Object : Unser Schönes Samland

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Fertigzustand. - Über den jetzigen Zustand
 unseres Heimatortes setzt uns ein
Videobildvortrag in Kenntnis. Bei gutem
Wetter bietet eine Grillparty auf dem
idyllisch gelegenen Platz des Hauses die
richtige Atmosphäre zum Gedankenaustausch.
 Den Sonntagvormittag nutzen
wir zu einem Besuch der Heimatstube
unseres Landkreises in Minden und
legen eine Denkpause am Portagedenkstein
 mit der Bronzetafel ein, die an die
Toten von Flucht und Vertreibung erinnert.
 Hierzu nutzen wir die vorhandenen
 Pkw. - Die Kosten für Vollpension
einschl. Übernachtung mit Bettwäsche
(ohne Handtücher) betragen pro
Tag/Person mit Kaffee und Kuchen
48,50 DM (Bettwäsche 8,- DM, kann
auch mitgebracht werden.)
„Blutspur“ im Samland
Im Samlandbrief vom Herbst 1999
(III. Folge) veröffentlichte ich eine
gezeichnete Kartenskizze, welche die
Orte der schrecklichsten Greueltaten
der Rotarmisten und die räumlichmilitärischen
 Verhältnisse veranschaulichen
 sollten. Ich wies auf Metgethen
hin, wonach lt. authentischen Angaben
mehr als 3000 Zivilisten teilweise
bestialisch ermordet wurden. Diesen
Kurznotizen zufolge forderten mich
mehrere Anrufer(innen) auf, ausführlich
 darüber zu berichten. Dazu scheint
mir unser Samlandbrief nicht geeignet
und ich verwies auf das außerordentlich
aussagekräftige und gut recherchierte
Buch „Stalins Vernichtungskrieg“. Der
Verfasser ist der gebürtige Königsberger
Dr. J. Hoffmann. Als wissenschaftlicher
Direktor im Militärgeschichtlichen Forschungsamt
 der Bundeswehr stand ihm

nach „Glasnost und Perestroika“ der
Zugang zu russischen Archiven offen.
So setzte er nach Veröffentlichungen der
Historiker Prof. Topitsch (Stalins Krieg),
Prof. Maser (Der Wortbruch), Dr. Post
(Dtsch. u. sowj. Angriffspläne) das I-Tüpfelchen
 auf die These von Stalins
beabsichtigtem Angriffskrieg auf das
vom „mehrjährigen Krieg geschwächte
Deutschland“. Damit sollte zumindest
die bisher herrschende Auffassung vom
„Überfall auf die friedliebende Sowjetunion“
 vom Tisch sein. Hierüber ist
auch in vielen Tageszeitungen und
Magazinen berichtet worden.
Das Buch „Stalins Vernichtungskrieg“
 ist im Verlag für Wehrwissenschaften
 in München erschienen und
kostet im Einzelhandel 59,80 DM -
Übrigens, Kriegsverbrechen verjähren
nicht!
In diesem Zusammenhang fällt mir
ein Erlebnis ein, das ich anläßlich meiner
 ersten illegalen Reise nach Nordostpreußen
 hatte. Auf meinen Hinweis
gegenüber einer russischen Gymnasiallehrerin,
 Hitler sei der größte Kriegsverbrecher
 dem unmittelbar Stalin folge,
widersprach sie heftig und stellte Stalin
an die erste Stelle. Warum? Er hätte
mehr Russen umgebracht als Hitler die
unterschiedlichsten Nationalitäten.
Die Hölle im GPU-Lager Karmitten
Bei meinen Aufnahmen zum zweiteiligen
 Videofilm (1992 und 93) „Eine
Reise durch den Landkreis Königsberg/
Pr“ (180 Min.) besuchte ich auch das
weit über die Grenzen Ostpreußens bekannte
 ca. 2000 Morgen große Mustergut
 Karmitten, nördlich von Königsberg
gelegen. Ich war damals trotz der Ver­12



fallserscheinungen sehr beeindruckt,
aber völlig ahnungslos, was sich ab Ende
Januar 1945 dort abgespielt hatte. Von
Herrn Georg Sehmer, dem letzten Besitzer,
 erhielt ich im Herbst 1999 die
Veröffentlichung eines Erlebnisberichtes
 einer Kreisgemeinschaft. Hierin
schildert der beinamputierte Ernst
Szonn, damals wohnhaft in der Elchniederung,
 seine grauenvolle Zeit im
GPU-Lager Karmitten. Dazu hier nur
ein kurzer Auszug: „Ich lag im Keller Nr.
3 des Gutshauses. Auf 40 qm lagen etwa
110-120 Männer zusammengepfercht.
Insgesamt waren in den 4 Kellerräumen
über 400 Personen untergebracht. Nach
Tagen ohne Essen wurde ich zur
Vernehmung geholt. Der GPU Offizier
stellte die Frage, ob ich bei der SA, SS,
Partei gewesen sei. Ich verneinte. Da
schlug der Oberleutnant mit einem
dicken Knüppel voller Wucht über
Arme und Rücken. Ich fiel, mußte wieder
 aufstehen. Das ging so weiter. Nach
10-20 Hieben ließen seine Kräfte nach.
Ich mußte mich auf einen Stuhl setzen.
Die Dolmetscherin hatte ein Koppel mit
einem Metallschloß ganz kurz gefaßt.
Mit der linken Hand riß sie meinen
Kopf an den Haaren zurück und schlug
mir mit der Schnalle des Koppels ins
Gesicht. Ich blutete. Erneut die Frage
nach Partei und SA. Ich verneinte wieder

 wahrheitsgemäß. Und die Tortour
begann von neuem. Das mag etwa zwei
Stunden gedauert haben. Dann rief der
Sowjet-Offizier: „Du eine Bein kapuut,
ich morgen machen andere Bein kapuut!“
 Blutend und mit wahnsinnigen
Schmerzen an Kopf und Körper stieß
man mich die Kellertreppe hinunter."
Ernst Szonn spricht in seinem Bericht
 von vielen tausend Toten allein in
diesem Lager, in dem ca. 40 GPU Offiziere
 laufend Vernehmungen brutalster
Art Vornahmen. Alleine aus seinem
Keller Nr. 3 seien an jedem Morgen
etwa 10-12 Tote herausgeschleppt worden.
 Sie hätten des Nachts oft stundenlang
 gewimmert, ehe der Tod sie von
den Qualen erlöste.
Ich habe dem Volksbund Deutsche
Kriegsgräberfürsorge Kassel über die
etwaige Lage der Massengräber mit
mehreren tausend Toten informiert. -
Wer weiß mehr darüber zu berichten? -
Meine nächste Reise nach Nordostpreußen
 soll zum dritten Mal Karmitten
gelten, um Einzelheiten über die Lage
der Massengräber zu erhalten. Wir sind
den Opfern gegenüber diese Aufklärungsarbeit
 schuldig!

Es grüßt Klaus Wulff,
Kulmer Straße 20 a, 32602 Vlotho-2,
Telefon: 0 52 28-7183

SUCHANZEIGE

Gesucht wird Daniel Lemke aus Klycken im Samland.
Nähere Angaben zur Person sind nicht bekannt.

Nachricht erbeten von Olga Hirsekorn,
Dornröschenweg 5, 65199 Wiesbaden, Telefon: 06 11-42 15 44 13