kohlenstr.
73, 01189 Dresden; Tel. 0351-401376
anfragen.
Mit den 1931/32 eingerichteten
Poststellen auf dem Lande wird die
Darstellung der Post in unserem
Heimatbezirk fortgesetzt. Wie in den
Berichten von der Post von Rauschen
oder St. Lorenz zu erkennen war -
und das gilt natürlich ebenso für alle
anderen, älteren Postorte - hatten in
dieser Zeit die Briefträger weite Wege
zurückzulegen. Dasselbe galt für die
Bevölkerung wenn sie einen Brief
oder ein Paket abschicken wollten.
Für die Postversendung und damit für

die Ausweitung des Postdienstes war
dies hinderlich.
Mit Verfügung des Reichspost-Ministeriums
 vom 31.12.1927 wurde
das Landpostwesen eingeführt. Überall
dort, wo die Wegeverhältnisse es zuließen,
 sollten die Strecken der Landpostzusteller
 durch Kraftwagenfahrten
ersetzt werden. Das erforderte eine Anpassung
 der bestehenden Postamtsstellen
 und die Einrichtung neuer, kleinerer
 Poststellen, die dann in ihrem
Bezirk die Zustellung übernahmen.
Die Straßenverhältnisse in Ostpreußen
 waren nicht überall für den
Kraftwageneinsatz geeignet. Dies galt
besonders im Winter bei Schneefall und
-verwehungen. Deshalb zog sich die
Einführung über einige Jahre hin. Im
Kreis Fischhausen wurden die ersten
Kraftpostkurse erst 1931 eingerichtet.
Bei den Leitpostämtern Königsberg
(Pr) 5 und Fischhausen entstanden
Landpoststellen. Die Postautos waren
auch geeignet im geringen Umfang
Personen zu befördern.

Landkraftpost in Ostpreußen im Winter
(Reichspost-Kalender 1932)

Es mußten nun die anzufahrenden
Poststellen und die Rundkurse eingerichtet
 werden. Für das östliche und
nördliche Kreisgebiet wurde das Postamt
 „Königsberg (Pr) 5 Land“ zuständig.
 Durch die Cranzer und die Samlandbahn
 bestand die Möglichkeit, die
Post mit der Eisenbahn bis nahe an die
Zustellgebiete heranzuführen. So konnten
 sich Georgenswalde und Rauschen
die Post direkt am Bahnhof abholen.
Die anderen Orte wurden durch einen
Rundkurs des Kraftpostwagens bedient.
In unserem Heimatbezirk wurden
1931 Poststellen in Alexwangen, Craam/
Kraam, Klycken und St. Lorenz eingerichtet.
 In Verbindung mit bestehenden
Postagenturen und neuen Poststellen im
Nachbarbereich wurde eine Rundfahrt
von Drugehnen/Bhf über Seefeld, Perteltnicken,
 Pobethen, Grünhoff, zurück
nach Pobethen und weiter über Watzum,
Alexwangen, St. Lorenz, Craam/Kraam,
Mossycken, zurück nach Watzum, Perteltnicken,
 Seefeld, Drugehnen/Bhf gefahren.
 Er war 71 km lang und in den
Abfahrzeiten vom Eisenbahnfahrplan
abhängig. In etwa begann die Fahrt vormittags
 zwischen 8.00 und 10.00 Uhr
und dauerte 3 Stunden. Die 2. Fahrt am
Nachmittag begann etwa um 15.00 Uhr.
In unserem Gebiet war das Postauto
dann jeweils ca. 1 1/2 Stunden später.
In dieser Aufzählung fehlt Klycken.
Diese Poststelle gehörte zum Leitpostamt
 „Fischhausen Land“ und lag an
der Rundfahrt Fischhausen, Germau,
Heiligenkreutz, Thierenberg, Medenau,
 Fischhausen.
Die Einrichtung der neuzuschaffenden
 Poststellen war nicht immer ein-38



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