Liebe Heimatfreunde
aus Qr. Kuhren und Umgebung
Über die vielen Weihnachts- und
Neujahrsgrüße haben wir uns sehr gefreut.
Hierfür recht herzlichen Dank!
Inzwischen liegen die ersten Wochen
des neuen Jahrtausends hinter uns und
wir wollen auch im Jahr 2000 die Aktivitäten
für unser Gr. Kuhren fortsetzen.
Was die Ortschronik betrifft, geht es
leider nur langsam voran; die Mitarbeit
könnte besser sein. Einige Beiträge gingen
jedoch ein, wofür wir uns sehr herzlich
bedanken. Das Ergebnis könnt Ihr
bei unserem nächsten Ortstreffen am 3.
Juni 2000 im Hotel „Lindenhof1 in
Eckernförde sehen. Wir würden uns
sehr freuen, zahlreiche Teilnehmer aus
Gr. Kuhren, Kl. Kuhren, Finken, Schalben,
Mandtkeim, Katzkeim, Warnicken
und anderen Orten in heimatlicher
Verbundenheit ab 10.00 Uhr begrüßen
zu können. Alle sind herzlich willkommen.
Die Planung läuft. Es wird auch
einen Bericht über den Besuch
vom Juli 1999 im Kindergarten
„Butterblume“ in Gr.
Kuhren geben. Über Beiträge
zur Gestaltung unseres Ortstreffens
würden wir uns freuen.
Bei unserem Besuch in Gr.
Kuhren konnten wir in Erfahrung
bringen, daß es in Zukunft
möglich sein wird direkt
in Gr. Kuhren Quartier zu beziehen.
Auch darüber werden
wir bei unserem Treffen Auskunft
geben.
Allen Heimatfreunden
wünschen wir ein frohes
Osterfest, vor allem Gesundheit
und ein fröhliches Wiedersehen
am 3. Juni 2000 in
Eckernförde.
Anwesen von Bauer Emil Audehm.
Seit 30 Jahren der Kindergarten „Butterblume" in Qr. Kuhren
Einige Reiseteilnehmer beim Begrußungstrunk mit der Leiterin des
Kindergartens, Frau Valentina Vasiljewna (2. v. 1.) im Juli 1999
Mit heimatlichen Grüßen
verbleiben
Herbert Metauge
Kirchenweg 14 b,
24866 Busdorf
und Dieter Behrendt
Kauslunderstraße 75 a,
24943 Flensburg,
Tel./Fax 0461-63769
30
Kumehnen
- Landleben im Samland
Die Mehrzahl der Bevölkerung des
Kirchspiels Kumehnen lebte von der
Landwirtschaft. Im Gegensatz zu anderen
Gebieten Ostpreußens gab es im
Samland nur wenige adlige Güter,
Besitzungen, die der Orden den adligen
Militärs als Entschädigung für ihre
Dienste in den zahlreichen Kriegen
überlassen mußte. Diese Güter, hauptsächlich
im östlichen Ostpreußen gelegen,
hatten Größen bis zu 9.000 ha an
landwirtschaftlicher und forstwirtschaftlicher
Nutzfläche.
Hier im Kirchbezirk gab es etliche
Großbetriebe; so bezeichnete man Betriebe,
die mehr als 100 ha landwirtschaftliche
Nutzfläche bewirtschafteten.
In ganz Ostpreußen hatten ca. 39 % aller
Betriebe diese Größe. Aber auch diese
Fläche ließ keineswegs ein üppiges
Leben zu. Bevor zu Beginn des 19. Jahrhundert
Gründüngung bekannt wurde
und etwas später der große Chemiker
Justus von Liebig den Kunstdünger
schuf, gab es nur den Stallmist. In der
Dreifelderwirtschaft wurde Winter- und
Sommergetreide angebaut, im dritten
Jahr blieb es unbestellt. Hackfrüchte
oder Futterpflanzen kannte man auch
noch nicht. Der Viehbestand bestimmte
die Größe der Ländereien, die bewirtschaftet
werden konnten. Eine Vergrößerung
des Viehbestandes konnte zu
Problemen führen, mußte doch das
Vieh durch den Winter gebracht werden.
Solange es keine Hackfrüchte gab,
blieb Stroh und Heu als einziges Futter.
So waren die Erträge bis zu Verwendung
des Kunstdüngers sehr gering.
Von einem gesäten Korn erntete man
durchschnittlich kaum mehr als drei
Körner. Beim Hafer war der Ertrag am
geringsten. Hafer war jedoch für die
eigene Ernährung - man erstellte daraus
Hafergrütze - sehr wichtig.
Zu den größten Dörfern des Kirchspiels
gehört der malerisch am Forkener
Fließ gelegene Ort Pojerstieten. Einst
gehörte er mit 796 ha neben Medenau
zu den größten Ortschaften von West-Samland.
Die Schule wurde unter
Friedrich Wilhelm I. (1713 - 1740) errichtet.
Im Jahre 1939 hatte das Dorf
367 Einwohner. In amtlichen Unterlagen
heißt es Pojerstieten bei Kumehnen,
bestand doch im Kirchspiel Wangen
ein Dorf gleichen Namens, das
1906 in Elchdorf umbenannt wurde.
Hier in Pojerstieten liegt ein Hof,
der bei dieser Beschreibung des ländlichen
Lebens die Hauptrolle spielt, er
dürfte typisch für diese Region sein.
Horst Zachrau - geboren 1933 in diesem
Dorf - dessen Vorfahren auch aus
dieser Gegend stammten, lieferte viele
Informationen für diesen Beitrag.
Dieser Hof Pojerstieten Nr. 7 war
mit 167 ha Nutzfläche ein landwirtschaftlicher
Großbetrieb. Um 1800 nur
2 Hufen (ca.34 ha) groß, wuchs der
Betrieb durch Trockenlegung, durch
Regulierung des Forkener Fließes und
Zukauf des Nachbarhofes (Weiß'sche
Hof). Das alte von Friedrich Wilhelm I.
errichtete Schulhaus wurde gekauft,
nachdem es 1938 nicht mehr den Ansprüchen
genügte und durch ein neues
ersetzt wurde. Es diente nun als Wohnhaus
für die Bediensteten.
Die Bewirtschaftung der Ländereien
und die Versorgung des lebenden
Inventars machten viele Arbeitskräfte