Liebe Rauschener Heimatfreunde
...eingeschlossen
alle
Freunde aus
den Schulbezirken
Georgenswalde,
St. Lorenz
und Craam.
Am 18./19. September findet das
Kreistreffen in Pinneberg statt. Da
dies, außer der Fahrt in die Heimat,
das einzige Treffen in diesem Jahr ist,
rechne ich damit, daß Sie sehr zahlreich
daran teilnehmen. Wir werden
uns dann dort über das Treffen in
Rauschen unterhalten. Der zahlreiche
Besuch durch Sie in Pinneberg ist
auch notwendig, damit wir den schönen
eigenen Raum im Hotel Cap Polonio
weiterhin nutzen können. Nach
dem rückläufigen Besuch im Vorjahr,
besonders am Sonntag, verbunden mit
dem geringen Verzehr, erwägt die
Hotel-Leitung diesen Raum für das
Treffen nicht mehr zur Verfügung zu
stellen. Bitte helfen Sie alle durch
Ihren Besuch mit, daß uns dieser
separate Raum erhalten bleibt.
Die Post in Georgenswalde
Mit Georgenswalde und Warnicken
will ich meinen Bericht über die Post
in unseren Heimatorten fortsetzen.
Vor dem Bau der Villenkolonie
Georgenswalde bestand dort nur das
Gut Georgenswalde und das „Waldhaus“,
ein idyllisch an der Straße nach
Rauschen gelegenes Gasthaus.
Möglicherweise wurde dann für
die dort verkehrenden Sommergäste
am 1. Juli 1881 eine Postagentur für
die Sommermonate Juli/August eröffnet,
die am 15. Juli durch eine Telegrafenanstalt
ergänzt wurde. Es ist
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Verlag O. Ziegler, Königsberg 1.
Gruss aus Georgenswalde
Das Waldhaus Qeorgenswalde um 1900
— 36
nicht bekannt, wo sich damals Post
und Telegraf befanden und wer diese
Einrichtungen in Georgenswalde verwaltete.
In den folgenden Jahren
1882, 1883 und 1884 bestanden Post
und Telegraf ebenfalls nur während
der Sommermonate und wurden 1884
nach der Badesaison vorerst endgültig
geschlossen. Das Postaufkommen
scheint in dieser Zeit nicht groß gewesen
zu sein und zu berücksichtigen
bleibt auch, daß 1884 die Postagentur
in Rauschen eröffnet wurde. Es gab
damals noch keine Ansichtskarten
und wahrscheinlich war auch die Anzahl
der Feriengäste noch sehr gering.
Bisher konnte ich noch keinen Postbeleg
mit einem Stempel von Georgenswalde
aus dieser Zeit finden. Er
müßte das Aussehen des ersten Stempels
von Rauschen (s. Abb. in Heimatbrief
141)gehabt haben.
Erst mit dem Bau der Villenkolonie
in den Jahren 1912/13 - und
es gab bereits die touristische Erleichterung
für die Ausflügler durch die
Inbetriebnahme der Samlandbahn im
Jahre 1900 - wurde am 20. Juni 1912
wieder eine Postagentur und eine
Telegrafenanstalt für die Dauer der
Badezeit eröffnet. Offenbar gingen die
Geschäfte gut, denn die Deutsche
Reichspost verfügte am Ende der Saison
im September, daß die Einrichtungen
bestehen bleiben. Georgenswalde
hatte nun ebenfalls den postalischen
Zusatz „(Samland)“. Es kam der
1911 bei der Deutschen Reichspost
eingeführte neue Stempeltyp zum Einsatz,
der auch noch in den 40iger
Jahren verwendet wurde.
Die Postagentur befand sich in der
ersten Zeit im Hause der Bade- und
Kurverwaltung in der Gausupstraße,
gegenüber der Bernsteinallee (s. Wilhelm
Westerhausen in Hbf, 19. Folge,
Seite 28) und wurde nach Fertigstellung
des neuen Bahnhofsgebäudes
dorthin verlegt. Als die Bahn diese
Räume selbst beanspruchte, zog die
Postagentur in das Haus „Lotte“,
Gausupstraße/Ecke Samlandweg, und
später von dort in das Haus „Sczygan“
in die Bernsteinallee, wo sie bis 1945
blieb (s. Wilhelm Westerhausen in
Hbf, 20. Folge, S. 20).
Frau Anita Hustedt, geb. Klein, die
1936 Ihre Lehre in Georgenswalde
begann und dann als Postbotin in
Georgenswalde eingesetzt war, ergänzt
dies:
Die Postagentur war zunächst in
der Gausupstraße bei Herrn Fleischer
und hatte dort nur einen Schalter. Sie
bezog dann im Fotogeschäft Allschwedt
2 Räume mit 2 Schaltern und
kam schließlich in die endgültigen
Räume in der Bernsteinallee.
Nach den offiziellen Unterlagen
wurde 1931 bei dem Konrektor a. D.
Fleischer eine Öffentliche Fernsprechstelle
eingerichtet, die dem Ortsnetz
Rauschen zugeordnet war. Der Telefonverkehr
insgesamt ging über das
Amt Rauschen. Nach dem Telefonbuch
von 1942 gab es in Georgenswalde 34
Anschlüsse.
Zum Zustellbereich Georgenswalde
gehörten 1928 die Orte Georgenswalde
und Warnicken sowie die Förstereien
Hirschau, Katzkeim, Schönwalde
sowie Abbau Rauschen mit den